{"id":94,"date":"2009-08-14T15:59:20","date_gmt":"2009-08-14T14:59:20","guid":{"rendered":"http:\/\/st-defender.de\/blog\/defender\/?p=94"},"modified":"2013-09-12T19:50:53","modified_gmt":"2013-09-12T19:50:53","slug":"episode-05-ein-neuer-anfang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/st-defender.de\/?p=94","title":{"rendered":"Episode 05: Ein neuer Anfang"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/defender_ep_05.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Ein neuer Anfang\" alt=\"Ein neuer Anfang\" src=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/defender_ep_05.jpg\" width=\"30%\" height=\"30%\" border=\"0\" \/><\/a>Weil sie mit ihrem Einsatz dazu beigetragen hat, einen B\u00fcrgerkrieg innerhalb der F\u00f6deration zu verhindern, erh\u00e4lt Captain Lairis das Kommando \u00fcber die USS DEFENDER.<br \/>\nW\u00e4hrend eines Testfluges empf\u00e4ngt Lairis den Notruf einer cardassianischen Forschungsstation, die von Klingonen angegriffen wurde. Unter den \u00dcberlebenden befindet sich Glinn Belora Karthal, eine scheinbar geistesgest\u00f6rte cardassianische Offizierin, die mit einem gestohlenen Shuttle aus einem Hospital der Sternenflotte geflohen ist.<br \/>\nDoch die Rettungsoperation erweist sich als Wegkreuzung des Schicksals, denn die DEFENDER ger\u00e4t unerwartet zwischen die Fronten des Cardassianisch-Klingonischen Krieges.<br \/>\nUm ihr Schiff und den Waffenstillstand zwischen F\u00f6deration und Klingonen zu retten, m\u00fcssen Captain Lairis und ihr Erster Offizier bis zum \u00c4u\u00dfersten gehen. Dabei stellt sich heraus, dass eine Macht im Hintergrund sie als Schachfiguren f\u00fcr einen perfiden Plan missbrauchen will. &#8230;<\/p>\n<p>Status:\u00a0 Fertig<\/p>\n<p class=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.treknews.de\/treknews\/newspro-treknews\/static\/124826032799084.php\" target=\"_blank\">Diese Episode bei TrekNews<\/a><\/p>\n<p class=\"left\"><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/st-defender_ep05.pdf\" target=\"_blank\">Download<\/a><\/p>\n<p class=\"left\"><!--more--><\/p>\n<p><strong>2. Kapitel: Die Jagd <\/strong><\/p>\n<p>In der Nacht waren Karthals Tr\u00e4ume be\u00e4ngstigend und wirr. Sie rannte nackt durch eine unwirkliche, tote Landschaft. Der Himmel leuchtete violett in der Abendd\u00e4mmerung. Drei Monde verbreiten ein fahles, milchiges Licht. Es war der Himmel ihrer Heimatkolonie auf Korva zwei. Aus dem schwarz asphaltierten Boden ragten allerlei bizarre Metallkonstruktionen, best\u00fcckt mit Tausenden blinkenden Lichtern, umrankt von hunderten endlosen Strom-, Gas-, und Plasmaleitungen &#8230; ein vollkommen un\u00fcbersichtliches Gewirr. Es sah aus, als h\u00e4tte jemand den Maschinenraum eines gro\u00dfen Kriegsschiffes ausgeschlachtet, um damit seine reichlich abgehobenen Vorstellungen von Kunst umzusetzen. Fl\u00fcchtig erinnerte sie sich, dass sie so etwas \u00c4hnliches schon einmal gesehen hatte: Der K\u00fcnstler war ein Kressari mit fanatisch gl\u00e4nzenden dunklen Augen, reich und verr\u00fcckt genug, einen ganzen Mond f\u00fcr seine Ausstellung zu mieten.<br \/>\nDas leise Summen der Emitter ergab eine monotone, gleichf\u00f6rmige Sinfonie, die auf Karthal wahrscheinlich beruhigend gewirkt h\u00e4tte, w\u00e4re ihre Sinneswahrnehmung nicht v\u00f6llig von Angst \u00fcberflutet gewesen. Ihre Lungen brannten h\u00f6llisch, ihre Beine schmerzten und irgendetwas perforierte ihre Leistengegend mit Hunderttausenden von spitzen Nadeln. Doch wenn sie stehenblieb, w\u00fcrde man sie fangen und die schmerzhaftesten, widerlichsten Dinge mit ihr anstellen.<br \/>\nWer w\u00fcrde sie fangen?<br \/>\nEs spielte keine Rolle. Sie musste rennen, immer weiter laufen \u2026 Aber sie wurde mit jedem Schritt langsamer. Die Ersch\u00f6pfung forderte ihren Tribut und die Wege durch den seltsamen technischen Dschungel wurden zusehends enger und verschlungener. Karthal achtete sorgsam darauf, dass sie keine der Ger\u00e4tschaften ber\u00fchrte. Vielleicht w\u00fcrde sie einen t\u00f6dlichen Stromschlag erhalten, wenn ihre nackte Haut irgendwelches Metall streifte. Vielleicht w\u00fcrde der ganze Planet explodieren, wenn sie gegen eine dieser Konsolen stie\u00df. Notgedrungen verlangsamte sie ihr Tempo, bewegte sich in einem diffizilen Slalom zwischen den Konstruktionen hindurch &#8230; es verlangte ihre gesamte Konzentration und Wendigkeit, obgleich ihre k\u00f6rperlichen Ressourcen im Grunde l\u00e4ngst verbraucht waren. Als ihre langen Haare sich in einer rostigen Drahtantenne verfingen, kam sie f\u00fcr einen Augenblick zum Stehen. Unvermittelt schossen meterlange schwarze Tentakel aus dem Asphalt, schlangen sich um ihre Beine, ihre Taille, ihren gesamten K\u00f6rper.<br \/>\nEtwas stimmte nicht. Diese Tentakel waren hier v\u00f6llig fehl am Platz &#8230; sie f\u00fchlten sich warm an &#8230; und schleimig &#8230; sie <em>lebten <\/em>&#8230; und schn\u00fcrten ihr fast die Luft ab. Sie wollte sich diese Dinger vom K\u00f6rper rei\u00dfen, doch sie fand ihre H\u00e4nde nicht. Sie waren keineswegs unter Tentakeln begraben, sondern schlicht und einfach nicht vorhanden! So als h\u00e4tte sie nie Arme gehabt &#8230; Karthal stie\u00df einen schrillen, entsetzten Schrei aus. Aber das war noch lange nicht das Schlimmste &#8230; All die monstr\u00f6sen Blecht\u00fcrme um sie herum begannen auf einmal zu schmelzen. Ein gigantischer Lavastrom aus geschmolzenem, gl\u00fchend hei\u00dfem Metall kam ihr entgegen gewalzt. Und sie konnte sich beim besten Willen nicht von der Stelle r\u00fchren!<br \/>\n\u201eJetzt ist es wohl schwierig, die Kn\u00f6pfchen deiner Fernbedingung zu dr\u00fccken \u2013 nicht wahr, Belora?\u201c fragte eine wohlbekannte Stimme.<br \/>\nDer menschliche Maquis, den Karthal gefoltert hatte, stand pl\u00f6tzlich vor ihr und grinste arrogant. Im Gegensatz zu ihr trug er noch seine Kleidung und dass der Lavastrom hinter ihm n\u00e4her r\u00fcckte, schien ihn nicht zu st\u00f6ren. Karthal wand sie verzweifelt, aber die Tentakel gaben kein bisschen nach. Aus der Ferne erklang Jilano Madreds raues, triumphierendes Lachen \u2026<br \/>\nDann ert\u00f6nte zum Gl\u00fcck das Wecksignal. Karthal rechnete damit, dass ihr Opfer sie nun regelm\u00e4\u00dfig in ihren Alptr\u00e4umen aufsuchen w\u00fcrde. Das hatte sie wohl verdient und damit w\u00fcrde sie leben m\u00fcssen.<br \/>\nWomit sie nicht leben konnte, war Inarans Reaktion, als sie ihm in der Kampffliegerbucht \u00fcber den Weg lief. Er warf ihr aus der Ferne einen scheelen Blick zu und stieg unverz\u00fcglich in seinen\u00a0 Jagdflieger \u2026 verschwand in seinem Inneren wie im Bauch eines gefr\u00e4\u00dfigen Raubfischs.<br \/>\nSie lief ihm nach und ihre Lippen formten ein lautloses \u201eEs tut mir Leid!\u201c \u2026 aber das Schott hatte sich bereits geschlossen.<br \/>\nSie blinzelte die Tr\u00e4nen weg, setzte sich hinter das Steuer ihres eigenen J\u00e4gers und gab den Befehl zum Start. \u201eDie Dreckskerle werden sich w\u00fcnschen, sie w\u00e4ren nie geboren worden!\u201c f\u00fcgte sie grimmig hinzu.<br \/>\nAus den Comm-Systemen erklang ein vielstimmiges, entschlossenes \u201eJawohl!\u201c<br \/>\nDieser verdammte Maquis zerst\u00f6rte nach und nach alles, was ihr wichtig war. Wie sollte sie Inaran erkl\u00e4ren, weshalb sie auf seine Anrufe nicht reagiert hatte? Dass sie, statt einen romantischen Abend mit ihm zu verbringen, gezwungen worden war, einen Gefangenen zu foltern? Sie h\u00e4tte sich damit herausreden k\u00f6nnen, dass Glinn Madred ihr den Befehl erteilt hatte, aber das wollte sie nicht. Inaran hatte sich nie hinter seinen Befehlen versteckt. Rekelen erst recht nicht. Und Yanar offensichtlich auch nicht.<br \/>\nZu Beloras Gef\u00fchlsbrei mischte sich nun eine irrationale Eifersucht auf Inarans tote Frau. Sie selbst w\u00fcrde nie den Mut und die Konsequenz einer Rekelen Matar aufbringen, die f\u00fcr ihre \u00dcberzeugungen in den Tod gegangen war.<br \/>\nDas Schlimmste an Karthals v\u00f6llig ungewohnter Attacke von Selbstzweifeln war die Tatsache, dass sie sie umsonst ertragen musste. Kein einziges relevantes Wort hatte sie aus dem Schn\u00f6sel herausbekommen! Keine noch so unbedeutende Information!<br \/>\nGlinn Karthal konzentrierte sich auf ihren Wunsch nach Rache, w\u00e4hrend ihr Abfangj\u00e4ger mit H\u00f6chstgeschwindigkeit in Richtung Badlands raste. Der milit\u00e4rische Geheimdienst war den Kalrak-Nor-Attent\u00e4tern auf der Spur und hatte einen von ihnen bereits identifiziert. Belora war der Pfeil, abgeschossen von Jilanos unerbittlicher Hand, in den Weltraum geschleudert von der Macht einer straffen, harten Sehne. Sie war stolz auf die Sch\u00e4rfe und Pr\u00e4zision, mit der sie ins Ziel vorsto\u00dfen konnte. Es hatte sie nie gest\u00f6rt, dass ein Pfeil nur ein Werkzeug war. Ihre Antipathie gegen Gul Lemak spielte keine Rolle. Schlie\u00dflich jagte sie einen M\u00f6rder, der nicht nur Lemak, sondern\u00a0 dreiunddrei\u00dfig weitere Cardassianer auf dem Gewissen hatte.<br \/>\nDas Schiff des fl\u00fcchtigen Maquis-Terroristen war erstaunlich schnell. Karthal und f\u00fcnf ihrer besten Piloten hefteten sich an seine bl\u00e4ulich leuchtenden Antriebsgondeln, bereit, es einzukesseln und kampfunf\u00e4hig zu schie\u00dfen. Karthals Phaserstrahlen bohrten sich immer wieder in seinen Rumpf und die Schilde hielten sie mehr schlecht als recht ab. Das Phaserfeuer des Maquis kam schwach und sporadisch, keine ernst zu nehmende Gefahr f\u00fcr das cardassianische Jagdgeschwader. Dann h\u00f6rte er g\u00e4nzlich auf zu feuern und beschleunigte.<br \/>\n\u201eEr buttert s\u00e4mtliche Energie in die Schilde und den Antrieb\u201c, stellte Karthal fest.<br \/>\n\u201eK\u00f6nnen wir ihn einholen?\u201c<br \/>\n\u201eSicher\u201c, meinte Karthal. Doch der Abstand zwischen ihnen verringerte sich nur unwesentlich.<br \/>\n\u201eMist, er verzieht sich in die Badlands!\u201c rief Borain \u00fcber die Com-Anlage.<br \/>\nKarthal horchte auf, zumal die gef\u00fcrchteten Plasmafelder bereits auf ihrem Sichtschirm angezeigt wurden. \u201eDas kann er doch nicht machen! Ist der Kerl denn lebensm\u00fcde? Nach meinen Sensoren braut sich gerade ein besonders schwerer Plasmasturm zusammen!\u201c<br \/>\n\u201eVielleicht hat er ja keine Sensoren \u2013 oder keine besonders guten.\u201c<br \/>\n\u201eOder er l\u00e4sst sich lieber umbringen als gefangen nehmen\u201c, erwiderte Belora nachdenklich.<br \/>\n\u201eSieht so aus, als h\u00e4tten Sie recht\u201c, sagte Borain. \u201eEr nimmt Kurs auf die Badlands.\u201c<br \/>\n\u201eVerdammt! Ich habe keine Lust, in diese Plasmasuppe zu fliegen!\u201c<br \/>\n\u201eMadreds Befehle waren eindeutig: Wir k\u00f6nnen ihn nicht einfach entwischen lassen!\u201c<br \/>\n\u201eDas hatte ich auch nicht vor\u201c, entgegnete Karthal. \u201eAber Madred hat nicht gesagt, dass wir uns alle an diesem Wahnwitz beteiligen m\u00fcssen.\u201c<br \/>\n\u201eWas wollen Sie damit andeuten?\u201c hakte Nerak, ein anderer von Karthals Piloten, nach.<br \/>\n\u201eEin Jagdflieger reicht, um das Maquis-Schiff fertig zu machen, zwei w\u00e4ren nat\u00fcrlich effizienter. Mehr als zwei in diese H\u00f6lle zu schicken, hie\u00dfe, unn\u00f6tig Leben aufs Spiel zu setzen. Borain und ich werden als erste in die Badlands vorsto\u00dfen. Wenn wir in einer halben Stunde nicht zur\u00fcck sind, k\u00f6nnen Sie davon ausgehen, dass wir versagt haben. Dann werden Sie, Nerak, und Tolan Ihr Gl\u00fcck versuchen \u2013 vorausgesetzt, dass der Plasmasturm die St\u00e4rke f\u00fcnf nicht \u00fcberschritten hat. Sonst k\u00f6nnten Sie n\u00e4mlich gleich den Knopf f\u00fcr die Selbstzerst\u00f6rung dr\u00fccken.\u201c<br \/>\n\u201eVerstanden, Ma\u2019am\u201c, erwiderte Nerak.<br \/>\n\u201eIn einer halben Stunde wird der Maquis \u00fcber alle Berge sein\u201c, gab Borain zu bedenken.<br \/>\n\u201eDas Maquis-Schiff kann in den Plasmast\u00fcrmen noch schlechter man\u00f6vrieren als wir. Es wird in einer halben Stunde nicht weit kommen \u2013 falls es dann \u00fcberhaupt noch in einem St\u00fcck ist.\u201c<br \/>\nBorain fand das Argument einleuchtend.<br \/>\n\u201eTraktorstrahl bereit. Phaser bereit. Photonentorpedos bereit. Schilde auf Maximum.\u201c<br \/>\n\u201eTraktorstrahl bereit. Phaser bereit. Photonentorpedos bereit. Schilde auf Maximum\u201c, wiederholte Borain.<br \/>\nDer Nebel, der das Maquis-Schiff soeben verschluckt hatte, leuchtete unheilverk\u00fcndend.<br \/>\n\u201eKurs auf die Badlands nehmen. Voller Impuls\u201c, befahl Karthal, und die beiden Abfangj\u00e4ger st\u00fcrzten sich in die gl\u00fchende Entropie.<br \/>\nPlasmaschlieren wirbelten wie Tornados durch den Raum, tauchten v\u00f6llig unerwartet aus dem br\u00e4unlich-rosa Nebel auf &#8230; es erforderte eine Art sechsten Sinn, ihnen auszuweichen. Karthal erkannte, wie irrsinnig es gewesen w\u00e4re, mit der Relitek in dieses Inferno zu fliegen. Wenn selbst ein flexibler, kleiner Jagdflieger Probleme hatte, unbeschadet durch die Plasmast\u00fcrme zu navigieren, war es f\u00fcr einen Kreuzer der Galor-Klasse nahezu unm\u00f6glich. Gul Evek vom Vierten Orden hatte bei einem solchen Wagnis eine gesamte Schiffssektion und \u00fcber drei\u00dfig Crewmitglieder verloren. Das Maquis-Schiff, das er damals verfolgt hatte, war seit fast einem Jahr verschollen. Im Grunde h\u00e4tte Evek sich nur entspannt zur\u00fcckzulehnen und die Plasmast\u00fcrme f\u00fcr sich arbeiten lassen m\u00fcssen. Genau wie wir, dachte Karthal. Sie wollte jedoch nicht herausfinden, wozu Madred f\u00e4hig war, wenn einer ihrer Offiziere seine Pflicht vernachl\u00e4ssigte.<br \/>\n\u201eIch erkenne Tr\u00fcmmer\u201c, verk\u00fcndete Borain.<br \/>\n\u201eStammen sie von einem Maquis-Schiff?\u201c<br \/>\n\u201eDas l\u00e4sst sich nicht exakt feststellen. Moment &#8230; es gibt eine Resonanzspur des Warpkerns. F\u00f6derations-Signatur.\u201c<br \/>\n\u201eAlso hat es ihn erwischt\u201c, stellte Karthal n\u00fcchtern fest.<br \/>\n\u201eMadred wird ziemlich entt\u00e4usch sein, wenn wir ohne Gefangenen zur\u00fcckkehren.\u201c<br \/>\n\u201eWir haben getan, was wir konnten\u201c, gab Karthal zur\u00fcck. \u201eLos, verschwinden wir, bevor es uns genauso ergeht wie dem Maquis.\u201c<br \/>\n\u201eKurs programmiert.\u201c Borain wartete auf die R\u00fcckmeldung von Karthal \u2013 und hielt entsetzt den Atem an. Direkt unter Karthals Jagdflieger schoss eine Plasmas\u00e4ule aus den Nichts empor, \u00a0sekundenschnell. Karthal vermochte nicht rechtzeitig zu reagieren. Ihr Kampfflieger wurde in hohem Bogen durch die Badlands geschleudert, \u00fcberschlug sich, ein anderer \u201eTornado\u201c streifte sie und die linke Tragfl\u00e4che ging in Flammen auf. Ein makaberes, t\u00f6dliches Ballspiel.<br \/>\n\u201eKarthal?\u201c Borains Stimme war voller Besorgnis. \u201eKarthal, melden Sie sich!\u201c<br \/>\n\u201e&#8230; kann nicht man\u00f6vrieren &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eSind Sie wohlauf?\u201c Borain wagte nicht zu atmen, als er auf ihre Antwort wartete.<br \/>\n\u201eJa, ich bin nur &#8230; habe ein Eind\u00e4mmungsfeld &#8230;\u201c<br \/>\nBorain war unendlich erleichtert, allein wegen der Tatsache, dass Karthal noch lebte. Doch die knisternden, rauschenden Interferenzen w\u00fcrgten ihre Stimme ab und er fluchte leise.<br \/>\n\u201eHalten Sie durch, Ma\u2019am! Ich hole Sie da raus!\u201c<br \/>\nKarthal trieb wehrlos zwischen den Plasmastrudeln. Sich zu ihr durchzuschlagen, erforderte h\u00f6chste Konzentration und ein fast \u00fcbernat\u00fcrliches Geschick. Die Abst\u00e4nde zwischen den Wirbeln wurden immer k\u00fcrzer, die Ausbr\u00fcche heftiger, heimt\u00fcckischer &#8230; Der Plasmasturm hatte inzwischen St\u00e4rke sechs erreicht, wenn nicht sogar sieben. Er beeintr\u00e4chtigte nun auch die Funktion der Sensoren und der Com-Anlage. Karthals Jagdflieger verschwand immer wieder von seiner Anzeige. <em>Halten Sie durch, Belora!<\/em> wiederholte der junge Pilot in Gedanken.<br \/>\nEr wollte gerade den Traktorstrahl aktivieren, doch auf einmal jagte eine Plasmas\u00e4ule an seinem Fenster vorbei, weniger als einen Meter entfernt. Blitzschnell schlug er einen Haken und das Herz rutschte ihm in die Hose.<br \/>\n\u201eBelora?\u201c rief er immer wieder. \u201eBelora!\u201c<br \/>\nAus der Com-Anlage kam nichts als dieses penetrante Rauschen.<br \/>\nDann lichtete sich das r\u00f6tlich-braune Plasmafeld und gab den Blick auf einen Planeten frei, direkt unter ihm, gro\u00df genug, um eine Atmosph\u00e4re zu halten. Klasse L, dem Aussehen nach.<br \/>\nVielleicht sollten sie einfach notlanden, bis der Sturm nachlie\u00df.<br \/>\nDoch da warf ihn eine Plasmaentladung aus der Bahn, und es kostete ihn seine gesamte Kraft, die Kontrolle \u00fcber den Jagdflieger zu behalten.<br \/>\nKarthal war es unterdessen gelungen, die manuelle Steuerung zu aktivieren \u2013 aber das n\u00fctzte ihr nicht viel. Der Planet unter ihr nahm ihren gesamten Sichtschirm ein. Sie sah ihn sogar noch, wenn sie die Augen schloss. Seine massive, bedrohliche Pr\u00e4senz verdr\u00e4ngte ihre Gedanken, ihre letzten Gedanken &#8230; Ihre Kehle f\u00fchlte sich an wie zugeschn\u00fcrt.<br \/>\nSollte das etwa ihr Ende sein? Auf dieser elenden Staubkugel zu zerschellen? Nein, das war einfach nicht fair, das war einfach nicht richtig! Sie war gerade dabei gewesen, ihr Leben aufzubauen, ihre Karriere &#8230; Sie hatte eine Familie, einen zehnj\u00e4hrigen Sohn und einen Ehemann, der auf sie angewiesen war! Und Inaran &#8230; wenn sie in den Badlands krepierte, hatte er niemanden mehr.<br \/>\nNein, das konnte sie nicht zulassen! Sie w\u00fcrde ihre gesamten F\u00e4higkeiten als Pilotin einsetzen, um den Aufprall abzumildern. Sie musste es einfach schaffen! Verfluchte Badlands, verfluchter Maquis, verfluchte Glinn Madred und ihr uners\u00e4ttlicher Ehrgeiz!<br \/>\nDas verhaltene Gl\u00fchen der W\u00e4nde jagte ihr Angst ein. Das Energiefeld, das sie errichtet hatte, als ihre Tragfl\u00e4che in Flammen aufgegangen war, sch\u00fctzte sie. Aber sobald es versagte &#8230; Nein, \u00fcber bestimmte Dinge durfte man einfach nicht nachdenken!<br \/>\nBorains Traktorstrahl griff ins Leere. Fassungslos beobachtete der junge Pilot, wie Karthals Jagdflieger r\u00f6tlich zu gl\u00fchen begann und dann hinter dem Schleier der Atmosph\u00e4re verschwand. Hoffentlich war das Eind\u00e4mmungsfeld, von dem sie gesprochen hatte, noch stabil! In den Atmosph\u00e4re zu vergl\u00fchen, war ein grausamer Tod, den er Belora nicht w\u00fcnschte.<br \/>\nVom Mut der Verzweiflung gepackt, versuchte er, Karthal zu folgen, doch sein Computer sagte ihm, dass der Kampfflieger nicht mehr f\u00e4hig war, in der Atmosph\u00e4re zu man\u00f6vrieren. Offenbar hatte die Plasmaentladung sein Triebwerk besch\u00e4digt.<br \/>\n\u201eAch Schei\u00dfe!\u201c br\u00fcllte er frustriert. Wie sollte er nur heil durch den Plasmasturm fliegen, wenn er nicht einmal in dieser l\u00e4ppischen Atmosph\u00e4re &#8230;<br \/>\n<em>H\u00e4tte ich doch nur den Traktorstrahl &#8230; wenn ich diesem verdammten Wirbel nicht ausgewichen w\u00e4re&#8230; <\/em>Nein, er durfte sich keine Vorw\u00fcrfe machen &#8230; nicht jetzt!\u00a0 \u201eWenn du nicht ausgewichen w\u00e4rst, dann w\u00e4rst du jetzt tot\u201c, sagte er laut und deutlich zu sich selbst.<br \/>\nSchuldgef\u00fchle konnten seinen Tod bedeuten \u2013 oder Gef\u00fchle \u00fcberhaupt. Er musste zur\u00fcck. Unbedingt. Er vermochte Karthal nicht zu retten.<br \/>\nAber vielleicht war jemand anderes dazu imstande.<\/p>\n<p class=\"left\">TO BE CONTINUED &#8230;<\/p>\n<p class=\"left\">\u00a9 2009 by Adriana Wipperling<\/p>\n<p class=\"left\"><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/st-defender_ep05.pdf\" target=\"_blank\">Komplette Episode als PDF-Download<\/a><\/p>\n<div style=\"padding: 10px 0 \"  class=\"interactive_bottom\"><div class='button_holder_left'><iframe allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" src=\"http:\/\/platform.twitter.com\/widgets\/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D94&amp;text=Episode 05: Ein neuer Anfang&amp;count=horizontal&amp;lang=de_DE  \" style=\"width:65px; height:21px;\"><\/iframe><\/div><div class='button_holder_left'><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D94&amp;layout=box_count&amp;show_faces=false&amp;width=65&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light&amp;height=65\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:65px; height:65px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weil sie mit ihrem Einsatz dazu beigetragen hat, einen B\u00fcrgerkrieg innerhalb der F\u00f6deration zu verhindern, erh\u00e4lt Captain Lairis das Kommando \u00fcber die USS DEFENDER. 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