{"id":76,"date":"2006-02-01T23:54:04","date_gmt":"2006-02-01T22:54:04","guid":{"rendered":"http:\/\/st-defender.de\/blog\/defender\/?p=76"},"modified":"2013-09-12T21:01:20","modified_gmt":"2013-09-12T21:01:20","slug":"76","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/st-defender.de\/?p=76","title":{"rendered":"Episode 01: B\u00f6ses Erwachen"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"lightbox\" href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/defender_ep_01.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"B\u00f6ses Erwachen\" src=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/defender_ep_01.jpg\" border=\"0\" alt=\"B\u00f6ses Erwachen\" width=\"30%\" height=\"30%\" \/><\/a>Als ihr Schiff verschrottet werden soll, blickt Captain Lairis Ilana einer ungewissen Zukunft entgegen. Der neue Chef des Sternenflottenkommandos, Admiral Layton, hat keine gute Meinung von der eigenwilligen Bajoranerin, deren Entscheidungen bei der Schlacht um Wolf 359 er bis heute verurteilt.<br \/>\nIn der Sternenflotte gehen derweil beunruhigende Ver\u00e4nderungen vor sich.Das seltsame Verhalten von Yasushi Kitamura, Captain des neuen Kriegsschiffs USS DEFENDER, gibt R\u00e4tsel auf. Auch um die DEFENDER selbst ranken sich wilde Ger\u00fcchte.<br \/>\nEinen Tag sp\u00e4ter steht die gesamte F\u00f6deration unter Schock: Siebenundzwanzig Personen starben bei einem Bombenanschlag auf der Erde! Die \u00d6ffentlichkeit ist sich einig, dass das Attentat von Wechselb\u00e4lgern ver\u00fcbt wurde \u2013 doch mit der Zeit h\u00e4ufen sich die offenen Fragen.<br \/>\nEine geheimnisvolle Sicherheitsbox, auf die Wechselb\u00e4lger und Sternenflotte gleicherma\u00dfen versessen sind, scheint alle Antworten in sich zu bergen.Captain Lairis ist der L\u00f6sung schon ganz nahe \u2013 da geraten sie und Captain Kitamuras Sohn Raymond in eine heimt\u00fcckische Falle. F\u00fcr die Bajoranerin und den jungen Kadetten geht es nun um Leben und Tod \u2026<br \/>\nGemeinsam mit dem Formwandler Odo arbeitet Lairis\u2019 Chefingenieur, Lieutenant Marc van de Kamp, an einem Plan zur Rettung seines Captains. Dabei kommt ihm ein schrecklicher Verdacht \u2026<\/p>\n<p class=\"left\"><strong> <\/strong><em>Status: fertig<\/em><\/p>\n<p class=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.treknews.de\/treknews\/newspro-treknews\/static\/122615203150547.php\" target=\"_blank\">Diese Episode bei TrekNews <\/a><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/st-defender_ep01.pdf\" target=\"_blank\">Download<\/a><\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h5>Prolog: Am Rand der Vernichtung<\/h5>\n<p>Die junge Frau in der gelben Starfleet-Uniform kauerte hinter ihrer Deckung &#8211; ein bizarres Konglomerat aus eingeschmolzenem Glas und Metall, das einmal die taktische Konsole gewesen war. Ihr langer, kastanienbrauner Zopf hing ihr halb aufgel\u00f6st \u00fcber die Schulter. Fast jeder Muskel ihres K\u00f6rpers war angespannt und die Menge an Adrenalin, die durch ihre Adern kreiste, war wom\u00f6glich schon gesundheitssch\u00e4dlich. Vor ihrem geistigen Auge flimmerten Bilder von monstr\u00f6sen Borg-Kuben und brennenden, explodierenden Sternenflottenschiffen. Und von Captain Jean-Luc Picard, der &#8211; halb Mensch, halb Maschine, die eigene Pers\u00f6nlichkeit abgew\u00fcrgt von Implantaten, Kabeln und Schaltkreisen, ein Gesicht von grauer, cardassianischer Bl\u00e4sse &#8211; mit blecherner, monotoner Stimme st\u00e4ndig die Worte \u201eIch bin Locutus von Borg. Sie werden assimiliert werden. Widerstand ist zwecklos!\u201c wiederholte.<br \/>\nAls Locutus zum ersten Mal auf dem Hauptbildschirm der U.S.S. PRETORIA erschienen war, hatte die junge Starfleet-Offizierin nicht gewusst, was sie entsetzlicher finden sollte: Die Tatsache, dass die F\u00f6deration kurz vor ihrer Vernichtung stand oder das Schicksal Captain Picards, eines Mannes, dem fr\u00fcher nichts wichtiger gewesen war, als seine Crew und die Werte der F\u00f6deration zu besch\u00fctzen. Nun war dieser Mann nichts weiter als eine Marionette der Borg, ein Werkzeug gegen all das, was ihm einst so viel bedeutet hatte. Die junge Frau in der gelben Uniform war ziemlich froh, dass der Monitor nicht mehr funktionierte.<br \/>\nMit ihren H\u00e4nden umklammerte sie eine antike bajoranische Waffe: eine handliche kleine Jagdarmbrust, die einst ihrem Vater geh\u00f6rt hatte. Ein fl\u00fcchtiges L\u00e4cheln huschte \u00fcber ihr Gesicht: Papa, der passionierte Bastler &#8230; Man h\u00e4tte ihm eine Drahtspule und einen Schraubenzieher in die Hand dr\u00fccken k\u00f6nnen, und er h\u00e4tte damit vielleicht sogar den Schiffscomputer repa-riert. Auch diese Armbrust hatte er selbst gebaut. Als seine Tochter zur bajoranischen Resistan-ce gegangen war, hatte er ihr die Waffe feierlich \u00fcberreicht. \u201eHier, meine Kleine! Damit kannst du den verdammten Cardis die Hinterteile perforieren, falls ihr keine Energie f\u00fcr eure Phaser mehr habt!\u201c In der Tat hatte ihr die Armbrust im Kampf gegen die Cardassianer gute Dienste geleistet und im Laufe der Jahre gewann sie immer mehr Bedeutung als Talisman.<br \/>\nAls auf dem Schiff der Rote Alarm ert\u00f6nt war, hatte die junge Bajoranerin ganz instinktiv da-nach gegriffen.<br \/>\n\u201eCommander Lairis &#8230;\u201c eine M\u00e4nnerstimme, seltsam verzerrt und heiser, aber dennoch ver-traut. \u201eCommander &#8230; Lairis, he&#8230; helfen Sie mir!\u201c<br \/>\nDie Augen des Mannes blickten starr und glasig, als er auf die junge Frau zu wankte. Pl\u00f6tzlich schien sich jede Ader an seinem Hals aufzubl\u00e4hen und grau zu verf\u00e4rben, so als w\u00fcrde ein Heer anthrazitgrauer W\u00fcrmer unter seiner Haut entlang kriechen. Die h\u00e4sslichen, dunkelgrauen Linien wanderten weiter zu seinem Gesicht, um daraus den letzten Rest von Menschlichkeit zu tilgen. Voller Entsetzen wich Lairis vor ihm zur\u00fcck. Ohne nachzudenken, legte sie die Armbrust weg, zog ihren Phaser und feuerte eine Energiesalve auf ihn ab. Er brach zusammen. Sein Gesichtsausdruck war der eines eingefrorenen Fisches.<br \/>\nIhr n\u00e4chster Schuss traf den Borg, der hinter dem Mann gestanden und ihm vor wenigen Sekunden seine Assimilationsr\u00f6hrchen in den Hals gebohrt hatte.<br \/>\nLairis sp\u00fcrte, wie sich ihre Eingeweide zusammenzogen, und sie k\u00e4mpfte gegen den Drang, unkontrolliert zu schluchzen. Nat\u00fcrlich weinte sie der Borgdrohne keine Tr\u00e4ne nach &#8211; doch der Tote zu ihren F\u00fc\u00dfen, der Tote mit dem blutleeren, von Nanosonden zerfressenen Gesicht, war einmal Commander Cliff Darrel gewesen, der Erste Offizier der U.S.S. PRETORIA, eines der vielen Sternenflottenschiffe, die sich in der Schlacht bei WOLF 359 den Borg entgegenstellten.<br \/>\nIch habe Commander Darrel erschossen, ich habe Commander Darrel erschossen &#8230;<br \/>\nSie versp\u00fcrte Brechreiz, ihre Augen wurden feucht, aber sie musste sich zusammenrei\u00dfen. Sie hatte keine andere Wahl, denn die Last des Kommandos lag jetzt auf ihren Schultern. Captain Layton wurde seit gut vier Stunden auf der Krankenstation operiert. Die Decke war einge-st\u00fcrzt und hatte ihn unter sich begraben. Wenn ihn seine inneren Verletzungen nicht umbringen, tun es wahrscheinlich die Borg, dachte Lairis fatalistisch.<br \/>\nCommander Darrels Tod schmerzte sie viel mehr. Weil sie Darrel gemocht hatte: seine Offenheit, sein L\u00e4cheln, seinen Humor &#8230; das ganze Gegenteil von Layton.<br \/>\n\u201eIch fasse es nicht \u2013 die kommen wohl zur Beerdigung!\u201c rief in diesem Moment Lieutenant Wagner, der Steuermann, der dicht neben Lairis in Deckung gegangen war. Schwei\u00dfperlen ran-nen \u00fcber sein Gesicht und er hielt ein Phasergewehr, dessen Lauf so lang war wie sein Arm. Kurze, abgehackte Atemz\u00fcge verwirbelten den Staub in der Luft.<br \/>\nDann kamen sie. Sechs &#8211; nein, sieben &#8211; Borgdrohnen materialisierten sich auf der Br\u00fccke. Mit schweren, mechanischen Schritten kamen sie n\u00e4her und n\u00e4her. Die roten L\u00e4mpchen an ihren Okular-Implantaten sandten scharfe Strahlen aus, die sich durch die Dunkelheit schnitten &#8211; und durch den Dampf, der aus verschiedenen kaputten Leitungen quoll. Es war ein faszinierender Anblick, der Lairis kalte Schauer \u00fcber den R\u00fccken jagte.<\/p>\n<p>\u201eFeuer!\u201c befahl sie schlicht und drei Borgdrohnen fielen unter den Sch\u00fcssen der Crew. Doch die restlichen vier passten ihre Schutzschilde an. Das Phaserfeuer ber\u00fchrte sie nicht mehr.<br \/>\n\u201eHe, ihr wollt uns doch nicht etwa assimilieren, ihr Zombies?!\u201c Lairis versuchte, witzig und tap-fer zu sein, doch ihre Stimme klang d\u00fcnn und verloren, fast wie die eines kleinen M\u00e4dchens.<br \/>\nDa kam ihr eine Idee &#8230; Die Borg mochten zwar gegen Energiewaffen resistent sein \u2013 doch was war mit Materie? Sie griff nach ihrer Armbrust, spannte die Sehne &#8211; und ein etwa drei\u00dfig Zentimeter langer Metallpfeil sauste durch die Luft. Er bohrte sich tief in den Hals eines Borg. Die Drohne gab ein merkw\u00fcrdiges R\u00f6cheln von sich und wirkte f\u00fcr einen Augenblick desorien-tiert. Doch als einer der Br\u00fcckenoffiziere die Gelegenheit nutzte, um zu feuern, zeigte sich, dass die Schilde des Borg noch immer funktionierten. Lairis zielte erneut &#8211; und dieses Mal traf der Pfeil ins Auge. Der Borg fiel um wie eine Statue, der man einen heftigen Tritt versetzt hatte. Dann l\u00f6ste er sich auf. Lairis stie\u00df einen kurzen Jubelschrei aus und Wagner grinste euphorisch. In der Ladevorrichtung von Lairis\u2019 Armbrust befanden sich noch vier Pfeile. Vier Pfeile, drei Borg &#8211; Sie musste gut zielen!<br \/>\nNormalerweise war das kein Problem f\u00fcr sie. Sie hatte viel \u00dcbung im Umgang mit Waffen aller Art und es gelang ihr bei Gefechten immer, irgendwie die Ruhe zu bewahren.<br \/>\nDoch dieser Kampfeinsatz unterschied sich von allen anderen. Dieser Feind war gef\u00e4hrlicher und furchteinfl\u00f6\u00dfender als jeder, dem sie fr\u00fcher gegen\u00fcbergestanden hatte.<br \/>\nEr verwandelte aufrechte M\u00e4nner und Frauen in Monster.<br \/>\nSie versuchte, die Waffe, so gut es ging, ruhig zu halten. Kalter Schwei\u00df lie\u00df ihre Finger glit-schig werden. Der erste Pfeil bohrte sich in die Wange des n\u00e4chsten Borg, erst der zweite traf das Auge. Die n\u00e4chsten beiden Sch\u00fcsse w\u00fcrden auf Anhieb sitzen m\u00fcssen&#8230; Lairis erledigte Drohne Nummer drei, doch Nummer vier schmetterte den letzten Pfeil mit ihrem Arm ab.<br \/>\nLairis k\u00e4mpfte erfolglos gegen das Zittern ihrer H\u00e4nde. Der Borg war jetzt weniger als zwei Meter von ihr entfernt. Die Phasersch\u00fcsse, die die anderen Crewmitglieder auf ihn abfeuerten, waren lediglich ein Ausdruck der Verzweiflung, denn sie verfehlten ihre Wirkung v\u00f6llig. Lairis sa\u00df in der Falle. Die Wege rechts und links waren durch Tr\u00fcmmer verbaut. Schritt f\u00fcr Schritt wich sie vor dem unheimlichen Wesen zur\u00fcck, bis sie im wahrsten Sinne des Wortes mit dem R\u00fccken an der Wand stand.<br \/>\nSie war machtlos gegen ihre Fantasie &#8230; stellte sich vor, wie aus dem metallenen Exoskelett an der Hand des Borg gleich zwei Assimilationsr\u00f6hrchen fahren und sich in ihren Hals bohren w\u00fcrden. Wie Nanosonden sich durch ihre Blutgef\u00e4\u00dfe fra\u00dfen, Borg-Implantate in ihr wuchsen und sich den Weg durch ihr Fleisch bahnten &#8230; Wie ihre Individualit\u00e4t, ihre Pers\u00f6nlichkeit, ihr gesamtes Wesen vom Kollektiv gefressen wurde &#8230;<br \/>\n\u201eWagner, verdammt, tun Sie endlich was!\u201c schrie sie.<br \/>\nDer junge Lieutenant hatte bisher wie versteinert daneben gestanden. Nun l\u00f6ste er sich aus seine Erstarrung und packte sein Phasergewehr &#8211; jedoch nicht, um damit zu schie\u00dfen &#8230;<br \/>\nEr lie\u00df es mit voller Wucht auf den Sch\u00e4del des Borg niedersausen.<br \/>\nDie Drohne drehte orientierungslos den Kopf hin und her. Ihr Maschinenarm zuckte unkontrolliert. Diese Gelegenheit nutzte Lairis, um die Kabel und Schl\u00e4uche, die dem Borg aus dem Hals ragten, die das Lebewesen mit der Maschine verbanden, zu packen und herauszurei\u00dfen. Die Drohne l\u00f6ste sich augenblicklich auf.<br \/>\nMit einem Seufzen der Erleichterung sank Lairis gegen die Wand.<br \/>\nDer Kommunikationsoffizier vergewisserte sich, dass keine weiteren Drohnen an Bord waren.<br \/>\n\u201eBefehle, Commander?\u201c fragte eine m\u00fcde Stimme. Sie geh\u00f6rte dem Waffenoffizier, einem Bolianer, dessen blaue Glatze vor Schwei\u00df gl\u00e4nzte. Neben ihm stand F\u00e4hnrich Beldan, eine junge Betazoidin mit gro\u00dfen, angsterf\u00fcllten Augen.<br \/>\nLairis strich sich eine Haarstr\u00e4hne aus der Stirn, was einen breiten Streifen von Dreck auf ihrem fast klassisch sch\u00f6nen Gesicht hinterlie\u00df. \u201eBringen wir uns in Sicherheit, solange wir noch k\u00f6nnen.\u201c Sie kam sich feige und sch\u00e4big vor, als sie das sagte, doch sie wu\u00dfte, dass die PRETORIA keinen weiteren Kampf \u00fcberstehen konnte. Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind auf diesem Schiff w\u00fcrde get\u00f6tet oder assimiliert werden! Ihre zehnj\u00e4hrige Tochter Julianna war an Bord, musste zusammen mit den anderen Zivilisten in einem \u201esicheren\u201c Bereich ausharren &#8230; Hoffentlich ist sie vor Angst nicht schon verr\u00fcckt geworden, dachte Lairis besorgt.<br \/>\nDer Bolianer r\u00e4usperte sich. \u201eBei allem Respekt, aber &#8230; Die Flotte im Stich lassen?\u201c<br \/>\n\u201eIhr Kampfgeist in allen Ehren, aber wir haben keine Waffen und keinen Warpkern mehr. Selbst wenn wir Kamikaze fliegen, gibt das nicht mal eine Delle im Kubus. Wir k\u00f6nnen den Borg keinen Schaden mehr zuf\u00fcgen \u2013 im Gegenteil: Wenn wir hier bleiben, liefern wir ihnen zweihundert Drohnen auf dem silbernen Tablett. Also nichts wie weg hier!\u201c<br \/>\nF\u00fcr Julianna! f\u00fcgte sie in Gedanken hinzu. F\u00fcr jedes lebende Individuum auf diesem Schiff.<br \/>\nDen Rest der Schlacht verbrachte die PRETORIA angekuschelt an kahlen Felsboden im Krater eines Mondes. Wagner hatte wahre Glanzleistungen der Flugkunst vollbracht, um dorthin zu gelangen, Phaserblitzen und Photonentorpedos auszuweichen und dabei die Aufmerksamkeit der Borg nicht zu erregen.<br \/>\nLayton h\u00e4tte es verstanden, wenn er dabei gewesen w\u00e4re &#8230; Doch er hatte die weniger glor-reiche H\u00e4lfte der Schlacht auf der Krankenstation verschlafen. Es war ein geh\u00e4ssiger Gedanke, der sich Lairis immer wieder aufdr\u00e4ngte, wenn sie ihren Captain auf seinen Kr\u00fccken durchs Schiff humpeln sah. Sie verstand genug von der Sternenflottenmedizin, um zu wissen, dass der Knochenregenerator ganze Arbeit geleistet hatte und die Verletzungen nach drei Wochen l\u00e4ngst ausgeheilt sein mussten &#8230; aber Layton liebte diese martialische Kriegsveteranenpose viel zu sehr. Er w\u00e4re so gern ein Held geworden \u2013 jetzt war er nur ein \u00dcberlebender.<br \/>\n\u201eZum Teufel, Ihre Pflicht war es, die Stellung zu halten und die F\u00f6deration zu verteidigen \u2013 nicht, Katz und Maus mit den Borg zu spielen!\u201c schrie er seinen taktischen Offizier an.<br \/>\n\u201eWir sind doch nicht desertiert! Wir haben gek\u00e4mpft, so gut wir konnten!\u201c verteidigte sich Lairis. \u201eWenn wir mit der PRETORIA noch irgendeine winzige Chance gehabt h\u00e4tten, den Feind &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eSie wollen mir doch nicht weismachen, Sie h\u00e4tten keine Chance gehabt! Das Schiff war immerhin flugf\u00e4hig und nicht etwa kurz vorm explodieren!\u201c<br \/>\n\u201eBei allem Respekt, aber mit aussichtslosem Heldenmut w\u00e4re ich beim bajoranischen Untergrund nicht sehr weit gekommen!\u201c<br \/>\n\u201eSie sind jedoch nicht mehr im bajoranischen Busch, sondern in der Sternenflotte. Also gew\u00f6hnen Sie sich besser an die Befehlshierarchie!\u201c<br \/>\n\u201eFast alle Leute, die in dieser Befehlshierarchie \u00fcber Ihnen stehen, sind auf meiner Seite\u201c, erwiderte sie n\u00fcchtern. \u201eEs gab keinen Befehl, um jeden Preis die Stellung zu halten \u2013 also k\u00f6nnen Sie mich auch nicht vors Kriegsgericht bringen, weil ich die Crew gerettet habe!\u201c<br \/>\n\u201eIch wei\u00df, Sie wurden f\u00fcr Ihr feiges Fluchtman\u00f6ver sogar bef\u00f6rdert. Weil die PRETORIA dank Ihnen noch in einem St\u00fcck ist. Trotzdem will ich Sie nicht als Ersten Offizier. Hier ist Ihre Ver-setzungsurkunde \u2013 melden Sie sich \u00fcbermorgen auf der U.S.S. CASABLANCA.\u201c<br \/>\n\u201eVerstanden, Sir.\u201c Lairis nahm das Datenpad entgegen. Zur \u00dcberraschung ihres Captains l\u00e4chelte sie. \u201eKann ich offen sprechen?\u201c<br \/>\n\u201eNur zu, Commander!\u201c<br \/>\n\u201eSie sind lebendig, Sie sind gesund und Sie schleppen keinen Borgpanzer mit sich herum. Betrachten Sie es als Geschenk, Sir! Oder st\u00f6rt es Sie, dass jemand anderes als Sie die Lorbeeren einheimst?\u201c War ihm seine Profilneurose wichtiger als sein Leben?<br \/>\n\u201eDas reicht. Wegtreten, Commander Ich will Sie nie wieder sehen.\u201c<br \/>\nLairis ahnte tief im Inneren, dass dieser Wunsch nicht in Erf\u00fcllung gehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"mitte\"><strong> Sieben Jahre sp\u00e4ter&#8230;<\/strong><\/p>\n<p class=\"mitte\">\n<h5>1. Kapitel: Eine Warnung an Quark<\/h5>\n<p>\u201eQuark, Sie widerliches kleines Henkelohrenmonster!\u201c<br \/>\nDer Ferengi &#8211; Besitzer der meistbesuchten Bar auf der Raumstation DEEP SPACE NINE &#8211; verzog das Gesicht. Auch wenn die meisten G\u00e4ste diese h\u00e4sslichen Worte nicht geh\u00f6rt hatten &#8211; woran ohne Zweifel der hohe Ger\u00e4uschpegel in diesem Etablissement Schuld war &#8211; so fuhren sie doch Quark schmerzhaft in die Ohren.<br \/>\nEs war eine weibliche Stimme, bajoranisch &#8211; und verdammt w\u00fctend. Quark wollte gerade mit seinem obligatorischen \u201eHallo Major Kira! Was kann ich f\u00fcr Sie tun?\u201c antworten, doch diese Frau war nicht Major Kira. Quark fuhr herum. Die Bajoranerin war eine \u00e4u\u00dferst attraktive Erscheinung, trotz der zackigen r\u00f6tlichen Narbe an ihrer linken Schl\u00e4fe. Ihr schlanker, wohlproportionierter K\u00f6rper steckte in einer ma\u00dfgeschneiderten Starfleet-Uniform, ihr langes kastanienbraunes Haar war im Nacken zu einem lockeren Knoten geschlungen und ihre ausdrucksvollen Augen \u2013 braun mit grasgr\u00fcnen Flammen rund um die Pupille \u2013 funkelten ihn herausfordern an.<br \/>\nVor allem aber kam sie dem Ferengi auf merkw\u00fcrdige Weise bekannt vor&#8230;<br \/>\n\u201eIlana!\u201c rief er, als er es endlich geschafft hatte, sie einzuordnen.<br \/>\n\u201eF\u00fcr Sie Captain Lairis\u201c, erwiderte die Bajoranerin k\u00fchl.<br \/>\n\u201eCaptain? Oh, Sie haben es weit gebracht!\u201c<br \/>\nLairis Ilana antwortete nicht, sondern knallte ihm wortlos einen Datenblock auf die Theke. Das Bild zeigte eine sehr sp\u00e4rlich bekleidete junge Frau, die sich aufreizend auf einem Dabo-Tisch r\u00e4kelte. Quark riss vor \u00dcberraschung die Augen auf \u2013 gro\u00dfe blaue Kullern, die von violetten Schatten umrahmt waren. Doch er fasste sich relativ schnell wieder. Ganz offensichtlich angetan von dem, was er sah, fuhr er l\u00fcstern sich mit der Zungenspitze \u00fcber die Lippen.<br \/>\n\u201eHinrei\u00dfend, nicht wahr!\u201c<br \/>\nLairis starrte ihn noch immer w\u00fctend an.<br \/>\n\u201eNaja, Sie m\u00fcssen verstehen, Captain, das Bild ist immerhin zwanzig Jahre alt und&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eMan kann mich aber immer noch erkennen\u201c, entgegnete sie hitzig.<br \/>\n\u201eDas stimmt, Sie haben sich kein bisschen ver\u00e4ndert in diesen zwanzig harten Jahren! So wundersch\u00f6n wie eh und je&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eH\u00f6ren Sie auf mit dieser elenden Schleimerei, Quark!\u201c fuhr die Bajoranerin ihn an.<br \/>\n<em> Mein Schiff wird verschrottet und mein guter Ruf gleich dazu &#8230; <\/em>Prima, dank dieses sabbernden kleinen Latinum-Fetischisten wusste jetzt also der halbe Alpha-Quadrant, womit Captain Lairis Ilana ihr Geld verdient hatte, bevor sie zur Sternenflotte gegangen war. Nicht, dass sie sich sonderlich daf\u00fcr gesch\u00e4mt h\u00e4tte &#8230; Der Job als Dabo-M\u00e4dchen hatte nicht gerade ihre gesellschaftliche Stellung gehoben, aber ihre Familie vor dem Verhungern bewahrt.<br \/>\nLairis wollte lediglich verhindern, dass jemand aus ihrer Crew das lebensgro\u00dfe Holoplakat neben dem Eingang sah. Das w\u00e4re ihr doch verdammt peinlich gewesen! \u201eWissen Sie, Quark, ich w\u00fcrde jetzt liebend gern Chief O\u2019Briens Dartpfeile nehmen und damit ihre h\u00e4sslichen Ohren an die Wand nageln \u2013 aber das w\u00e4re wohl K\u00f6rperverletzung und schlecht f\u00fcr meine Karriere, also&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eRichtig, das ist diese Kr\u00f6te wirklich nicht wert!\u201c ert\u00f6nte pl\u00f6tzlich eine Stimme hinter ihnen.<br \/>\nLairis drehte sich um. In ihrem \u00c4rger \u00fcber Quark hatte sie fast vergessen, weshalb sie diese Bar eigentlich aufgesucht hatte: um ihre alte Freundin Kira Nerys wiederzusehen.<br \/>\nKira l\u00e4chelte warm und die beiden Frauen umarmten sich.<br \/>\n\u201eSch\u00f6n, dass du kommen konntest, Nerys!\u201c<br \/>\n\u201eIch bin froh, dich zu sehen, Ilana!\u201c<br \/>\nSie gingen zu dem Tisch, den Major Kira reserviert hatte.<br \/>\n\u201eIch kann mir schon denken, weshalb du Quark in die Zange genommen hast\u201c, sagte Kira.<br \/>\n\u201eEs ist ja auch kaum zu \u00fcbersehen\u201c, entgegnete Lairis trocken.<br \/>\n\u201eWas darf ich den Damen bringen?\u201c fragte Quark \u00fcbertrieben freundlich.<br \/>\n\u201eZwei mal bajoranischen Fr\u00fchlingswein bitte!\u201c bestellte Kira. \u201eAch ja, und entfernen Sie Ilanas Bild aus Ihrer Schmuddelecke!\u201c<br \/>\nQuark verdrehte die Augen. \u201eJa ja, nat\u00fcrlich! Ich werde mich so bald es geht, darum k\u00fcmmern &#8211; aber im Moment warten sehr viele ungeduldige Kunden auf mich!\u201c<br \/>\n\u201eQuark, erinnern Sie sich noch an meine Kollegin Linatrel?\u201c fragte Lairis Ilana zuckers\u00fc\u00df.<br \/>\nDer Ferengi fauchte ver\u00e4chtlich. \u201eWie k\u00f6nnte ich dieses H\u00f6llenweib vergessen! Packt mich an den Ohren und schleift mich \u00fcber das halbe Promenadendeck! Dabei wollte ich doch nur ein bisschen Umox&#8230;\u201c<br \/>\nLairis und Kira lachten lauthals.<br \/>\n\u201eWie ich sehe, haben Sie nicht viel daraus gelernt, Quark\u201c, meinte Kira.<br \/>\n\u201eDoch, er hat nie wieder eine Cardassianerin als Dabo-M\u00e4dchen eingestellt\u201c, konterte Lairis, w\u00e4hrend Quark sich \u00e4rgerlich davon trollte.<br \/>\n\u201eWas macht die W\u00fchlmaus-Plage?\u201c fragte sie dann, an Kira gewandt.<br \/>\n\u201eChief O\u2019Brien arbeitet daran\u201c, erwiderte der Major und l\u00e4chelte.<br \/>\n\u201eAch, ich dachte, er w\u00e4re Ingenieur und kein Kammerj\u00e4ger!\u201c<br \/>\n\u201eDer Chief ist ein Mann mit vielen Talenten!\u201c<br \/>\nCaptain Lairis lachte leise.<br \/>\n\u201eIch muss schon sagen, da hast du uns ganz sch\u00f6n was eingebrockt, Ilana!\u201c<br \/>\n\u201eNaja, wenn ich geahnt h\u00e4tte, dass diese Station eines Tages an die F\u00f6deration f\u00e4llt, h\u00e4tte ich mir vielleicht was anderes einfallen lassen\u201c, entgegnete Lairis und l\u00e4chelte schuldbewusst.<br \/>\nDas so genannte \u201eW\u00fchlmaus-Inferno\u201c geh\u00f6rte zu den wenigen lustigen Geschichten, die es \u00fcber die cardassianische Besetzung zu erz\u00e4hlen gab. Als Neuling im bajoranischen Widerstand hatte Lairis Ilana einmal die Getreidevorr\u00e4te auf TEROK NOR mit Hormonen pr\u00e4pariert, die die W\u00fchlm\u00e4use dazu brachten, sich pro Jahr drei bis vier mal h\u00e4ufiger als \u00fcblich zu paaren. War die vorhandene Population schon vorher ein \u00c4rgernis gewesen, wurden die M\u00e4use nun zum echten Problem. Nat\u00fcrlich vor allem f\u00fcr die Cardassianer.<br \/>\n\u201eSchade, dass Professor Merak inzwischen gestorben ist\u201c, sagte Lairis zu Kira. \u201eIch bin nie dazu gekommen ihr ein Dankschreiben zu schicken.\u201c<br \/>\n\u201eWer ist Professor Merak?\u201c<br \/>\n\u201eEine cardassianische Wissenschaftlerin, die sich auf vergleichende S\u00e4ugetier-Physiologie spezialisiert hat.\u201c Sie zitierte aus einem imagin\u00e4ren Brief: \u201eSehr geehrte Frau Professor Merak, obwohl ich Ihre Vorlesungen nie pers\u00f6nlich besucht, sondern lediglich aus dem Datennetz gesaugt habe, haben sie mir sehr viel gegeben. Besonders Ihr Vortrag \u00fcber die Biologie cardassianischer W\u00fchlm\u00e4use war nicht nur interessant und informativ, sondern auch \u00e4u\u00dferst praxisrelevant! Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen \u2013 Captain Lairis Ilana, ehemalige Anf\u00fchrerin der Widerstandszelle Gabor&#8230;\u201c Lairis liebte es, Kira zum lachen zu bringen. Deshalb war sie auch ziemlich entt\u00e4uscht, als ihre Freundin das Thema wechselte und dabei \u2013 ohne es zu wollen \u2013 einen wunden Punkt bei ihr ber\u00fchrte&#8230;<br \/>\n\u201eIch habe geh\u00f6rt, dass dein Schiff verschrottet werden soll\u201c, begann Kira, als sie endlich aufh\u00f6ren konnte, zu lachen. \u201eDas tut mir leid!\u201c<br \/>\nLairis verzog das Gesicht. \u201eMir auch. Die CASABLANCA ist \u00fcber achtzig Jahre alt und dauernd geht irgendwas an ihr kaputt. Wir alle haben sie schon mal einen \u2018alten Schrotthaufen\u2019 genannt \u2013 aber trotzdem &#8230; wenn ich wenigstens w\u00fcsste, was jetzt aus uns wird &#8230;\u201c<br \/>\nKiras blick war v\u00f6llig verst\u00e4ndnislos. \u201eWieso sollte die Sternenflotte keinen Platz f\u00fcr dich und deine Crew finden?\u201c<br \/>\n\u201eF\u00fcr meine Crew? Vielleicht. Aber seit Layton Chef des Sternenflottenkommandos ist, stehe ich auf der Hitliste beliebter Captains nicht gerade oben.\u201c<br \/>\n\u201eStandest du dort jemals?\u201c fragte Kira unverbl\u00fcmt.<br \/>\n\u201eWohl kaum\u201c, erwiderte sie mit einem halben L\u00e4cheln. \u201eIch war nie etwas Besonderes, guter Durchschnitt auf der Akademie &#8230; das hat mir gereicht. Julianna war mir wichtiger als irgendwelche Zahlen auf meinem Zeugnis.\u201c<br \/>\n\u201eIch habe zwar keine Ahnung von Zeugnissen oder den Anforderungen auf der Sternenflottenakademie \u2013 aber wenn du behauptest, du w\u00e4rst nichts Besonderes, hast du keine Ahnung von dir selbst, Ilana!\u201c<br \/>\n\u201eMag sein.\u201c Sie l\u00e4chelte nicht mehr, sondern sah Kira mit merkw\u00fcrdig verhangenen Augen an.<br \/>\n\u201eTrotzdem verstehe ich nicht, weshalb du etwas dagegen hast, dass Juliannas Vater dir beisteht\u201c, sinnierte der Major.<br \/>\n\u201eJulianna bei Fred lassen? Damit er sie mit all seiner flauschigen, rosaroten Zuckerwatte voll stopft? Dass Kinder keinen Zwang vertragen, wahre Freiheit nur im Nacktsein liegt und so ein Unsinn? Ich w\u00e4re v\u00f6llig verzweifelt bei dem Versuch, sie auf ein ganz normales Leben vorzubereiten \u2026 ein Leben voller Kleidung, Pflichten und anderer schrecklicher Zw\u00e4nge.\u201c<br \/>\n\u201eAber er h\u00e4tte wenigstens erfahren sollen &#8230;\u201c<br \/>\nSie sch\u00fcttelte kaum merklich den Kopf. \u201eAls ich Fred kennenlernte, war ich gerade zwanzig, im zweiten Jahr auf der Akademie \u2026 es passierte auf einem Klassenausflug nach Risa. Frederik, ganz in Schwarz gekleidet, protestierte gegen die Zerst\u00f6rung der risianischen \u00d6kosysteme durch den Massentourismus \u2026\u201c<br \/>\n\u201eEr hat auf die wahre Freiheit des Nacktseins verzichtet?\u201c<br \/>\nLairis konnte nicht anders, als unbeherrscht zu lachen. \u201eIch sch\u00e4tze mal, es war ihm zu kalt an diesem Tag. Dank seiner neo-alternativen Kumpane, die gerade das Wetterkontrollsystem lahm gelegt hatten. Als es wieder in Betrieb war, befreite er sich als erstes von seinem Klamotten \u2013 und zwar vor den Augen einiger sehr pr\u00fcde wirkender Abraxaner. Ich war hin und weg.\u201c<br \/>\n\u201eSah er so gut aus?\u201c<br \/>\n\u201eEigentlich war er ein bisschen zu d\u00fcrr f\u00fcr meinen Geschmack. Aber ich habe noch nie jemanden kennen gelernt, der mit so viel Begeisterung gegen den Strom geschwommen ist. Klar, auf Bajor k\u00e4mpften wir auch leidenschaftlich f\u00fcr eine gerechte Sache \u2013 aber die Cardis hatten uns so sehr in die Enge getrieben, dass uns nichts anderes \u00fcbrig blieb. Frederik dagegen lebt in der F\u00f6deration, wo niemand hungern muss oder mitsamt seinem Haus in die Luft gesprengt wird. Er h\u00e4tte eigentlich zufrieden in der Sonne liegen k\u00f6nnen und warten, bis die gebratenen Paradiesv\u00f6gel in seinen Mund fliegen &#8230; Aber das war nicht sein Charakter. F\u00fcr mich war er ein Mann, der anderen die Augen ge\u00f6ffnet hat \u2013 f\u00fcr Probleme, die niemand wahrhaben wollte \u2026 f\u00fcr die Schattenseiten seiner scheinbar perfekten Welt.\u201c<br \/>\n\u201eDeshalb hast du dich in ihn verliebt.\u201c<br \/>\nLairis nickte. \u201eDas Problem war, dass Frederik nur spielen und nicht wirklich k\u00e4mpfen wollte. Er umgab sich mit diesem d\u00fcsteren Image, weil es ihm Spa\u00df machte, sich von der Masse abzuheben. Tritt den Leuten auf die Zehen, dann beachten sie dich wenigstens \u2026 Das war sein heimliches Lebensmotto. Aber wenn er geahnt h\u00e4tte, was wir manchmal tun mussten, um unsere Welt von den Cardis zu befreien &#8230; Er h\u00e4tte es nie verstanden und ich konnte ihn nicht mehr verstehen. Als ich erfuhr, dass ich schwanger bin, hatten wir uns schon getrennt. Trotzdem hab ich lange \u00fcberlegt, ob ich es ihm sage &#8230; aber dann dachte ich, es w\u00e4re besser, ihn in seiner Unbek\u00fcmmertheit zu lassen. Er w\u00e4re gern Familienvater gewesen und wahrscheinlich h\u00e4tte er sogar das Sorgerecht gekriegt. Ich bin ja in der Sternenflotte und deshalb schon per Definition eine schlechte Mutter &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eDu hattest also Angst, dein Kind zu verlieren\u201c, begriff Kira.<br \/>\n\u201eJa\u201c, erwiderte Lairis schlicht.<br \/>\nIn diesem Augenblick meldete sich ihr Kommunikator. \u201eCaptain, eine gewisse Lieutenant Commander T\u2019Liza bittet, an Bord kommen zu d\u00fcrfen\u201c, ert\u00f6nte die Stimme ihres Ersten Offiziers, Commander Jerad Silgon. \u201eSie will das Schiff besichtigen.\u201c<br \/>\n\u201eWarum nicht? Immer rein in die gute Stube! Die Gelegenheit ergibt sich nie wieder.\u201c<br \/>\n\u201eWie du meinst, Captain!\u201c Seine Stimme klang leicht am\u00fcsiert, und obwohl kein visueller Kontakt bestand, konnte Lairis sein schelmisches L\u00e4cheln vor sich sehen.<\/p>\n<h5>2. Kapitel: Adieu, Casablanca!<\/h5>\n<p>Eine Eigenart \u00e4lterer Schiffe war, dass man dem Computer vieles nicht verbal befehlen konnte, sondern daf\u00fcr irgendwelche Kn\u00f6pfe dr\u00fccken musste. Wie zum Beispiel, um einen Turbolift zu rufen &#8230; Captain Lairis Ilana strich gedankenverloren, ja beinahe z\u00e4rtlich \u00fcber das Armaturenbrett, das aussah, als stammte es direkt aus dem Raumfahrtmuseum. Als der Turbolift endlich kam und die T\u00fcr zur Seite glitt, stand Lairis pl\u00f6tzlich einer fremden Frau in blauer Starfleet-Uniform gegen\u00fcber. Ein Ausdruck des Wiedererkennens, des Schmerzes und des ungl\u00e4ubigen Erstaunens lag in den gro\u00dfen grauen Augen der Unbekannten.<br \/>\n\u201eCoraz\u00f3n\u201c, fl\u00fcsterte sie kaum h\u00f6rbar.<br \/>\n\u201eCoraz\u00f3n?\u201c wiederholte Lairis verst\u00e4ndnislos. War das vielleicht irgendein Gott? Sie verga\u00df glatt, dass sie eigentlich in den Lift steigen wollte.<br \/>\nIm n\u00e4chsten Moment gab sich die Frau wieder so f\u00f6rmlich, wie es sich f\u00fcr einen Offizier der Sternenflotte einem rangh\u00f6heren Offizier gegen\u00fcber ziemte. \u201eBitte entschuldigen Sie mein unangemessenes Verhalten, Captain! Sie haben mich &#8230; an eine alte Freundin erinnert.\u201c<br \/>\n\u201eEs muss eine ungew\u00f6hnlich gute Freundin gewesen sein\u201c, erwiderte Lairis nachdenklich, ohne ihren Blick vom Gesicht der Fremden abzuwenden. \u201eLieutenant Commander T\u2019Liza?\u201c<br \/>\n\u201eDas ist richtig, Captain Lairis Ilana.\u201c<br \/>\n\u201eDann brauche ich mich wohl nicht mehr vorzustellen.\u201c T\u2019Liza \u2013 der Name klang vulkanisch, und Lairis begriff nun, weshalb sie ihn nicht sofort mit der Fremden im Turbolift in Verbindung gebracht hatte. Die Frau trug ihr Haar l\u00e4nger als jeder andere Vulkanier, den sie kannte. Es war schwarz, dicht und gl\u00e4nzend und reichte ihr bis \u00fcber die Schultern. Damit verdeckte es nat\u00fcrlich ihre Ohren. Doch der bla\u00dfgr\u00fcne Schimmer auf ihren Wangen und die spitz nach oben zulaufenden Augenbrauen gaben ebenfalls Hinweis auf ihre Rasse.<br \/>\n\u201eEs lag am Licht und an Ihrem Nehau, dass ich sie f\u00fcr jemand anderen hielt, Captain.\u201c<br \/>\n\u201eIch hoffe, ich entt\u00e4usche Sie nicht, wenn Sie mich in normalem Licht betrachten?\u201c Es war wohl die merkw\u00fcrdigste Frage, die Lairis je gestellt hatte. Aber T\u00b4Liza war auch mit Abstand die merkw\u00fcrdigste Vulkanierin, die ihr je begegnet war.<br \/>\n\u201eCaptain, Sie haben mit Sicherheit schon unz\u00e4hlige Leute \u00fcberrascht, ver\u00e4rgert, gerettet, geliebt, befreit, verunsichert, inspiriert und gequ\u00e4lt. Aber noch nie jemanden entt\u00e4uscht. Bis auf Admiral Layton.\u201c<br \/>\n\u201eSie kennen Layton? Jetzt \u00fcberraschen Sie mich!\u201c<br \/>\n\u201eIch bin seine Counselor.\u201c<br \/>\n\u201eEr ist sicher ein schwieriger Patient.\u201c<br \/>\n\u201eEin beunruhigender! Ich w\u00fcnsche Ihnen ein langes Leben und Frieden.\u201c<br \/>\n\u201eLanges Leben und Erfolg\u201c, gr\u00fc\u00dfte Lairis zur\u00fcck.<br \/>\nNoch etwas benommen betrat sie den Turbolift und betete zu den Propheten, dass er nicht wieder auf halbem Wege ausfallen m\u00f6ge, wie er es in letzter Zeit so oft getan hatte. Doch der Lift brachte sie ohne Zwischenf\u00e4lle zur Br\u00fccke, so als wollte das Schiff ein letztes Mal beweisen, dass es der Sternenflotte noch immer gute Dienste leisten konnte.<br \/>\n\u201eNa, hast du schon die Daten f\u00fcr den Totengr\u00e4ber zusammengestellt?\u201c begr\u00fc\u00dfte Lairis ihren Ersten Offizier mit dem Anflug eines wehm\u00fctigen L\u00e4chelns.<br \/>\n\u201eKlar.\u201c Jerad, ein gro\u00dfer, kr\u00e4ftiger Trill mit scharf geschnittenen Z\u00fcgen, tiefen Gr\u00fcbchen und leicht ergrauten Haare, aktivierte sein Datenpad. \u201eU.S.S. CASABLANCA, NCC-2518-A, Excelsior-Klasse, in den Dienst gestellt: 2292 oder auch Sternzeit 9342.1, 470 Mann Besatzung.\u201c<br \/>\n\u201eCoraz\u00f3n Inserra\u201c, murmelte Lairis pl\u00f6tzlich.<br \/>\n\u201eWie bitte?\u201c<br \/>\n\u201eDer erste Captain der CASABLANCA &#8230; Es war eine Frau und ihr Name war Coraz\u00f3n Inserra.\u201c<br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich. Nur eine Frau kann ein Raumschiff CASABLANCA nennen\u201c, l\u00e4sterte Jerad.<br \/>\n\u201eAch, das wusstest du nicht?\u201c<br \/>\n\u201eJa, ja Schande \u00fcber mich!\u201c Jerad grinste immer noch. \u201eDie Geschichte eines Raumschiffs, das schon seinen Cluster auf dem Schrottplatz reserviert hat &#8230; nein, das ist mir einfach zu deprimierend, so etwas \u00fcberlasse ich meinem Captain.\u201c<br \/>\n\u201eVielen Dank auch!\u201c<br \/>\n\u201eWas meinst du: Wollen wir uns einen Logbucheintrag dieser Captain Insarra ansehen?\u201c<br \/>\n\u201eBist du sicher, dass du davon nicht depressiv wirst?\u201c<br \/>\n\u201eIch werde es \u00fcberleben. Jetzt bin ich neugierig.\u201c<br \/>\nViele Crewmitglieder verkniffen sich nur m\u00fchsam ein Kichern.<br \/>\n\u201eF\u00e4hnrich Wheeler?\u201c<br \/>\nDie blonde junge Frau hinterm Steuer wandte sich um. \u201eJa, Captain?\u201c<br \/>\n\u201eWas meinen Sie: Schafft es der alte Dampfer noch bis zur Erde?\u201c<br \/>\n\u201eWarum nicht? Solange wir nicht schneller als Warp 5 fliegen &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eSind wir \u00fcberhaupt jemals schneller geflogen, F\u00e4hnrich?\u201c<br \/>\n\u201eNicht in meiner Schicht, Captain.\u201c Wheeler l\u00e4chelte.<br \/>\n\u201eAlso dann &#8230; Energie! Ich m\u00f6chte die High-School-Abschlussfeier meiner Tochter nicht verpassen.\u201c<br \/>\nDoch kaum hatte F\u00e4hnrich Wheeler den Warpantrieb aktiviert, fing ihre Konsole uns\u00e4glich an zu brummen. \u201eHilfe, das h\u00f6rt sich ja an, wie das Antigrav-Moped von meinem Ex!\u201c<br \/>\n\u201eSo lange es fliegt &#8230;\u201c erwiderte der Captain fatalistisch.<br \/>\nJerad folgte ihr in den Bereitschaftsraum.<br \/>\nSie schaltete den Terminal ein und begann, Dateien aus dem Archiv herunter zu laden. Das 3D-Foto einer Frau in einer roten Starfleet-Uniform aus dem sp\u00e4ten 23. Jahrhundert zog sie sofort in seinen Bann. Die Frau war eine Humanoide und etwa vierzig Jahre alt. Ihre Haare waren r\u00f6tlicher als die von Lairis, die Augen gr\u00fcner und nat\u00fcrlich hatte Captain Inserra auch keine bajoranischen Riffeln auf dem Nasenr\u00fccken. Dennoch &#8230;<br \/>\n\u201eSie sieht dir wirklich sehr \u00e4hnlich\u201c, stellte auch Commander Silgon fest.<br \/>\n\u201eWas T\u00b4Liza wohl meinte, als sie sagte, mein Nehau w\u00fcrde sie an Coraz\u00f3n erinnern?\u201c<br \/>\n\u201eNehau &#8230;\u201c Jerad \u00fcberlegte. \u201eIch glaube, damit bezeichnen Vulkanier die Ausstrahlung eines anderen, die Aura oder wie immer man das nennen mag.\u201c<br \/>\n\u201eHmm &#8230; welchen Eintrag soll ich abspielen?\u201c<br \/>\n\u201eEgal. Meinetwegen den Allerersten.\u201c Jerad legte seine H\u00e4nde auf ihre Schultern und streifte ihren Nacken mit einem fl\u00fcchtigen Kuss.<br \/>\n\u201ePers\u00f6nliches Computerlogbuch, Captain Inserra, Sternzeit 9346.2&#8230;\u201c ert\u00f6nte Coraz\u00f3ns dunkle, rauchige Stimme. \u201eEs war gar nicht einfach, dem Sternenflottenkommando zu erkl\u00e4ren, weshalb ich die CASABLANCA zu Bruch fliegen musste. Mir hat es ja auch in der Seele wehgetan. Sie war ein gutes Schiff, und ich werde sie vermissen. Aber die verdammten Klingonen waren dabei, das Chanara-System zu erobern. Die einzige Chance, sie zu besiegen, war, ihr Flaggschiff zu zerst\u00f6ren. Aber zerst\u00f6r\u2019 erst mal einen Kreuzer der Vor\u2019Cha-Klasse! Mit Phasern und Torpedos l\u00e4sst sich da nicht viel machen&#8230; Also hab\u2019 ich die Crew evakuiert und direkten Kurs auf dieses Monstrum genommen. Ich kam mir vor wie einer dieser lebensm\u00fcden japanischen Kamikaze-Piloten! Zu sterben hatte ich allerdings nicht vor. Wenige Sekunden, bevor die CASABLANCA in die \u00e4u\u00dferen Plasmaverteiler des Klingonen-Kreuzers gekracht ist, hat mich Kerala von Bord gebeamt. Himmel, war das knapp!<br \/>\nDann sa\u00df ich mit meiner Crew auf diesem gr\u00e4sslichen Klasse-L-Planeten fest&#8230; Da war es sogar noch hei\u00dfer und staubiger als auf Vulkan! Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass das m\u00f6glich ist&#8230; Zum Gl\u00fcck wurden wir bald von der LANZELOT hochgebeamt. Den Kampf hatten unsere Leute inzwischen gewonnen. Durch den Crash mit der CASABLANCA war das Flaggschiff explodiert und hatte vier \u2018Birds of Prey\u2019 mitgerissen. Ich will mich ja nicht selber loben, aber ich glaube, das war es, was die Schlacht zugunsten der Sternenflotte entschieden hat.<br \/>\nUnd dann verstehe einer diese Admir\u00e4le&#8230; Erst h\u00e4ngen sie mir eine Tapferkeitsmedaille um den Hals und dann schmei\u00dfen sie mir Verschwendung von Ressourcen vor! Und nat\u00fcrlich Versto\u00df gegen das Starfleet-Protokoll f\u00fcr die Kriegf\u00fchrung in bewohnten Sternensystemen. Verdammt, die sollten erst mal gegen diese blutr\u00fcnstigen, klingonischen Wikinger k\u00e4mpfen &#8211; dann w\u00fcssten sie, was ihr dusseliges Protokoll wert ist!<br \/>\nAber, was beschwere ich mich \u00fcberhaupt &#8230; Schlie\u00dflich hab\u2019 ich heute das Kommando \u00fcber dieses Prachtst\u00fcck erhalten! Excelsior-Klasse &#8211; der letzte Schrei! Angeblich hat sie sogar Transwarp-Antrieb, aber als ich ihn ausprobieren wollte, ist mir gleich der Warpkern abgesoffen! Soviel zum Fortschritt&#8230;<br \/>\nNat\u00fcrlich tr\u00e4gt auch dieses Schiff den wundervollen Namen CASABLANCA. Die meisten denken, ich h\u00e4tte es nach einer Stadt auf der Erde benannt, aber das stimmt nicht ganz&#8230; \u2018Casablanca\u2019 ist der Titel eines Filmklassikers aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Es ist mir ein wenig peinlich, das zuzugeben, aber ich habe eine Schw\u00e4che f\u00fcr alte Liebesfilme&#8230;\u201c<br \/>\nJerad pfiff durch die Z\u00e4hne. \u201eInteressante Frau! Es w\u00fcrde ihr gar nicht gefallen, dass ihr geliebtes Schiff einfach in seine Einzelteile zerlegt wird, wie ein alter K\u00fcchenmixer.\u201c<br \/>\nLairis nickte betr\u00fcbt. \u201eNach Wolf 359 haben wir die CASABLANCA nie wieder richtig flott gekriegt. Unter meinem Kommando hatte sie das Gnadenbrot, die wirklich aufregenden Missionen haben wir nat\u00fcrlich nicht bekommen.\u201c<br \/>\n\u201eTausendmal aufregender als das, was ich fr\u00fcher machen musste.\u201c Jerad verzog das Gesicht. \u201eDie sagenhafte Relaisstation R-27, ein wahres Eldorado der Langeweile. Nicht mal der Maquis hat sich in unsere Gegend verirrt. Dabei w\u00e4re ein kleines Gefecht genau das gewesen, was meine Crew gebraucht h\u00e4tte, um wieder ein bisschen lebendiger zu werden &#8230; Aber wer interessiert sich schon f\u00fcr eine Raumstation mit f\u00fcnf Mann Besatzung in einem besonders d\u00fcnn besiedelten Teil der Entmilitarisierten Zone. Ich bin dir wirklich dankbar, dass du mich dort rausgeholt hast! Noch zwei Jahre in dieser Blechb\u00fcchse und du h\u00e4ttest mich zu meinen tierischen Vorfahren ins Primatengehege stecken k\u00f6nnen!\u201c<br \/>\nSie lachte, doch seine Augen wurden pl\u00f6tzlich schmal. \u201eIch hoffe, du hast mich nicht nur zu deinem Ersten Offizier gemacht, weil du dir die Schuld f\u00fcr meinen Karriereknick gibst!\u201c<br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich f\u00fchle ich mich mitverantwortlich f\u00fcr das, was damals passiert ist\u201c, erwiderte Lairis ernst. \u201eAber ich w\u00fcrde dich ganz bestimmt nicht zu meinem Ersten Offizier ernennen, nur um irgendwelche Fehler von damals wieder gut zu machen! Jedenfalls nicht, wenn ich auch nur den geringsten Zweifel an deinen F\u00e4higkeiten h\u00e4tte! Du wei\u00dft, ich halte sehr viel von dir &#8211; pers\u00f6nlich wie beruflich \u2013 und denke, dass die Sternenflotte mehr als d\u00e4mlich war, deine Talente als Kn\u00f6pfchendr\u00fccker auf einer Relaisstation zu verschwenden!\u201c<br \/>\nJerad beugte sich zu ihr herab, legte seine Arme um ihre Taille und k\u00fcsste sie. \u201eDu siehst, ich lerne noch nicht einmal aus meinen Fehlern.\u201c<br \/>\n\u201eDann brauchst du wohl einen Symbioten, der dir dabei hilft &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eDas wird nichts mehr.\u201c Sein L\u00e4cheln verschwand. \u201eDie Symbiosekomission war ganz offensichtlich der Meinung, dass ich ihren Anspr\u00fcchen nicht gen\u00fcge. Ein Kerl, der seine Hormone nicht mal so weit unter Kontrolle hat, dass er die Finger von seinen Kadetten l\u00e4sst, verdient halt kein so edles Gesch\u00f6pf wie einen Symbionten. Punkt. Aus.\u201c<br \/>\n\u201eEs ist nicht fair, dass du den ganzen \u00c4rger bekommen hast, und ich &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eBei Unzucht mit Abh\u00e4ngigen wird nie der Abh\u00e4ngige bestraft.\u201c<br \/>\n\u201eUnzucht? So weit ist es doch gar nicht gekommen!\u201c<br \/>\n\u201eAber nur, weil uns deine tratschs\u00fcchtige Zimmergenossin vorher aus den G\u00e4nsebl\u00fcmchen gescheucht hat.\u201c Er l\u00e4chelte schief. \u201eBereust du es denn?\u201c<br \/>\n\u201eIch bereue nur, dass wir uns erwischen lie\u00dfen!\u201c<br \/>\n\u201eDu bist doch ein heimt\u00fcckisches, verdorbenes Luder, Lairis Ilana!\u201c scherzte er zwischen zwei K\u00fcssen. \u201eUnd so was in der Sternenflotte \u2013 pfui!\u201c<br \/>\n\u201eWas willst du machen? Ich stamme eben aus dem bajoranischen Busch \u2013 ich bin hoffnungslos unzivilisiert.\u201c<\/p>\n<h5>3. Kapitel: D\u00fcstere Vorboten<\/h5>\n<p>\u00dcber San Francisco erstreckte sich ein wolkenloser, azurblauer Himmel, doch in Kadett Raymond Kitamuras Kopf war eine dicke Nebelsuppe. W\u00e4hrend er sich ins Badezimmer schleppte, g\u00e4hnte er fast ununterbrochen.<br \/>\n\u201eWelcher Hornochse ist eigentlich auf die Idee gekommen, fr\u00fch um acht Quantenmechanik-Vorlesungen abzuhalten!\u201c beschwerte er sich, obwohl ihn niemand h\u00f6rte.<br \/>\nEr war viel zu sp\u00e4t ins Bett gegangen, doch es war nicht nur der Schlafmangel, der ihm so zu schaffen machte &#8230; Nein, was ihn ins Reich der Scheintoten versetzt hatte, waren die vier oder f\u00fcnf Gl\u00e4ser Sake, zu denen ihn sein Vater \u00fcberredet hatte. Ausgerechnet Captain Yasushi Kitamura, der Musteroffizier, das Fleisch gewordene Pflichtbewusstsein, betrank sich einen Tag vor einer wichtigen Konferenz! Das ging nicht mit rechten Dingen zu &#8230;<br \/>\nAber dann hatten sie irische Seemannslieder gesungen, die Raymond von seiner Mutter kannte &#8230; sie hatten \u00fcber alte Zeiten geredet, \u00fcber Raymonds Zukunftspl\u00e4ne, \u00fcber Frauen &#8230; und sie hatten gelacht, gelacht, gelacht. So viel Spa\u00df hatte Raymond mit seinem Vater noch nie gehabt und er l\u00e4chelte trotz seines schmerzenden Sch\u00e4dels, wenn er an den letzten Abend zur\u00fcckdachte. Dennoch blieb ein schales Gef\u00fchl h\u00e4ngen, eine diffuse Angst.<br \/>\nRaymond schwankte die Treppe hinunter und klopfte an die T\u00fcr von Captain Yasushi Kitamuras Arbeitszimmer. Das Wochenende war vorbei und nun galt es wieder, in Kadettenbaracken zu schlafen. Es hatte ihm noch nie soviel daran gelegen, \u201eAuf Wiedersehen\u201c zu sagen.<br \/>\nHoffentlich war sein Vater nicht schon fort, auf dem Weg nach Antwerpen, wo heute ein Treffen zwischen hochrangigen Vertretern der F\u00f6derationsregierung und der Romulaner stattfinden sollte, eine Verhandlung \u00fcber den Einsatz von Tarnvorrichtungen im Alphaquadranten &#8230; Warum, fragte sich Raymond pl\u00f6tzlich, nahm ausgerechnet Captain Kitamura an dieser Konferenz teil, obwohl er kein Admiral, kein Diplomat und kein Regierungsbeamter war? Es musste an diesem neuen Schiff liegen, das im Trockendock von UTOPIA PLANITIA auf ihn wartete. Die U.S.S. DEFENDER &#8230; ein Name, der besser zu einem altert\u00fcmlichen Navy-U-Boot als zu einem F\u00f6derationsschiff passte, ein Name, der Raymond sofort an Krieg und Raumschlachten denken lie\u00df, an ganze Planeten, die binnen Sekunden in die Luft gesprengt wurden &#8230; Manchmal hatte der Junge Gespr\u00e4chsfetzen aufgeschnappt, die zwischen seinem Vater und anderen Offizieren hin und her flatterten: Multivektor-Angriffsmodus, Telleron-Gesch\u00fctze, Quantentorpedos, neue Kampfflotte, Tarntechnologie. Seit Admiral Layton das Sagen im Hauptquartier hatte, war der Ton in der Sternenflotte um einiges harscher und militanter geworden, h\u00e4uften sich die Tage, an denen der Kadett seine Ausbilder daran erinnern musste, dass sein Name Raymond Kitamura war und nicht \u201eWischlappen\u201c, \u201eFauler Hund\u201c oder \u201eRohrmade\u201c &#8230;<br \/>\nDie T\u00fcr stand offen. Tiefe Furchen hatten sich in Captain Kitamuras Stirn gegraben, er beugte sich \u00fcber ein Datenpad und bemerkte seinen Sohn nicht gleich. Raymond blickte gedankenverloren aus dem gro\u00dfen, blank geputzten Panoramafenster, das den Blick auf den Haupteingang<br \/>\nder \u201eZefram Chochrane High School\u201c freigab.<br \/>\n\u201eDu guckst wohl nach den M\u00e4dchen\u201c, scherzte sein Vater m\u00fcde.<br \/>\nRaymond l\u00e4chelte. \u201eVielleicht.\u201c<br \/>\n\u201eWas ist mit der Schwarzhaarigen aus deiner Klasse, die Kleine, die ein paar mal bei uns zu Hause war?\u201c<br \/>\n\u201eDiana DeMarco?\u201c<br \/>\n\u201eSie ist h\u00fcbsch.\u201c<br \/>\n\u201eSie ist ne Zicke.\u201c<br \/>\n\u201eAber wenigstens keine Zivilistin.\u201c<br \/>\nBeide lachten kurz.<br \/>\nDann fiel Raymonds Blick auf das Datenpad in Yasushis Hand und er wurde neugierig. \u201eHey, sind das die Konstruktionpl\u00e4ne der DEFENDER?\u201c<br \/>\nCaptain Kitamura schwieg, sein hageres Gesicht verriet keine Gef\u00fchlsregung, seine dunklen, mandelf\u00f6rmigen Augen wirkten stumpf, als den Inhalt seines Aktenkoffers checkte.<br \/>\n\u201eKann ich sie mal sehen?\u201c Raumschiffkonstruktion hatte Raymond schon als kleinen Jungen fasziniert und seine Stimme \u00fcberschlug sich fast.<br \/>\n\u201eNein!\u201c Die Antwort des Captains kam unerwartet laut und schroff.<br \/>\n\u201eAch komm schon, Dad, es ist doch nur ein Schiff!\u201c<br \/>\n\u201eEs ist nicht nur ein Schiff. Es ist die Zukunft der Sternenflotte.\u201c<br \/>\n\u201eIch bin auch die Zukunft der Sternenflotte.\u201c Raymond grinste frech, doch er sp\u00fcrte das Eis wieder zuwachsen, das gestern Abend erst gebrochen war. Nicht zum ersten Mal rumorte ein flaues Gef\u00fchl in seinem Bauch, das nichts mit seiner Alkoholvergiftung zu tun hatte.<br \/>\n\u201eIch mach mich dann mal auf die Socken, Dad\u201c, verabschiedete er sich hilflos.<br \/>\nCaptain Kitamura nickte abwesend. \u201eViel Erfolg, mein Sohn.\u201c<br \/>\n\u201eDir auch, Dad. Viel Gl\u00fcck bei der Konferenz.\u201c<br \/>\nT\u00e4uschte Raymond sich oder wurden die Furchen auf Captain Kitamuras Stirn bei dem Wort \u201eKonferenz\u201c noch tiefer?<br \/>\nDer Koffer schnappte zu, Yasushi trat hinter dem Schreibtisch hervor und dr\u00fcckte seinen Sohn wortlos an sich \u2013 so heftig, als wollte er ihn nie wieder loslassen.<br \/>\nRaymond war \u00fcberw\u00e4ltig &#8230; \u00fcberw\u00e4ltigt und irritiert. Solche Gef\u00fchlsausbr\u00fcche passten \u00fcberhaupt nicht zu seinem Vater \u2013 genauso wenig, wie das wilde Trinkgelage gestern Abend.<br \/>\nAls ihm die Wahrheit aufging, zog sich sein Magen so heftig zusammen, dass es wehtat. Verdammt, er h\u00e4tte es wissen m\u00fcssen \u2013 aber er wollte es nicht wissen. Er wollte es immer noch nicht wissen. \u201eZum Teufel, was ist los mit dir?\u201c Seine Zunge f\u00fchlte sich rau und pelzig an. \u201eDu hast eine Mission, richtig? Eine sehr gef\u00e4hrliche Mission &#8230;\u201c<br \/>\nCaptain Kitamuras Augen schimmerten verd\u00e4chtig. \u201eJa.\u201c<br \/>\n\u201eMit der U.S.S. DEFENDER. Nach der Konferenz.\u201c<br \/>\nDiesmal erwiderte Yasushi nichts.<br \/>\n\u201eOh Gott, verdammt, ich &#8230;\u201c Raymond wollte noch so viel sagen, aber ein dicker Klo\u00df verstopfte seine Kehle und seine Worte verrieselten im Nirgendwo. \u201eVersprich mir, dass du zur\u00fcckkommst, ja?\u201c<br \/>\n\u201eDas kann ich nicht versprechen\u201c, erwiderte sein Vater traurig. \u201eDunkle Zeiten kommen auf uns zu und ich w\u00fcnschte manchmal, die Ereignisse w\u00fcrden an uns vorbeirauschen, ohne uns zu ver\u00e4ndern. Aber so ist es leider nicht. Was uns bleibt, ist Pflichtbewusstsein, Loyalit\u00e4t und Ehre. Und manchmal werden wir Dinge tun m\u00fcssen, die uns nicht gefallen.\u201c<br \/>\n\u201eNun ja, wenn wir uns verteidigen m\u00fcssen &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eIch bin stolz auf dich, mein Sohn!\u201c<br \/>\nDanke\u201c, murmelte Raymond.<br \/>\n\u201eHeute wird sich alles entscheiden.\u201c<br \/>\n\u201eHeute? Warum denn heute? Ich kapiere gar nichts mehr\u201c, regte sich der Junge auf.<br \/>\n\u201eIch darf es dir leider nicht sagen.\u201c Captain Kitamura wandte sich ab.<br \/>\n\u201eNa toll, ich werde dich vielleicht verlieren und wei\u00df noch nicht mal &#8230;\u201c<br \/>\nYasushi umarmte seinen Sohn erneut. \u201eEs wird alles gut, mein Junge. Und nun geh! Du kommst sonst zu sp\u00e4t zu deiner Vorlesung.\u201c<br \/>\nDann trennten sich ihre Wege und Raymonds Knie f\u00fchlten sich wie Pudding an.<br \/>\nAuf dem Campus der Akademie stie\u00df er beinahe mit Diana de Marco zusammen, die \u2013 wie er am\u00fcsiert feststellte \u2013 auch nicht viel munterer aussah, als er. Ihre sonst so lebendigen schwarzen Augen waren zu rot unterlaufenen Schweinsritzen zusammengeschrumpft.<br \/>\n\u201eNa, auch ne wilde Party mit deinem Alten Herrn gehabt?\u201c zog er sie auf.<br \/>\n\u201eWas? Wie?\u201c Sie zog die Nase kraus. \u201eNein, hab die Nacht durchgepaukt.\u201c<br \/>\nEr grinste. \u201eSubraumharmonik?\u201c<br \/>\n\u201eWas sonst.\u201c Auf einmal verfinsterte sich ihre Miene noch mehr. \u201eRay, das Objekt deiner Anbetung n\u00e4hert sich mit Viertel Impuls.\u201c<br \/>\nVon einer Sekunde auf die andere war Raymond hellwach und verga\u00df beinahe die Sorge um seinen Vater. Kilari Kayn trat aus dem Schatten einer Palme ins Gegenlicht \u2013 und Raymond fuhr sich unwillk\u00fcrlich mit den Fingern durch seine verungl\u00fcckte Frisur. Er fand, dass Kilari, wie immer, umwerfend aussah. Sie hatte ihr langes, goldblondes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ihre Augen \u2013 blau wie der Himmel an einem strahlenden Oktobertag \u2013 blickten kein bisschen tr\u00fcbe oder glasig, obwohl sie einmal behauptet hatte, ein hoffnungsloser Fall von einem Morgenmuffel zu sein. Die Uniform, die an den meisten Kadetten wie ein unf\u00f6rmiger grauer Pyjama aussah, sa\u00df an ihr perfekt und betonte ihre nicht gerade schwach ausgepr\u00e4gten weiblichen Rundungen. Ein Muster von leopardenartigen Flecken, das in einem durchgehenden Streifen \u00fcber ihre Schl\u00e4fen, ihre Wangen und ihren Hals lief, gab ihrem Gesicht eine besonders attraktive Note. \u201eWie weit gehen eigentlich die Flecken runter?\u201c war eine der h\u00e4ufigsten Fragen, die ihr die Jungs von der Akademie stellten. Es war jedoch das Maximum an Anz\u00fcglichkeit, das man ihr entgegenbrachte, denn Kilari galt auf dem Campus beinahe als Respektsperson.<br \/>\nRaymond musste gezwungenerma\u00dfen zu ihr aufschauen, weil sie einen halben Kopf gr\u00f6\u00dfer war als er. \u201eHi Ki&#8230; Kilari!\u201c stammelte er.<br \/>\n\u201eHallo Ray, hallo Diana!\u201c erwiderte sie l\u00e4chelnd. \u201eQuantenmechanik am fr\u00fchen Morgen kann &#8230; stimulierend sein, nicht wahr?\u201c<br \/>\nDen anderen entging die Zweideutigkeit ihrer Worte nicht.<br \/>\n\u201eStimmt es, dass wir n\u00e4chste Woche einen Test schreiben?\u201c fragte Raymond.<br \/>\n\u201eM\u00f6glich\u201c, erwiderte Kilari leichthin. Die Trill lernte so gut wie nie f\u00fcr ihre Pr\u00fcfungen. Dennoch war sie Jahrgangsbeste auf der Akademie. Sie erkl\u00e4rte es damit, dass sie immerhin \u201ezwei Gehirne\u201c besa\u00df und die Erinnerungen aller vorherigen Wirte in sich trug. Doch da war sie schlicht und ergreifend zu bescheiden. Kilari Kayn galt als brillant. Obwohl ein Trill normalerweise mindestens f\u00fcnfundzwanzig bis drei\u00dfig Jahre alt sein musste, um mit einem Symbionten vereinigt zu werden, war ihr diese Ehre schon im Alter von dreiundzwanzig Jahren zugekommen. Nach einem Studium der Xenogenetik und Molekularbiologie, das sie nat\u00fcrlich mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, war sie an der Akademie der Sternenflotte aufgenommen worden. Genau wie Diana und Raymond befand sie sich im zweiten Semester, doch sie hatte bereits den Stoff von anderthalb Jahren geschafft.<br \/>\n\u201eWie w\u00e4r\u00b4s, Flecki, willst du mir nicht mal deinen Symbionten ausleihen?\u201c scherzte Raymond.<br \/>\n\u201eDas w\u00fcrde ich nicht empfehlen\u201c, entgegnete Kilari. \u201eDu w\u00fcrdest erst h\u00f6llische Kopfschmerzen kriegen, dann Bauchkr\u00e4mpfe, die Abst\u00e4nde, in denen du dich \u00fcbergeben musst, werden immer k\u00fcrzer, bis du irgendwann Blut spuckst&#8230;\u201c Die Trill l\u00e4chelte am\u00fcsiert, als Diana angeekelt das Gesicht verzog. \u201eNa, soll ich weitermachen?\u201c<br \/>\n\u201eIch riskiere alles, um nicht wieder durchzurasseln!\u201c konterte Ray. \u201eDas letzte Mal war es n\u00e4mlich gar nicht lustig. Ich dachte schon, ich stehe vorm Cardassianischen Hohen Tribunal \u2013 so hat mein Vater mich \u2018runtergeputzt!\u201c Er \u00e4ffte Captain Yasushi Kitamuras vollt\u00f6nende Barritonstimme nach: \u201eIch bin dein Herr, dein Gul&#8230;\u201c<br \/>\nDie M\u00e4dchen kicherten, aber Raymond wurde augenblicklich von seinen \u00c4ngsten eingeholt, als er seinen Vater erw\u00e4hnte. \u201eAlles in Ordnung?\u201c fragte Kilari besorgt. Als sie ihm zart \u00fcber die Schulter strich, zuckte er zusammen.<br \/>\n\u201eEs geht um meinen Dad. Er war heute echt &#8230; merkw\u00fcrdig.\u201c Und nach Kilaris stummer Aufforderung fuhr er fort. \u201eDu wei\u00dft ja, dass wir heute mit den Romulanern verhandeln, ob die Sternenflotte Tarnvorrichtungen im Alphaquadranten verwenden darf &#8230; Mein Vater meint jedenfalls, dass die Romulaner uns \u00fcbern Tisch ziehen werden, so wie uns die Cardassianer bei der Sache mit der Entmilitarisierten Zone \u00fcbern Tisch gezogen haben &#8230; dass wir die Spielregeln endlich selbst bestimmen m\u00fcssen, damit wir wieder verteidigungsbereit sind \u2013 aber das ginge nur mit einer neuen Regierung. Die alte w\u00e4re feige und korrupt, die Politiker h\u00e4tten nur noch die n\u00e4chste Wahl im Kopf und nicht das Wohl der F\u00f6deration &#8230; dass wir wieder bereit sein m\u00fcssen, Opfer zu bringen und Risiken einzugehen \u2026 Ehrlich gesagt, wird Dad immer komischer je n\u00e4her die Konferenz r\u00fcckt. Und gestern Abend wollte er unbedingt mit mir feiern, hat ein Glas Sake nach dem anderen gekippt &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eSake?\u201c<br \/>\n\u201eJapanischer Reiswein.\u201c Raymond schluckte ein paar mal heftig, gab sich gro\u00dfe M\u00fche, nicht zu weinen. \u201eEr &#8230; er muss auf eine lebensgef\u00e4hrliche Mission.\u201c<br \/>\nDiana tat betont gelangweilt und wippte mit dem Fu\u00df auf und ab, doch mit einem Mal wurde ihre Miene ernst und sie schenkte Raymond einen mitf\u00fchlenden Blick.<br \/>\n\u201eEs hat mit der U.S.S. DEFENDER zu tun\u201c, schloss er stockend.<br \/>\n\u201eDieses neue Kriegsschiff, das er kommandieren soll?\u201c hakte Diana nach. \u201eWenn es wirklich so gut bewaffnet ist, wie alle sagen, kommt dein Vater bestimmt zur\u00fcck \u2013 egal, was passiert!\u201c<br \/>\n\u201eDanke, Diana!\u201c Manchmal kann sie richtig lieb sein, dachte er ger\u00fchrt.<br \/>\nKilari blickte bedeutungsschwer von einem zum anderen. \u201eIrgendwas an der Geschichte macht mich misstrauisch &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eRay hat schon genug Probleme \u2013 ohne dass du dich hier mit deinen Verschw\u00f6rungstheorien aufplusterst!\u201c fauchte Diana die Trill an.<br \/>\nSie hatte erwartet, Raymond w\u00fcrde sich f\u00fcr ihren Einwurf dankbar zeigen \u2013 doch er hing immer noch wie gebannt an Kilaris Lippen. Du liebe G\u00fcte, es fehlt nicht mehr viel, bis er kleine Niagara-F\u00e4lle sabbert, dachte sie angewidert. Es war die blanke Eifersucht, denn unterschwellig wusste sie, dass Raymond ihre Zuneigung nicht erwiderte.<br \/>\n\u201eWas meint ihr: Ob die DEFENDER hat eine Tarnvorrichtung hat? Oder Massenvernichtungswaffen, von denen nur der Geheimdienst wei\u00df? Dieser Layton plant was, da bin ich ganz sicher &#8230; irgendwas wovon der Rest der Sternenflotte nichts erfahren darf &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eMeine G\u00fcte, Ray, du hast eindeutig zu viel Reiswein gesoffen!\u201c Diana st\u00f6hnte.<br \/>\nJa, manchmal konnte sie richtig lieb sein \u2013 aber leider nur manchmal.<br \/>\nKilaris Mundwinkel hoben sich kurz, aber ihre Augen blieben ernst. \u201eWie kommt es, dass du uns solche brisanten Sachen erz\u00e4hlst? Immerhin k\u00f6nnten wir alle Wechselb\u00e4lger sein!\u201c<br \/>\nRaymond schmunzelte halbherzig. \u201eBist du denn ein Wechselbalg?\u201c<br \/>\nAnstelle einer Antwort zog Kilari ein nachgemachtes Schweizer Armeemesser aus ihrer Uniformtasche, lie\u00df eine der Klingen aufschnappen und fuhr damit \u00fcber die Innenfl\u00e4che ihrer linken Hand. \u201eB\u00e4h, du bist ja krank!\u201c Diana bedeckte ihr Gesicht mit den H\u00e4nden.<br \/>\nAus Kilaris Wunde quoll hellrotes Blut. Es tropfte auf den Boden, sickerte darin ein und blieb, was es war \u2013 n\u00e4mlich Blut.<br \/>\n\u201eNa, ganz offensichtlich bist du kein Wechselbalg!\u201c bemerkte Raymond trocken.<br \/>\n\u201eDu hast Gl\u00fcck gehabt\u201c, entgegnete Kilari. \u201eAber es h\u00e4tte auch schief gehen k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\nRaymond verehrte sie, zweifellos, doch er konnte nicht behaupten, dass er sie verstand. Daf\u00fcr tat sie zu oft Dinge, die niemand erwartete. Sie am\u00fcsierte sich manches Mal \u00fcber Probleme, die ihre Mitstudenten tagelang qu\u00e4len und besch\u00e4ftigen konnten. Dann wiederum zeigte sie einen ungew\u00f6hnlichen Ernst an Stellen, wo sich die anderen keinerlei Gedanken machten.<br \/>\n\u201eAlle vereinigten Trills sind multiple Pers\u00f6nlichkeiten. Das liegt in ihrer Natur\u201c, sagte er zu Diana. Kilari war inzwischen gegangen.<br \/>\n\u201eWof\u00fcr h\u00e4lt die sich eigentlich? F\u00fcr die Weisheitsg\u00f6ttin von Betazed?\u201c regte sich Diana auf. Sie hatte nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie die Trill nicht besonders mochte und sogar einmal zugegeben, dass sie sie unheimlich fand. Nun, in letzterem Punkt musste Raymond ihr Recht geben.<br \/>\n\u201eDiese eingebildeten Red-Squad-Typen gehen mir voll auf den Geist!\u201c schimpfte sie weiter.<br \/>\n\u201eKilari ist nicht eingebildet\u201c, widersprach Raymond. \u201eUnd wir wissen auch nicht, ob sie beim \u2018Red Squad\u2019 ist.\u201c<br \/>\n\u201eAch nein?\u201c spottete Diana. \u201eEin vereinigter Trill mit dem IQ von Zefram Cochrane und Noten, die man als Normalsterblicher nur kriegen kann, indem man sie f\u00e4lscht?\u201c<br \/>\nRaymond schwieg, als ihm klar wurde, dass Diana h\u00f6chstwahrscheinlich Recht hatte. Er war gut und im zweiten Jahr hatte er seine Leistungen sogar noch verbessern k\u00f6nnen. Doch um ins Red Squadron, diesen geheimen Club von Elitekadetten, aufgenommen zu werden, gen\u00fcgte es noch lange nicht. Allerdings war sich Raymond nicht sicher, ob er das \u00fcberhaupt wollte.<\/p>\n<p>TO BE CONTINUED &#8230;.<\/p>\n<p>\u00a9 2005\/2006 by Adriana Wipperling<\/p>\n<p class=\"rahmen\"><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/st-defender_ep01.pdf\" target=\"_blank\">komplette Episode als PDF-Download<\/a><\/p>\n<div style=\"padding: 10px 0 \"  class=\"interactive_bottom\"><div class='button_holder_left'><iframe allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" src=\"http:\/\/platform.twitter.com\/widgets\/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D76&amp;text=Episode 01: B\u00f6ses Erwachen&amp;count=horizontal&amp;lang=de_DE  \" style=\"width:65px; height:21px;\"><\/iframe><\/div><div class='button_holder_left'><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D76&amp;layout=box_count&amp;show_faces=false&amp;width=65&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light&amp;height=65\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:65px; height:65px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ihr Schiff verschrottet werden soll, blickt Captain Lairis Ilana einer ungewissen Zukunft entgegen. Der neue Chef des Sternenflottenkommandos, Admiral Layton, hat keine gute Meinung von der eigenwilligen Bajoranerin, deren Entscheidungen bei der Schlacht um Wolf 359 er bis heute verurteilt. In der Sternenflotte gehen derweil beunruhigende Ver\u00e4nderungen vor sich.Das seltsame Verhalten von Yasushi Kitamura, &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[27],"tags":[57,78,96,106,126],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76"}],"collection":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1037,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/76\/revisions\/1037"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=76"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=76"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}