{"id":572,"date":"2011-06-30T20:43:07","date_gmt":"2011-06-30T20:43:07","guid":{"rendered":"http:\/\/st-defender.de\/?p=572"},"modified":"2011-06-30T20:43:07","modified_gmt":"2011-06-30T20:43:07","slug":"u-s-s-estrella-del-alba-der-roman","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/st-defender.de\/?p=572","title":{"rendered":"U.S.S. Estrella del Alba &#8211; der Roman"},"content":{"rendered":"<p>Die ersten paar Kapitel meines Romans zum RPG im SF3DFF-Forum. Am Ende der ersten Episode kommen &#8211; wie versprochen &#8211; die DEFENDER und Captain Lairis vor, aber bis dahin wird noch einiges Wasser die Havel runterflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ein Cover gibt es mittlerweile auch. Das SF3DFF-Forum hat einen Contest veranstaltet, den ich gewonnen habe *stolz*:<\/p>\n<p>Nun aber weiter im Text &#8230;<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Br\u00fccke &#8211; gegen 14:30<\/strong><\/p>\n<p>Commander Lejla Katic k\u00e4mpfte gegen ihre Benommenheit. Langsam und vorsichtig brachte sie sich in eine aufrechte Position, massierte ihre Schl\u00e4fen und sp\u00fcrte eine warme, klebrige Fl\u00fcssigkeit, die ihr Handgelenk herab lief.<br \/>\nEs war Blut. Und zwar ihr eigenes, das aus einer tiefen Schnittwunde an ihrem Kopf str\u00f6mte.<br \/>\nKein Wunder, dass ihr Sch\u00e4del dr\u00f6hnte, als w\u00fcrde die gesamte klingonische Verteidigungsarmee ihren Parademarsch zum Tag der Ehre abhalten!<br \/>\nLejla verzog das Gesicht vor Schmerz. Nicht nur ihr Kopf tat weh \u2013 ihr gesamter K\u00f6rper f\u00fchlte sich an wie durchgepr\u00fcgelt.<br \/>\nEine Explosion hatte sie quer durch den Raum geschleudert, erinnerte sie sich vage.<br \/>\nDoch was zum Teufel war gerade passiert?<br \/>\nEin Anflug von Panik suchte Commander Katic heim. Sie lag auf dem harten Boden, der Raum \u00fcber ihr war schmutzig grau \u2026 verschwommen \u2026 und waberte. So wie ihre Gedanken.<br \/>\nLejla schloss die Augen, atmete tief durch und hoffte, dadurch Klarheit zu gewinnen. Doch ihre Umgebung lag nach wie vor hinter einem wabernden grauen Schleier.<br \/>\nEs war Qualm, begriff sie. Flammen z\u00fcngelten \u00fcberall aus geborstenen Konsolen, die Kunststoff-Verkleidung war geschmolzen und verkohlt. Es stank widerw\u00e4rtig und ein Knoten bildete sich in Leilas Magen.<br \/>\nMit steifen Gliedern zog sie sich an dem Gel\u00e4nder hoch, das ihren Flug durch den Raum abgebremst hatte. Autsch, jetzt exerzierten die Klingonen nicht l\u00e4nger \u2013 sie begannen mit ihren Bat\u2019Lets den Feind in St\u00fccke zu hacken!<br \/>\nDer Feind war offensichtlich Lejlas Gehirn.<br \/>\nSie biss die Z\u00e4hne zusammen, bis das Gewitter in ihrem Kopf allm\u00e4hlich nachlie\u00df. Dann sah sie sich um. Was sie sah, schn\u00fcrte den Knoten in ihrem Magen noch enger. Die Br\u00fccke der USS Estrella del Alba \u2013 oder was davon noch \u00fcbrig war: Brennende Tr\u00fcmmer und Rauch, Glassplitter \u00fcberall auf dem Boden verteilt, verwaiste Konsolen.<br \/>\n\u201eBin ich etwa die einzige \u00dcberlebende?\u201c, fragte sie sich mit Entsetzen.<br \/>\nGott sei dank nicht \u2013 neben einer der kaputten Konsolen, halb verborgen hinter einer Rauchwolke, richtete eine weitere Gestalt sich m\u00fchsam auf. Es war die Operationsoffizierin, eine junge Trill. Sie hatte eine h\u00e4ssliche Brandwunde auf der Wange, schien aber nicht ernsthaft verletzt zu sein.<br \/>\nSo schnell, wie es ihre angeschlagenen Knochen erlaubten, eilte Leila zu ihr. \u201eAlles in Ordnung, F\u00e4hnrich?\u201c, fragte sie besorgt.<br \/>\nDie Andere nickte stumm.<br \/>\n\u201eWas ist passiert?\u201c, wollte Leila wissen.<br \/>\n\u201eKeine Ahnung\u201c, antwortete die Operationsoffizierin schwach. \u201eEben sind wir noch durch dieses Asteroidenfeld bei M-23 geflogen \u2026 McMeredith wollte unbedingt die herumfliegende Steine untersuchen \u2026 als ob das nicht schon hunderte Wissenschaftler vor ihm getan h\u00e4tten \u2026 aber Sie wissen ja, wie er ist.\u201c<br \/>\nLeila nickte. Gesunde Neugier geh\u00f6rte zu den Eigenschaften eines jeden guten Wissenschaftlers \u2013 aber die Neugier, die der Wissenschaftsoffizier der USS Estrella des Alba manchmal an den Tag legte, war eher l\u00e4stig als gesund.<br \/>\nDennoch hatten ihm der Captain seinen Spa\u00df geg\u00f6nnt und nun sa\u00dfen sie in diesem Schlamassel.<br \/>\n\u201eDann sind wir wohl in einen Meteoritenschauer geraten\u201c, spekulierte Leila.<br \/>\n\u201eKeine Ahnung\u201c, wiederholte die junge Trill. \u201eIch hatte eine Energiespitze auf meinen Anzeigen und wollte sie dem Captain melden \u2013 da flog auch schon meine Konsole in die Luft.\u201c<br \/>\n\u201eSieht aus, als h\u00e4tte es Energieentladungen auf der ganzen Br\u00fccke gegeben\u201c, erkannte Leila mit Blick auf das Chaos um sie herum. \u201eHoffentlich nicht auf dem ganzen Schiff!\u201c<br \/>\n\u201eDas k\u00f6nnte ich feststellen \u2013 wenn die Hauptsysteme nicht komplett ausgefallen w\u00e4ren\u201c, erwiderte die junge Frau missmutig.<br \/>\nCommander Katic legte ihr eine Hand auf die Schulter. \u201eDanke, F\u00e4hnrich. Gehen Sie auf die Krankenstation.\u201c<br \/>\nFalls wir noch eine Krankenstation haben, f\u00fcgte sie zynisch in Gedanken hinzu.<br \/>\nDie anderen Crewmitglieder kamen nach und nach zu sich, wie Lejla mit gro\u00dfer Erleichterung feststellte.<br \/>\nAlle \u2013 bis auf zwei.<br \/>\nMit unsicheren Schritten n\u00e4herte sich Lejla dem Stuhl des Captains. Doch der Platz war leer. Ihr Vorgesetzter lag regungslos auf dem Boden \u2013 genau wie sein Wissenschaftsoffizier, Lieutenant Commander McMeredith.<br \/>\nAllm\u00e4hlich lichtete sich der Qualm und gab den Blick auf den Hauptbildschirm frei. Der funktionierte nat\u00fcrlich auch nicht mehr. Lejla sah nur Rauschen, diffusen Schnee. Monochrom \u2013 so wie alles hier nach diesem omin\u00f6sen Ungl\u00fcck. Selbst die farbigen Kragen der Offiziere waren von grauer Asche bedeckt.<br \/>\nLediglich ein roter Fleck auf dem Boden stach aus der grauen Tristesse heraus. Ein viel zu gro\u00dfer Fleck, ein viel zu sattes rot \u2026<br \/>\nLejla schluckte.<br \/>\n\u201eMcMeredith?\u201c, hauchte sie.<br \/>\nInstinktiv wusste sie: Sie konnte nichts mehr f\u00fcr ihn tun.<br \/>\nEine Explosion hatte die wissenschaftliche Konsole zerrissen, in tausend St\u00fccke zersprengt \u2026 und die meisten steckten nun in McMerediths K\u00f6rper. Auch in seinem Gesicht. Ein langer d\u00fcnner Glassplitter ragte wie ein spitzer Stachel aus seinem Auge.<br \/>\nLeila wandte sich ab, unterdr\u00fcckte den Brechreiz und die aufsteigenden Tr\u00e4nen.<br \/>\nSo sehr, wie ihr McMeredith auf die Nerven gegangen war \u2013 von nun an w\u00fcrde sie jeden Tag, den sie an der wissenschaftlichen Konsole vorbeiging, still an ihn denken und sein arrogantes Geplapper schmerzlich vermissen.<br \/>\nVor allem w\u00fcrde das Bild seiner Leiche sie wochenlang in ihren Alptr\u00e4umen jagen.<br \/>\nAber jetzt durfte sie sich nicht ablenken lassen, zum Wohl der ganzen Crew musste sie den \u00dcberblick behalten \u2013 vielleicht konnte sie wenigstens den Captain retten.<br \/>\nVorsichtig, mit angehaltenem Atem, drehte sie den Mann auf den R\u00fccken.<br \/>\nW\u00e4re Commander Katic nicht so sehr darauf fixiert gewesen, seinen Puls zu finden, h\u00e4tte sie seinen leblosen starren Blick bemerkt und den unnat\u00fcrlichen Winkel, in dem sein Kopf herabhing.<br \/>\nIhre Wiederbelebungsma\u00dfnahmen waren sinnlos \u2013 aber das wollte Lejla nicht wahrhaben. Selbst, als sie nach f\u00fcnf Minuten immer noch keinen Puls sp\u00fcrte. Selbst, als der Captain trotz ihrer Herzmassage und Mund-zu-Mund Beatmung nicht selbstst\u00e4ndig zu atmen begann.<br \/>\n\u201eOh nein, tun Sie mir das nicht an, Sir!\u201c, stie\u00df sie hervor.<br \/>\nEr antwortete nicht, starrte nur mit glasigen Augen an die Decke.<br \/>\nSeine Uniform war verschmiert mit Blut, aber es war nicht seines, sondern Lejlas. Ihre Kopfwunde blutete nach wie vor, wenn auch nicht mehr so stark.<br \/>\nEs war ihr egal.<br \/>\n\u201eBitte, Captain \u2026\u201c, murmelte sie mit zittriger Stimme. Der Rest des Satzes blieb wie ein Pfropfen in ihrer Kehle stecken.<br \/>\nVor zwei Jahren war der Erste Offizier der USS Estrella des Alba bei einem Shuttleunfall ums Leben gekommen. Das Schiff war auf Forschungsmission in den Randgebieten \u2013 zu weit im Tiefenraum, als dass die Sternenflotten rechtzeitig einen qualifizierten Ersatz h\u00e4tte schicken k\u00f6nnen.<br \/>\nLejla Katic war aufger\u00fcckt. Viel zu fr\u00fch, wie einige meinten.<br \/>\nAber sie hatte sich behauptet und bew\u00e4hrt. Trotz ihres jungen Alters gewann sie den Respekt der Crew und das uneingeschr\u00e4nkte Vertrauen ihres Captains.<br \/>\nDoch mit einer einzigen, verdammten Explosion war pl\u00f6tzlich alles vorbei, alles kaputt.<br \/>\nCommander Katic trug nun die Last des Kommandos auf ihren Schultern \u2013 wieder viel zu fr\u00fch. <\/p>\n<p>Die Druckwelle kam blitzschnell, hart und unerwartet \u2013 ebenso der Aufprall.<br \/>\n\u201eVerdammt, was war das?\u201c, fragte sich Lieutenant Cer\u00b4Zydar Taren, Taktischer Offizier der USS Estrella des Alba.<br \/>\nF\u00fcr einen Moment kam es ihm vor, als h\u00e4tte ein Raumschiff der Galaxy-Klasse ihn mit voller Impulsgeschwindigkeit gerammt \u2013 der Moment, in dem die Explosion ihn gegen die Wand geschleudert hatte. Ein Wunder, dass er noch lebte!<br \/>\n\u201eMein erster Einsatz an Bord der Estrella \u2013 und schon fliegt der alte Eimer in die Luft\u201c, fluchte der junge Andorianer halblaut.<br \/>\nImmerhin hatte die Estrella del Alba \u2013 ein Schiff der Excelsior-Klasse \u2013 schon gute achtzig Jahre auf dem Buckel.<br \/>\nAls Lieutenant Taren die Augen \u00f6ffnete bemerkte er den Schemen einer Person, die sich \u00fcber eine andere, am Boden liegende Person beugte.<br \/>\nEr ignorierte sein schmerzendes Kreuz und versuchte sich aufzuraffen. Mit dem R\u00fccken zur Wand, aber immerhin stand er aufrecht. Er keuchte und schmeckte Blut. Offensichtlich hatte er sich in die Zunge gebissen.<br \/>\nTarens Antennen bewegten sich unruhig in alle Richtungen. Es war nicht leicht, sich einen \u00dcberblick zu verschaffen, denn an allen Ecken brannte es, Verletzte st\u00f6hnten, um ihn herum regnete es Funken auf den Boden und Qualm behinderte seine Sicht.<br \/>\nNur allm\u00e4hlich kehrte Tarens Erinnerung zur\u00fcck, als dem jungen Andorianer bewusst wurde, dass er sich auf der Br\u00fccke befand.<br \/>\nNun erkannte er auch, dass die Frau, die neben dem Captain-Sessel auf dem Boden kauerte, Commander Lejla Katic war.<br \/>\nUnd der Mann, den sie so verzweifelt wiederzubeleben versuchte \u2026 Taren schluckte hart, als seine schlimmste Bef\u00fcrchtung wahr wurde: Es handelte sich um den Captain.<br \/>\nDer Andorianer z\u00f6gerte keinen Augenblick und eilte Commander Katic zur Seite.<br \/>\nDie junge Frau schien ihn \u00fcberhaupt nicht wahrzunehmen \u2013 selbst dann nicht, als er seine Hand auf ihre Schulter legte. Immer wieder redete sie auf den leblosen Captain ein und versuchte erfolglos, sein Herz zum Schlagen zu bringen.<br \/>\nSie blickte erst auf, als der Andorianer sie behutsam aber unnachgiebig auf die F\u00fc\u00dfe zog. Tr\u00e4nen glitzerten in ihren Augen.<br \/>\n\u201eDas darf nicht wahr sein, das darf nicht wahr sein \u2026\u201c murmelte sie halb erstickt. Ihre Worte wiederholten sich wie eine Feedback-Schleife in einem kaputten Comm-System.<br \/>\n\u201eJetzt beruhigen Sie sich erst mal\u201c, erwiderte der Andorianer bestimmt. Seine Hand lag immer noch auf ihrer Schulter und er strich ihr sanft \u00fcber den Arm.<br \/>\nLejla nickte. Normalerweise mochte sie es nicht besonders, von anderen Personen angefasst zu werden, und musste jemandem vollst\u00e4ndig vertrauen, bis sie diese Hemmschwelle \u00fcberwand. Doch in ihrem seelischen Ausnahmezustand von Unsicherheit, Trauer und zielloser Wut auf das ganze Universum war sie einfach dankbar f\u00fcr Tarens Mitgef\u00fchl. In einem schwachen Moment h\u00e4tte sie sich am liebsten an seinen breiten Schultern ausgeheult, aber dem durfte sie auf keinen Fall nachgeben. Der sechsundzwanzigj\u00e4hrige Lieutenant war ihr Untergebener, letztendlich erwartete er ihre F\u00fchrung, ihre St\u00e4rke. Was sollte die Crew von ihr denken, wer w\u00fcrde sie dann als Kommandantin noch ernst nehmen?<br \/>\nTaren beugte sich selbst \u00fcber den K\u00f6rper des Captain, legte seine Finger an die Halsschlagader und stie\u00df einen lauten Seufzer der Resignation aus.<br \/>\n\u201eEr ist tot, Commander. Sie selbst sollten sich auf die Krankenstation begeben.\u201c<br \/>\nLejla erwiderte lange Zeit gar nichts, sondern starrte ihn nur an. Nach und nach wich die Trauer und Angst in ihren dunklen Augen einer verzweifelten Entschlossenheit.<br \/>\n\u201eMir geht\u2019s gut\u201c, widersprach sie. \u201eL\u00e4sst man die Tatsache au\u00dfer Acht, dass es eine Havarie unbekannten Ursprungs gab, die Br\u00fccke ein Tr\u00fcmmerhaufen ist und der Captain tot &#8230;\u201c Als Leijla diese schmerzliche Tatsache aussprach, musste sie einen Moment innehalten. \u201eDas Wichtigste ist, dass wir uns um die Verwundeten auf der Br\u00fcck k\u00fcmmern. Sie und ich \u00fcbernehmen das.\u201c<br \/>\nDer Andorianer wollte Katic zun\u00e4chst widersprechen. Sein angeborener Besch\u00fctzerinstinkt riet ihm, die Kopfwunde des Ersten Offiziers augenblicklich versorgen zu lassen.<br \/>\nDoch letztendlich nickte er, weil er einsah, dass die Frau Recht hatte. \u201eAye Commander.\u201c<br \/>\nLejla Katic tippte auf ihren Kommunikator, doch dieser reagierte nicht. Auch die schiffsweite Kommunikation war ausgefallen.<br \/>\n\u201eF\u00e4hnrich Nygar \u2026\u201c Sie wandte sich an die junge Trill von der OPS, die gerade etwas ratlos um sich blickte. \u201eVersuchen Sie die internen Sensoren, damit wir endlich einen vollst\u00e4ndigen Schadenbericht bekommen.\u201c<br \/>\n\u201eAye, Sir, ich tue, was ich kann\u201c, erwiderte die junge Frau. Ihrem Gesicht war allerdings abzulesen, dass sie ihre Chance, diesem Konglomerat halb geschmolzener Schaltkreise irgendwelche brauchbaren Daten zu entlocken, als ziemlich gering einsch\u00e4tzte.<br \/>\nLejlas Verstand arbeitete fieberhaft. Irgendwann m\u00fcssten die Notaggregate anspringen, normalerweise direkt nach dem Ausfall der Hauptversorgung. Doch bisher war nichts passiert.<br \/>\nIm Augenwinkel bemerkte Lejla einen Master Chief Petty Officer aus der Technischen Abteilung, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an einer noch halbwegs intakten Konsole hochzog.<br \/>\n\u201eChief Ahim!\u201c, rief sie.<br \/>\nDer Mann hob schwerf\u00e4llig den Kopf.<br \/>\n\u201eChief, wenn es Ihnen irgendwie m\u00f6glich ist, versuchen Sie den Maschinenraum zu erreichen, sprechen Sie mit dem Chefingenieur, notieren Sie alle gemeldeten Sch\u00e4den und bringen mir einen Statusbericht.\u201c<br \/>\nCer\u00b4Zydar Taren hatte mitbekommen, was Commander Katic dem Chief zugerufen hatte. Bei einem Blick zur Seite stellte er fest, dass es dem jungen Chief Petty Officer Schwierigkeiten bereitete, aufrecht zu stehen.<br \/>\nF\u00fcr einen Moment fragte Taren sich besorgt, ob Lejla nicht zu viel verlangte \u2013 doch er kam zu dem Schluss, dass es dem Rest der Br\u00fcckenbesatzung auch nicht besser ging und der Auftrag des Commanders Vorrang hatte.<br \/>\n\u201eSchaffen Sie das, Chief?\u201c, fragte Taren und reichte Ahim seine Hand, um ihn zu st\u00fctzen.<br \/>\n\u201eDanke f\u00fcr die Hilfe\u201c, erwiderte Ahim. \u201eWas ist hier eigentlich passiert?\u201c<br \/>\n\u201eIch wei\u00df auch nicht mehr als Sie, Chief\u201c, knurrte der Andorianer ob dieser Frage. \u201eOder sind Sie vielleicht der Meinung ich k\u00f6nnte hellsehen?\u201c<br \/>\nNormalerweise war er nicht so unfreundlich, doch die Situation zerrte an seinen Nerven, obwohl er das nicht zugeben mochte.<br \/>\nEben weil ihn die Erkenntnis \u00e4rgerte, fixierte er den Chief mit seinen tiefblauen Augen und f\u00fcgte hinzu: \u201eWenn Sie dazu in der Lage sind, dann machen Sie sich gef\u00e4lligst auf den Weg. Hier gibt es noch andere Verletzte, die meine Hilfe brauchen.\u201c<br \/>\nDer Chief war ihm einen giftigen Blick zu, dann machte er sich auf den Weg.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Der Sicherheitschef der Estrella del Alba, Lieutenant Commander Richard T. Harris, ahnte noch nichts von der kommenden Katastrophe, als er aus seinem B\u00fcro st\u00fcrmte und auf dem Korridor beinahe mit seiner Teamleiterin, Lieutenant JG Voran Laren, zusammen stie\u00df.<br \/>\nDie hochgewachsene Bajoranerin sprang geistesgegenw\u00e4rtig zur Seite.<br \/>\n\u201eUnd, haben Sie Corin und Jacen &#8218;verarztet&#8216;?\u201c, fragte sie mir einem ironischen L\u00e4cheln.<br \/>\nLaren war die direkte Vorgesetzte der beiden namentlich genannten Ensigns \u2013 und mit \u201eVerarzten\u201c meinte sie keineswegs medizinische Pflege.<br \/>\nRichard nickte. \u201eHabe ich. Es war nicht gerade intelligent von den beiden, sich auf Unity One mit dem Ferengih\u00e4ndler anzulegen.\u201c<br \/>\nSeine Begleiterin schmunzelte. \u201eAh, Versto\u00df gegen Harris\u2019 Regel Nummer drei: Ein Sicherheitsoffizier sorgt immer f\u00fcr Sicherheit, auch wenn er nicht im Dienst ist.\u201c<br \/>\n\u201eAllerdings. Das sollten sich diese Gr\u00fcnschn\u00e4bel auf die Augenlider t\u00e4towieren lassen!\u201c, brummte Commander Harris. \u201eWenn sie das erste Jahr hier \u00fcberleben wollen \u2026\u201c<br \/>\nEr kam nicht dazu, seinen Satz zu beenden. Pl\u00f6tzlich wurde das Schiff ersch\u00fcttert und die beiden flogen gegen die Korridorwand.<br \/>\n\u201eWas war das denn?\u201c, fauchte der Sicherheitschef und rieb sich das l\u00e4dierte Kinn. Dann aktivierte er seinen Kommunikator: \u201eHarris an Br\u00fccke. Lagebericht.\u201c<br \/>\nDoch niemand antwortete.<br \/>\nHarris unterdr\u00fcckte einen Fluch. \u201eIch bin auf dem Weg zur Br\u00fccke. Voran \u2013 trommeln Sie die Truppe zusammen.\u201c<br \/>\nDer Sicherheitschef wartete das \u201eAye, Sir\u201c seiner Untergebenen gar nicht erst ab, sondern sprintete los. Innerhalb von Sekunden stand er vor dem n\u00e4chsten Turbolift, doch der war au\u00dfer Funktion.<br \/>\n\u201eDas h\u00e4ttest du dir ja denken k\u00f6nnen\u201c, wies er sich selbst zurecht.<br \/>\nDann sah er sich um und entdeckte in der N\u00e4he einen Zugang zum Jeffriesr\u00f6hrensystem der Br\u00fccke.<br \/>\n\u201eNa prima\u201c, dachte der Sicherheitschef eingedenk der Kletterei, die jetzt vor ihm lag.<br \/>\nMit einem Sto\u00dfseufzer \u00f6ffnete er den Zugangsschacht.<\/p>\n<p>\u201eComm\u2026 Commander, sind Sie das?\u201c, stammelte ein junger F\u00e4hnrich mit einem blutverklebten Auge und einem zersplitterten Padd in der Hand.<br \/>\n\u201eJa, ich bin es. Ganz ruhig, das wird schon wieder \u2026\u201c redete sie mit sanfter Stimme auf ihn ein, w\u00e4hrend sie routiniert seine Wunden s\u00e4uberte und ihm ein Hypospray aus den Notfallkoffer verabreichte.<br \/>\nInnerlich war aufgew\u00fchlt, doch offenbar gelang es ihr, eine Sicherheit auszustrahlen, die sie nicht empfand. Ihre H\u00e4nde zitterten immer noch leicht.<br \/>\nImmerhin beruhigte sich der junge F\u00e4hnrich, richtete sich mit ihrer Hilfe auf und fragte nach Befehlen.<br \/>\n\u201eHelfen Sie Lieutenant Taren\u201c, ordnete Lejla an, als sie sah, dass der Andorianer einen schwereren Fall versorgte.<br \/>\n\u201eWer noch?\u201c, ging es ihr durch den Kopf und ihr Magen verkrampfte sich.<br \/>\nIhr Blick wanderte erneut zur Leiche des Captains, anschlie\u00dfend zum toten Wissenschaftsoffizier. Ein Teil von ihr war wie bet\u00e4ubt, betrachtete das grausame Szenario mit der Distanz eines Au\u00dfenstehenden, der sich einen Holofilm ansah.<br \/>\nNat\u00fcrlich!<br \/>\nBeinahe h\u00e4tte sie hysterisch laut gelacht. Das Ganze war nichts weiter als eine \u00dcbung auf dem Holodeck, um ihre Kommandof\u00e4higkeiten zu testen! Sie konnte sich an nichts erinnern, weil man sie direkt aus dem Bett hier her gebeamt hatte, sozusagen ins kalte Wasser geschmissen.<br \/>\nDer Captain \u2026 dieser Hund! So etwas veranstaltete er von Zeit zu Zeit, um seine Mannschaft auf Trab zu halten. Im Prinzip hatte sie nichts dagegen einzuwenden \u2013 aber musste es ausgerechnet an ihrem zweiunddrei\u00dfigsten Geburtstag sein? Diesen Tag wollte sie eigentlich bei einem Umtrunk mit ihren Kollegen und Freunden verbringen, bei einem kalten Buffet, Musik und Geschenken und nicht \u2026<br \/>\nNicht in einem man\u00f6vrierunf\u00e4higen Schiff, das ohne funktionierende Hauptsysteme in einem  Asteroidenfeld fest hing. Nicht mit einem halben Dutzend st\u00f6hnenden Verletzten. Nicht \u2026 mit einem toten Captain.<br \/>\nSie starrte sekundenlang auf das getrocknete Blut an ihren H\u00e4nden. Vielleicht war es gar nicht real \u2013 genauso wenig wie ihre verschmutzte Uniform. Wom\u00f6glich taperte sie gerade im Schlafanzug durch simuliertes Katastrophenszenario.<br \/>\nBei dem Gedanken rutschte ihr tats\u00e4chlich ein Kichern heraus.<br \/>\nLieutenant Taren drehte sich mit einem besorgten Stirnrunzeln zu ihr um.<br \/>\nDoch wenn es nicht real sein sollte \u2013 wieso tat ihr dann alles weh?<br \/>\nTief im Inneren kannte Lejla die Antwort auf diese Frage \u2013 und hasste sie. <\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen half Lieutenant Taren zwei Offizieren der Br\u00fcckenbesatzung, sich einigerma\u00dfen bequem auf ihre St\u00fchle zu setzen, und begann, sie provisorisch zu untersuchen. Zwar war er kein Arzt, aber zumindest nach offensichtlichen Verwundungen konnte er Ausschau halten.<br \/>\nDem Anschein nach hatten beide Offiziere nur leichte Verletzungen davongetragen, also<br \/>\nbegab sich Taren zu einer Frau, die vor ihrer Station lag und ein unterdr\u00fccktes St\u00f6hnen von sich gab.<br \/>\nErleichtert stellte er fest, dass sie langsam wieder zu Bewusstsein kam. Allerdings gelang es ihr nicht, sich ohne Hilfe zu erheben. Als sie sich auf dem linken Arm abst\u00fctzen wollte, keuchte sie vor Schmerz und knickte ein. Vermutlich hatte sie sich den Arm gebrochen, doch dessen war sich Taren nicht sicher.<br \/>\nZwischendurch wanderte sein Blick immer wieder zu Commander Katic, deren seelische Verfassung ihm etwas Sorgen bereitete. Einerseits war er versucht, die verletzte Frau zur Krankenstation zu bringen, anderseits mochte er Lejla nicht allein lassen.<\/p>\n<p>\u201eWarnung, Hauptsysteme offline\u201c, meldete die freundliche aber kalte Computerstimme zum wiederholten Mal.<br \/>\n\u201eErz\u00e4hl mir was Neues!\u201c, knurrte Lejla entnervt.<br \/>\nDer Computer piepte verst\u00e4ndnislos.<br \/>\nLejla ballte die H\u00e4nde zu F\u00e4usten, getrocknetes Blut bl\u00e4tterte von ihren Fingern. An die Kopfschmerzen hatte sie sich beinahe gew\u00f6hnt, aber die Ungewissheit nervte und zerm\u00fcrbte sie.<br \/>\nDa flackerte pl\u00f6tzlich der Monitor auf und Lejla hob erwartungsvoll den Blick.<br \/>\nAsteroiden aller Gr\u00f6\u00dfen trieben vorbei, eine schwache gelbe Sonne leuchtete in der Ferne. Es war kein sonderlich inspirierendes Bild \u2013 aber es war ein Bild und f\u00fcr Lejla der Grund, zum ersten Mal, seit sie an diesem Horrortag auf der verw\u00fcsteten Br\u00fccke erwacht war, zu l\u00e4cheln.<br \/>\n\u201eNa, wenigstens etwas!\u201c<br \/>\nAuch F\u00e4hnrich Nygaras Miene hellte sich auf. \u201eAnscheinend sind ein paar der Notsysteme angesprungen.\u201c<br \/>\n\u201eWurde aber auch Zeit\u201c, gab Lejla zur\u00fcck. \u201eWozu hat man Notsysteme, wenn sie in der Not nicht funktionieren.<br \/>\nNygara zuckte die Schultern. \u201eWer immer diese Schiffklasse konstruiert hat, wollte offenbar nicht, dass die Techniker sich langweilen.\u201c<br \/>\nLejla schmunzelte, obwohl ihr eigentlich nicht danach zumute war.<br \/>\nSie nahm Platz auf dem Sessel hinter der CONN und versuchte, zuerst den Autopilot, dann die manuelle Steuerung zu aktivieren. Es fehlte noch, dass einer der Brocken in der Schiffh\u00fclle einschlug, weil die Estrella nicht ausweichen konnte!<br \/>\nLeider reagierte die Steuerung nicht.<br \/>\n\u201eMist!\u201c, rutschte es Leijla heraus. \u201eF\u00e4hnrich, kriegen wir die Schutzschilde hochgefahren?\u201c<br \/>\nDie junge Trill bet\u00e4tigte mit hoch konzentrierter Miene einige Schalter und Konsolen, dann sch\u00fcttelte sie bedauernd den Kopf.<br \/>\n\u201eKatic an Maschinenraum\u201c, probierte es Lejla.<br \/>\nWie erwartet, funktionierte das Intercomm immer noch nicht.<br \/>\nF\u00e4kalw\u00f6rter in den Sprachen von mindesten zehn verschiedenen Spezies lagen Lejla auf der Zunge, doch sie schluckte sie herunter.<br \/>\n\u201eF\u00e4hnrich Nygara, lassen Sie sich was einfallen, um die Sensoren zum Laufen zu bringen. Ich will endlich wissen, was uns in diese besch\u2026eidene Lage gebracht hat und ob jemand in der N\u00e4he ist der daf\u00fcr verantwortlich sein k\u00f6nnte!\u201c, befahl sie statt dessen.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>\u201eNa endlich!\u201c, murmelte Lieutenant Commander Harris, als er nach gef\u00fchlten zwei Stunden die Zugangsluke zwischen CONN und Hauptschirm erreichte.<br \/>\nDie Kletterei an sich h\u00e4tte ihm nichts ausgemacht. Er war ein sportlicher Typ und Bergsteigen z\u00e4hlte neben Antigrav-Segeln zu seinen Lieblingsbesch\u00e4ftigungen im Urlaub.<br \/>\nAber er hasste Jeffries-R\u00f6hren: Die Enge, die stickige Luft, das sp\u00e4rliche Licht \u2026 all das weckte unangenehme Erinnerungen an den Dominionkrieg. Wie oft war er schon durch diese R\u00f6hren gekrochen, weil nach einem Kampf die Turbolifte aufgefallen waren! Einmal hatte er acht Stunden in so einem verdammten Schacht festgesessen, weil s\u00e4mtliche Eing\u00e4nge durch Tr\u00fcmmer blockiert oder die Luken geschmolzen waren. Es war vollkommen dunkel, die Beleuchtung schien ausgefallen zu sein \u2026 daf\u00fcr \u00fcbertrug das Tunnelsystem jedes Ger\u00e4usch, sp\u00fcrte Harris die vibrierenden Stimmb\u00e4nder des Schiffes, das protestierte und schrie.<br \/>\nEr wusste, durch den Korridor \u00fcber ihm jagte eine Plasmafeuerwalze, verbrannten seine Kameraden bei lebendigem Leib \u2026 die Hitze lief ihn fast in Ohnmacht fallen, doch am schlimmsten war die Tatsache, dass er keinem Weg aus den endlos erscheinenden Tunnel fand, dass er nichts tun konnte, um sich und anderen zu helfen \u2026 bis es ihm endlich gelungen war, mit seinem Phaser eines der halb geschmolzenen Luken aufzuschwei\u00dfen.<br \/>\nVon daher stammte seine Regel: \u201eEin guter Sicherheitsoffizier kann mit einem Phaser alles anfangen: Schie\u00dfen, schwei\u00dfen, grillen und notfalls sogar einen Hogan schnitzen.\u201c<br \/>\nDiesmal sah die Lage anders aus. Zwar f\u00fcrchtete er sich vor dem, was er auf der Br\u00fccke vorfinden mochte \u2013 aber wenigstens konnte er diesmal etwas tun.<br \/>\nEr holte tief Luft, dann versuchte er, die Schotts auseinander zu dr\u00fccken. Seine Muskeln waren nicht gerade schwach entwickelt, trotzdem ging es verflucht schwer.<br \/>\nSeine rechte Hand tastete nach dem Phaser an seinem G\u00fcrtel. \u201eAlso, wie damals auf der Honshu\u201c, murmelte er grimmig \u2013 ganz im Sinne seiner Regel \u201eEin guter Sicherheitsoffizier hat immer einen Plan B, C, D, E und F.\u201c<br \/>\nAber er war bereit, es noch einmal mit Plan A zu versuchen und zerrte mit einem kr\u00e4ftigen Ruck an der Verriegelung.<br \/>\nDiesmal gab das Schott nach und gab einen Spalt frei, der gerade breit genug f\u00fcr seinen K\u00f6rper war.<br \/>\n\u201eNa also, geht doch!\u201c, triumphierte er und zw\u00e4ngte sich hindurch.<\/p>\n<p>Mit einem Blick erkannte er, wie schlimm es stand. Zwei Offizier waren augenscheinlich verwundet und hielten sich m\u00fchsam auf ihren St\u00fchlen, eine weitere Frau lag am Boden.<br \/>\nGenau wie der Captain und der Wissenschaftsoffzier.<br \/>\nHarris schluckte hart. Die beiden lebten offensichtlich nicht mehr.<br \/>\nTrauer und Wut kochten in ihm hoch, aber er dr\u00e4ngte diese Gef\u00fchle zur\u00fcck, denn wenn er den anderen helfen wollte, musste er ruhig bleiben.<br \/>\nZeit zu Trauern war sp\u00e4ter.<br \/>\nDer Sicherheitschef war froh, zu sehen, dass es wenigstens Commander Katic gut ging. Jedenfalls gut genug, um hinter den CONN zu sitzen und Befehle zu erteilen.<br \/>\nDoch es entging ihm nicht, dass sie den Sessel des Captains mied, obwohl sie jetzt das Kommando innehatte. Er kannte Lejla gut genug, um zu wissen, was das bedeutete.<br \/>\nHarris sprang auf die F\u00fc\u00dfe und trat an ihre Seite.<br \/>\n\u201eWie sieht es aus, Commander? Was machen wir jetzt?\u201c, fragte er leise.<br \/>\n\u201eRick!\u201c, begr\u00fc\u00dfte sie ihn erleichtert. \u201eGott sei dank, du lebst noch!\u201c<br \/>\n\u201eBetonung auf NOCH\u201c, f\u00fcgte Cer\u00b4Zydar Taren zynisch hinzu. Mit finsterer Miene deutete er auf einen besonders stattlichen Asteroiden, der fast ein Viertel des Bildschirms einnahm. \u201eDieser Brocken da bewegt sich unfairer Weise direkt in unserer Richtung. Nimmt man die gesch\u00e4tzte Entfernung und seine Geschwindigkeit, dauert es nach meinen Berechnungen etwa eine halbe Stunde, bis er gegen unserer Au\u00dfenh\u00fclle kracht. Und dann sind wir erledigt!\u201c<br \/>\n\u201eNein!\u201c entfuhr es Lejla.<br \/>\nSie blickte von Taren zu Harris. Keiner der beiden M\u00e4nner schien einen Rat zu wissen.<br \/>\n\u201eWas ist mit den Schilden?\u201c, fragte Rick.<br \/>\nLejla seufzte.<br \/>\n\u201eLass mich raten: Ausgefallen.\u201c<br \/>\n\u201eJa.\u201c<br \/>\n\u201eKriegen wir sie wieder in Gang?\u201c<br \/>\n\u201eNicht von der Br\u00fccke aus. Chief Ahim ist auf den Weg in den Maschinenraum und \u2026 Ach, verdammt!\u201c, schimpfte sie.<br \/>\n\u201eWas ist?\u201c, hakte der Sicherheitschef nach nach.<br \/>\n\u201eIch h\u00e4tte dem Chief gleich die Anweisung geben sollen, sich darum zu k\u00fcmmern!\u201c<br \/>\n\u201eCully wird schon wissen, was er tut\u201c, beruhigte Rick die Frau.<br \/>\nRory Culloden \u201eCully\u201c McPherson war der Chefingenier der U.S.S. Estrella del Alba und einer der besten seines Faches. Doch so wie die Lage aussah, bestand die Gefahr, dass er nicht mehr lebte.<br \/>\nLejla \u00fcberlegte angestrengt. Sie hatte eine kl\u00e4gliche halbe Stunde Zeit, um das Schiff und die Crew zu retten. Eine halbe Stunde zwischen Leben oder Tod.<br \/>\nDas getrocknete Blut in ihrem Gesicht juckte, sie kratzte sich an Hals und Kinn, w\u00e4hrend Rick sie besorgt ansah.<br \/>\n\u201eWenn es Cully nicht rechtzeitig schafft, die Schilde oder den Antrieb zum Laufen zu kriegen, m\u00fcssen wir Hilfe holen\u201c, meinte sie.<br \/>\n\u201eD\u00fcrfte ohne Comm-System schwierig werden\u201c, gab Cer\u00b4Zydar Taren trocken zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eIst irgendeine Station oder ein Schiff in der N\u00e4he, von dem wir wissen?\u201c, fragte Lejla. \u201eIch meine: nahe genug, dass wir rechtzeitig mit einem Shuttle dort hin kommen.\u201c<br \/>\n\u201eDer n\u00e4chste Au\u00dfenposten, von dem ich wei\u00df, ist UNITY-ONE\u201c, antwortete der Andorianer.<br \/>\n\u201eAuch zu weit weg.\u201c Rick verzog das Gesicht.<br \/>\n\u201eNicht zwangsl\u00e4ufig\u201c, warf Taren ein. \u201eM\u00f6glicherweise haben wir Gl\u00fcck und die Systeme in einem der Shuttles funktionieren noch, so dass wir einen Notruf senden k\u00f6nnen. Ich wette, eines dieser superschnellen Task Force Schiffe k\u00f6nnte in wenigen Minuten hier sein.\u201c<br \/>\nLejlas Augen leuchteten auf. \u201eExzellente Idee!\u201c, lobte sie den Andorianer. \u201eUnd warum bin ich nicht selbst darauf gekommen?\u201c, schimpfte sie in Gedanken mit sich.<br \/>\n\u201eFalls aber UNITY ONE unsere nachricht nicht empf\u00e4ngt oder selbst die superschnellen Task Force Schiffe nicht schnell genug hier sein k\u00f6nnen \u2026\u201c, wandte Rick ein.<br \/>\n\u201eIch wei\u00df, dann brauchen wir einen Plan B, C, D, E und F.\u201c Leijla l\u00e4chelte leicht. \u201eFalls du einen hast, w\u00e4re ich dankbar.\u201c<br \/>\nRichard l\u00e4chelte zur\u00fcck. \u201eEinen Plan B h\u00e4tte ich zumindest: Eine halbe Stunde m\u00fcsste reichen, um zum Torpedowerfer zu klettern und einen Torpedo manuell abzufeuern.\u201c Er warf Taren einen herausfordernden Blick zu. \u201eWas meinen Sie, Lieutenant?&#8220;<br \/>\nDie Antennen des Andorianers spreizten sich leicht zur Seite und er nickte nach kurzem Z\u00f6gern. Alleine bei dem Gedanken, was dabei alles schiefgehen konnte, kribbelten seine Finger. Ohne Computersimulation war es nicht m\u00f6glich, vorherzusehen, wie sich die Explosion eines gro\u00dfen Asteroiden auf die Flugbahn der \u00fcbrigen Brocken auswirken w\u00fcrde. Aber er musste Richard zustimmen: Eine andere M\u00f6glichkeit gab es nicht.<br \/>\n\u201eEs w\u00e4re gut, wenn mir jemand zur Hand geht\u201c, erkl\u00e4rte er. \u201eUnsere Zielscanner sind offline, deshalb m\u00fcssen wir mit dem gesamten Schiff zielen, notfalls \u00fcber den Daumen. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir ziemlich nah heran m\u00fcssen, damit der Schuss nicht daneben geht.\u201c Er wandte sich mit einem bedeutungsvollen Blick an Katic. \u201eWenn das etwas werden soll, m\u00fcssen wir sofort loslegen, Commander.\u201c<br \/>\n\u201eTun Sie es\u201c, entschied Lejla und schickte einen halbwegs unverletzten Kommunikationstechniker zur Hangarbucht, um mit Hilfe eines Shuttles ein Notsignal zu senden. \u201eRick, du hilfst Lieutenant Taren.\u201c<br \/>\n\u201eWir kriegen das hin\u201c, versuchte Richard sie aufzumuntern.<br \/>\n\u201eDaran habe ich keinen Zweifel\u201c, erwiderte sie leise.<br \/>\nHarris musterte sie forschend. Er ahnte, dass Lejla durchaus Zweifel hatte \u2013 und zwar an sich selbst. Sie war ein sehr f\u00e4higer Offizier, doch selbst Rick fand, dass sie noch etwas zu jung f\u00fcr den Posten der \u201eNummer Eins\u201c war. Nichtsdestotrotz hatte er sie immer unterst\u00fctzt \u2013 im Gegensatz zu seiner Frau Claire, die jeden Tag darauf zu warten schien, dass Lejla ihre Inkompetenz unter Beweis stellte.<br \/>\nDer Gedanke an seine Frau betr\u00fcbte den Sicherheitschef. Hoffentlich ging es ihr gut \u2026 ihr und den beiden kleinen M\u00e4dchen. Wenn dem so war, w\u00fcrde Claire einen Weg finden, um mit der Situation irgendwie klarzukommen. Vermutlich st\u00fctzte sie sich voll in die Arbeit.<br \/>\n\u201eAlso, versuchen wir unser Gl\u00fcck, Lieutenant!\u201c, sagte Rick zu Taren und sie machten sich auf den Weg.<\/p>\n<p>Lejla blickte den M\u00e4nnern lange nach. Am liebsten w\u00e4re sie selbst zum Shuttle gelaufen, um UNITY ONE zu rufen. Doch sie konnte die Br\u00fccke nicht verlassen.<br \/>\nDas Kommando zu haben, hie\u00df manchmal auch, einfach zu warten, der allzeit bereite Fels in der Brandung zu sein, w\u00e4hrend andere k\u00e4mpften und L\u00f6sungen fanden.<br \/>\nDamit w\u00fcrde sich Lejla nie anfreunden k\u00f6nnen.<br \/>\nMit einem leisen Seufzen zog ihre Jacke aus und deckte sie \u00fcber das Gesicht des toten Captains. F\u00e4hnrich Nygara tat dasselbe mit Commander McMeredith.<br \/>\nKatic fragte sich besorgt, wie es nun weiter gehen w\u00fcrde, wie stark war das Schiff besch\u00e4digt war, was nun mit ihr und der Crew passieren w\u00fcrde.<br \/>\nSchnell schob sie diese Sorgen beiseite, es gab vordringliche Probleme.<\/p>\n<p><strong>Sicherheitszentrale<\/strong><\/p>\n<p>Lieutenant Ynarea Tohan sa\u00df an ihrem Schreibtisch und verfasste f\u00fcr ihren Vorgesetzten, Lt. Commander Richard Harris, ihren t\u00e4glichen Bericht \u00fcber die Schiffssicherheit.<br \/>\nSie kam schleppend voran, denn im Grunde langweilten diese Berichte sie nur. Meistens passierte ja doch nichts und ein Teil von Ynarea sah nicht ein, wozu man \u00fcber NICHTS berichten sollte. Aber das war wieder eine dieser Regeln ihres Chef: Alles dokumentieren, auch wenn es unwichtig erscheint, denn es k\u00f6nnte sich im Nachhinein als wichtig herausstellen.<br \/>\nSie seufzte, denn Schreibarbeit war \u00fcberhaupt nicht ihr Fall. Richards auch nicht \u2013 aber daf\u00fcr hatte man ja seine Untergebenen.<br \/>\nEine pl\u00f6tzliche Ersch\u00fctterung des Schiffes riss Ynarea aus ihrer Langeweile.<br \/>\n\u201eSieht aus, als k\u00f6nnte ich doch noch was in diesen Bericht schreiben, was sich reinzuschreiben lohnt\u201c, murmelte sie mit einem Anflug von Sarkasmus.<br \/>\nSie kann nicht dazu. Die Anzeige auf ihrer Konsole flackerte ein paar Mal.<br \/>\n\u201eMist, nun sind auch noch die drei S\u00e4tze weg, die ich mir bisher m\u00fchsam abgekrampft habe\u201c, fluchte sie in Gedanken.<br \/>\nBevor Ynarea die Fehlfunktion herausfinden konnte, ging eine weitere, diesmal enorm heftige Ersch\u00fctterung durch das Schiff. Die stellvertretende Sicherheitschefin der USS Estrella del Alba wurde von ihrem Stuhl gerissen und landete unsanft auf dem harten Boden.<br \/>\nIhre Konsole spr\u00fchte Funken und stie\u00df Rauch in die Luft. Die Beleuchtung fiel aus und \u00fcberall heulten die Sirenen der Alarmstufe Rot.<br \/>\nBenommen richtete die junge Trill sich auf und bef\u00fchlte ihren Kopf. Warmes Blut rann zwischen ihren Fingern hindurch, scheinbar hatte sie eine Platzwunde abbekommen.<br \/>\nGeradezu reflexartig ber\u00fchrte sie ihren Kommunikator. \u201eTohan an Br\u00fccke. Ich bitte um einen Bericht.\u201c<br \/>\nNiemand antwortete und Ynarea fr\u00f6stelte, obwohl es im Raum dr\u00fccken hei\u00df war. Hatte lediglich die Schiffskommunikation den Geist aufgegeben oder \u2026 lebte auf der Br\u00fccke niemand mehr?<br \/>\nIhr wurde regelrecht schwindelig, als ihr einfiel, dass vielleicht auch Commander Harris nicht mehr lebte.<br \/>\nSie bet\u00e4tigte den Kommunikator ein zweites Mal und gab sich gro\u00dfe M\u00fche, das Zittern in ihrer Stimme zu unterdr\u00fccken. \u201eTohan an Sicherheit \u2013 Wer immer mich gerade h\u00f6rt: Versuchen Sie herauszufinden, was geschehen ist, k\u00fcmmern Sie sich um m\u00f6gliche Verletzte und gehen sie den Reparaturmannschaften zur Hand.\u201c<br \/>\nWieder nur Rauschen am anderen Ende der Verbindung.<br \/>\nYnarea holte tief Luft, dann versuchte sie den Sicherheitschef zu kontaktieren.<br \/>\nAuch dieser Versuch blieb erfolglos.<br \/>\nSie hatte die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass jemand sie sp\u00e4ter zur\u00fcckrufen und Befehle \u00fcbermitteln w\u00fcrde, doch bis dahin konnte sie nicht unt\u00e4tig herumsitzen und warten.<br \/>\n\u201eOK, dann geh auf die Krankenstation, sieh nach dem Rechten und versuche zu helfen, wo du kannst\u201c, spornte sie sich selbst an.<br \/>\nEin Ensign aus ihrer Truppe lief ihr \u00fcber den Weg und atmete erleichtert auf, als er sie sah. Seine Miene verriet, dass er v\u00f6llig aufgew\u00fchlt und verunsichert war. \u201eLieutenant, Gott sei Dank, Sie leben noch! Hier herrscht das blanke Chaos, alles ist ausgefallen \u2026 was sollen wir tun?\u201c<br \/>\nYnarea \u00fcberlegte einen Moment. Die Schiffssysteme hatte nat\u00fcrlich oberste Priorit\u00e4t \u2013 doch was konnte sie tun, um sie wieder zum Laufen zu bringen?<br \/>\nNicht viel. Sie war kein Ingenieur.<br \/>\nDoch irgendetwas musste sie dem jungen Mann jetzt sagen \u2013 etwas, das ihn beruhigte, motivierte und vor allem verhinderte, dass er den Kopf verlor. Das war ihre Pflicht als rangh\u00f6herer Offizier.<br \/>\nAlso fasste sie den gehetzt um sich blickenden F\u00e4hnrich bei den Schultern und sah ihm direkt in die Augen. \u201eAlles gut, Ensign. Atmen Sie durch. Ich habe versucht, Kontakt zur restlichen Sicherheitsmannschaft und zur Br\u00fccke aufzunehmen. Aber die Kommunikation scheint ausgefallen zu sein. F\u00fcrs erste sind wir au\u00dfer Gefahr, wie es scheint. Jedenfalls gab es keine weiteren Explosionen oder Ersch\u00fctterungen. Ich schlage vor, dass wir uns jetzt zur Br\u00fccke durchschlagen. Wir m\u00fcssen herausfinden, was vorgefallen ist, das Schiff sichern und helfen, die Sch\u00e4den zu beheben. Falls noch jemand von den rangh\u00f6heren Offizieren am Leben ist, warten wir auf Befehle.\u201c<br \/>\n\u201eFalls noch jemand am Leben ist?\u201c, wiederholte der F\u00e4hnrich mit schreckgeweiteten Augen.<br \/>\n\u201eHimmel, Sie sind hier bei der Sternenflotte und nicht in Flotters M\u00e4rchenwald!\u201c, gab sie leicht ungehalten zur\u00fcck. \u201eWurden Sie nie f\u00fcr den Ernstfall trainiert? Oder haben Sie diesen Kurs einfach verschlafen? Falls ja, dann h\u00f6ren Sie mir jetzt gut zu, den ich sage es Ihnen nur einmal: Sie rei\u00dfen sich zusammen! Sie tun, was sich sage! Sie konzentrieren sich auf Ihre momentane Aufgabe und sonst nichts! Dann haben wir eine reale Chance, mehr oder weniger heil aus diesem Desaster rauszukommen.\u201c<br \/>\n\u201eAye, Ma\u2019am\u201c, erwiderte der F\u00e4hnrich versch\u00e4mt.<br \/>\nIn Krisensituationen wie dieser war Ynarea froh, dass ihr Symbiont fr\u00fcher in einem erfahrenen Sternenflottenoffizier gesteckt hatte. Dem war allerdings auch der r\u00fcde Ton zu verdanken, den der junge Mann eben zu h\u00f6ren bekommen hatte.<br \/>\nIm n\u00e4chsten Moment tat es ihr Leid. Aber es schien zu wirken.<br \/>\nNichtsdestotrotz f\u00fcgte sie hinzu: \u201eIch verstehe ja, dass die Situation Ihnen Angst macht. Mir auch. Aber durchzudrehen ist das Letzte, was wir uns jetzt leisen k\u00f6nnen!\u201c<br \/>\n\u201eVerstehe, Ma\u2019am\u201c, antwortete der F\u00e4hnrich \u2013 sichtlich ruhiger.<br \/>\n\u201eDa das gekl\u00e4rt w\u00e4re: Versuchen Sie, Kontakt zum Maschinenraum aufzunehmen. Krabbeln Sie durch die Sch\u00e4chte, wenn das Comm-System nicht anspringt! K\u00fcmmern Sie sich um das automatische Kontrollsystem. Berichten Sie mir anschlie\u00dfend \u00fcber den Zustand des Schiffes. Ich gehe erst mal auf die Krankenstation und lasse meine Wunde verarzten. Die scheint zwar nicht so schlimm zu sein, aber eine Gehirnersch\u00fctterung brauche ich auch nicht. Dann versuche ich, die Br\u00fccke zu erreichen. Alles klar?\u201c<br \/>\n\u201eAlles klar. Bin schon unterwegs!\u201c Mit diesen Worten eilte der F\u00e4hnrich Richtung Maschinenraum.<br \/>\nYnarea schaute ihm einen Augenblick nach, dann suchte sie die Wand nach einem Jeffriesr\u00f6hren-Einstieg ab, um auf die Krankenstation zu gelangen. Als sie endlich eine Luke gefunden hatte, musste sie feststellen, dass diese verbogen und nicht mehr zu \u00f6ffnen war.<br \/>\n\u201eSo ein Mist! Aber wozu habe ich einen Phaser. Ein guter Sicherheitsoffizier kann damit alles anfangen\u201c, wiederholte sie in Gedanken eine weitere Regel ihres Chefs.<br \/>\nSie stellte die Waffe auf eine desintegrierende Stufe, um das Schott aufzul\u00f6sen. Als sie sicher war, dass sich niemand in der N\u00e4he befand, den sie gef\u00e4hrden konnte, feuerte sie auf die Metallt\u00fcr, die sich in einem orangeroten Gl\u00fchen aufl\u00f6ste. Sobald der Weg zur Jeffriesr\u00f6hre frei war und die gl\u00fchenden R\u00e4nder der Luke sich allm\u00e4hlich abk\u00fchlten, deaktivierte und sicherte Tohan ihren Phaser, verstaute ihn im Holster an ihrem G\u00fcrtel und kletterte in die R\u00f6hre. Vor ihr lag ein Aufstieg \u00fcber sieben Decks.<br \/>\n\u201eWer braucht da ein Fitnessstudio\u201c, dachte sie zynisch.<\/p>\n<p>Deck 3 &#8211; Krankenstation<\/p>\n<p>Der Tag war ruhig, ja beinahe langweilig angebrochen &#8211; genau wie es sich Dr. Amelie Cassiopeia Madison gew\u00fcnscht hatte. Wenn \u00fcberhaupt Patienten auf die Krankenstation kamen, dann waren es kleinere Unf\u00e4lle oder Beschwerden, mit denen das medizinische Hilfspersonal locker fertig wurde.<br \/>\nDas gab der schlanken, dunkelblonden Halbrigelianerin die Gelegenheit, unerledigten Papierkram zu bearbeiten, den neuen Dienstplan aufzustellen und sonstige Routineaufgaben zu erledigen.<br \/>\nW\u00e4hrend sie grade ein paar Patientenakten durchsah, bebte ihr Schreibtisch.<br \/>\nIhr Kaffee kippte um und ergoss sich \u00fcber die Computerkonsole.<br \/>\nErschrocken fuhr Amelie hoch. Das war mehr als nur eine kleinere Ersch\u00fctterung, die von einem technischen Defekt herr\u00fchrte. Es f\u00fchlte sich eher an wie das Erdbeben, das die \u00c4rztin bei ihrem letzten Hilfseinsatz in einer abgelegenen F\u00f6derationskolonie erlebt hatte.<br \/>\nEin Film von kaltem Schwei\u00df \u00fcberzog ihre Handinnenfl\u00e4chen. Das war nicht gut \u2026 Gar nicht gut!<br \/>\nIm n\u00e4chsten Augenblick ging der Alarm los.<br \/>\nAmelie reagierte sofort, wie es sich f\u00fcr eine Sternenflotten\u00e4rztin mit ihrer Erfahrung geh\u00f6rte. Ohne lange zu \u00fcberlegen, schaltete sie ihre Comm-Anlage ein: \u201eAn das gesamte medizinische Personal, bitte halten Sie sich f\u00fcr eine Notsituation an Bord einsatzbereit.\u201c<br \/>\nNichts. Die Leitung war tot.<br \/>\n&#8222;Mist!&#8220;, fluchte sie. Nun musste sie sich wohl oder \u00fcbel darauf verlassen, dass ihre Kollegen, die nicht im Dienst waren, aus eigener Initiative hier auftauchen w\u00fcrden, wenn sie merkten, dass Not am Mann war.<br \/>\nDie \u00c4rztin war sich sicher, dass hier bald jede helfende Hand gebraucht wurde.<br \/>\n\u201eWird wohl doch kein ruhiger Tag\u201c, dachte sie mit einem Sto\u00dfseufzer.<br \/>\nEiligen Schrittes verlie\u00df sie ihr B\u00fcro und st\u00fcrmte in den Empfangsbereich der Krankenstation.<br \/>\nGemeinsam mit ihren Assistenten begann sie, die Krankenstation f\u00fcr das Eintreffen von Verletzten vorzubereiten.<br \/>\nDie Schritte, die pl\u00f6tzlich hinter ihr ert\u00f6nten, klangen fremdartig, mehr wie ein Schlurfen und Trappeln \u2026<br \/>\nOb das bereits der erste Verwundete war?<br \/>\nAmelie fuhr herum und zuckte leicht zusammen, als sie in die riesigen Facettenaugen von Lieutenant Mosr&#8217;anangq&#8217;uaig&#8217;ht starrte. An das Gesicht der Xindi, die auf den ersten Blick an eine \u00fcbergro\u00dfe Ameise erinnerte, hatte sie sich immer noch nicht gew\u00f6hnen k\u00f6nnen. Dabei geh\u00f6rte Mosr&#8217;anangq&#8217;uaig&#8217;ht \u2013 oder Mosq, wie sie kurz und b\u00fcndig genannt wurde \u2013 schon seit zwei Monaten zu ihrem Stab.<br \/>\n\u201eTut mir leid, Doc\u201c, entschuldigte sich die Xindi mit dem unaussprechlichen Namen. Ihre Stimme setzte nach sekundenlanger Verz\u00f6gerung ein, w\u00e4hrend ihre Kieferzangen bereits das typische Klicken und Schnarren von sich gaben, bevor der Universal\u00fcbersetzer es in verst\u00e4ndlichen T\u00f6nen wiedergab. \u201eIch wollte sie nicht erschrecken.\u201c<br \/>\n\u201eSchon gut.\u201c Amelie rang sich ein L\u00e4cheln ab. Das hier war weder der richtige Zeitpunkt noch der richtige Ort f\u00fcr ihre Insektenphobie.<\/p>\n<p>Endlich hatte es Tohan geschafft, die sieben Decks hinter sich zu lassen, und stand vor der T\u00fcr der Krankenstation. Trotz ihres ausgezeichneten Trainings war sie leicht au\u00dfer Atem. Noch ein Schritt trennte sie von der Linderung ihrer rasenden Kopfschmerzen. Sie hatten harmlos angefangen, waren aber durch die anstrengende Kletterei immer schlimmer geworden. Ynarea tat diesen Schritt und die beiden Schotth\u00e4lften zur medizinischen Abteilung des Schiffes glitten auseinander.<br \/>\nEin wahres Katastrophenszenario bot sich der jungen Sicherheitsoffizierin. Verwundete Crewmitglieder \u2013 blutend und mit Verbrennungen \u00fcbers\u00e4t \u2013 kr\u00fcmmten sich auf den Untersuchungsliegen. Krankenschwestern, Sanit\u00e4ter und Assistenz\u00e4rzte wuselten durcheinander, um die Verletzten so schnell wie m\u00f6glich zu versorgen.<br \/>\nAngesichts dieses Elends sch\u00e4mte sich die Trill beinahe, mit einer leichten Kopfverletzung hier aufzutauchen. Vielleicht sollte sie sich einfach das n\u00e4chste Hypospray schnappen, ein Schmerzmittel in ihre Halsschlagader pumpen und weitermachen.<br \/>\nNur dummer Weise war den Hyposprays, die teils unbeaufsichtigt auf Tabletts mit medizinischer Ausr\u00fcstung lagen, nicht anzusehen, was drin war. Es konnte Ynareas Kopfschmerzen verschwinden lassen \u2013 oder sie gleich ins Koma versetzen.<br \/>\n\u201eDoktor Madison?\u201c, rief sie. Wo steckte die Chef\u00e4rztin nur? Vielleicht in ihrem B\u00fcro?<br \/>\nYnarea blickte sie sich suchend um und entdeckte unter den Verwundeten ein Mitglied ihres Teams.<br \/>\n\u201eLieutenant Craine?\u201c Die Trill konnte das Entsetzen in ihrer Stimme nicht ganz unterdr\u00fccken, denn fast die gesamte rechte Gesichtsh\u00e4lfte des Mannes war verbrannt.<br \/>\nDie Xindi-Assistenz\u00e4rztin  \u2013 Ynarea konnte sich den Namen dieses riesigen Insektenwesens beim besten Willen nicht merken \u2013 behandelte die Verletzungen mit einem Hautregenerator, Lieutenant Craine wimmerte dennoch vor Schmerz.<br \/>\n\u201eJacob!\u201c Mit wenigen Schritten war Ynarea bei ihm und hielt seine Hand. \u201eDas wird schon wieder\u201c, beschwichtigte sie ihn.<br \/>\nEr nickte mit zusammengebissenen Z\u00e4hnen.<br \/>\n\u201eMelden Sie sich bei mir, wenn Sie wieder diensttauglich sind. Ich kann zur Zeit jede Hilfe gebrauchen\u201c, bat sie ihn sanft aber nachdr\u00fccklich.<br \/>\n\u201eDer Chief \u2026\u201c, presste Craine heraus.<br \/>\nYnarea sch\u00fcttelte bedauernd den Kopf. \u201eIch hab keine Ahnung, wo Commander Harris steckt.\u201c Oder ob er noch lebt, f\u00fcgte sie in Gedanken hinzu und ihr Magen zog sich zusammen.<br \/>\n\u201eLieutenant Tohan?\u201c, ert\u00f6nte pl\u00f6tzlich die Stimme der Chef\u00e4rztin hinter ihr.<br \/>\nYnarea wandte sich um. \u201eDa sind Sie ja, Doc!\u201c Die Erleichterung war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Endlich w\u00fcrde ihr Sch\u00e4del davor bewahrt, zu zerspringen! Au\u00dferdem war es m\u00f6glich, dass die \u00c4rztin hilfreiche Informationen von einem ihrer Patienten aufgeschnappt hatte. Vielleicht konnten sie dieses mysteri\u00f6se Desaster gemeinsam aufkl\u00e4ren.<br \/>\n\u201eWas zur H\u00f6lle ist hier passiert?\u201c, fragte Amelie, w\u00e4hrend sie ihren Tricorder in die Hand nahm und routiniert zu scannen begann.<br \/>\n\u201eDas wollte ich Sie gerade fragen.\u201c Ynarea l\u00e4chelte leicht. \u201eIch br\u00fctete gerade \u00fcber meinem  Sicherheitsbericht, da schleuderte mich diese Ersch\u00fctterung vom Stuhl. Ich habe Cartoonv\u00f6gelchen gesehen und den Fu\u00dfboden gek\u00fcsst und mir dabei das hier zugezogen.\u201c Sie deutete auf die Wunde an ihrer Schl\u00e4fe.<br \/>\nAmelie untersuchte die Verletzung bereits. \u201eDas sieht nicht sehr ernst aus \u2026\u201c<br \/>\n\u201eWenn es nichts Ernstes ist, dann verarzten Sie mich bitte schnell!\u201c, dr\u00e4ngte Ynarea.<br \/>\nDie \u00c4rztin warf ihr einen missbilligenden Blick zu. Normalerweise behandelte sie in Krisensituationen die schweren F\u00e4lle zuerst und lie\u00df die Leichtverletzten warten.<br \/>\n\u201eJa, ich wei\u00df, andere hier hat es viel schlimmer erwischt als mich\u201c, fuhr die Trill hastig fort, als h\u00e4tte sie Amelies Gedanken gelesen. \u201eAber ich muss dringend zur Br\u00fccke und das Schiff sichern \u2026 herausfinden, wer da oben noch lebt \u2026 im schlimmsten Fall das Kommando \u00fcbernehmen \u2026 Aber dazu muss ich mich konzentrieren, verdammt noch mal! Das kann ich nicht, wenn sich mein Gehirn anf\u00fchlt, als w\u00fcrde es eben von innen an die Sch\u00e4deldecke genagelt werden!\u201c<br \/>\n\u201eNun mal langsam!\u201c Dr. Madisons Blick war der einer Lehrerin, die einen zappeligen Sch\u00fcler zur Ruhe ermahnte.<br \/>\nDie Trill bem\u00fchte sich, nicht allzu fasziniert zur\u00fcck zu starren. Der Kontrast, den diese goldenen Augen zu Amelies jugendlicher Erscheinung boten, bereitete ihr eine leichte G\u00e4nsehaut. Obwohl Dr. Madison bereits auf die F\u00fcnfzig zuging, zeigte ihr Gesicht kaum Falten oder andere Spuren des Alters, was sie wohl ihrer rigellianischen H\u00e4lfte zu verdanken hatte. Doch aus ihren Augen war jegliche Spur von Naivit\u00e4t und Unschuld l\u00e4ngst verschwunden. Es waren die Augen einer Frau, die im Laufe ihres bewegten Lebens zu viel Schlimmes gesehen hatte und dies hinter einer Fassade aus sarkastischem Humor zu verbergen versuchte.<br \/>\nYnarea seufzte ungeduldig.<br \/>\n\u201eOffenbar ist der Bordfunk ausgefallen\u201c, erkl\u00e4rte Amelie, w\u00e4hrend sie mit Hilfe des Tricorders eine erste Diagnose erstellte. \u201eHaben Sie Symptome wie Schwindel oder \u00dcbelkeit?\u201c<br \/>\nYnarea war etwas irritiert von dem pl\u00f6tzlichen Themenwechsel.<br \/>\n\u201eJa, mir war etwas schwindelig \u2026 Am Anfang. Ich nehme an, das r\u00fchrte von meinem unvorhergesehenen Rendezvous mit dem Fu\u00dfboden her. Aber jetzt ist es weg.\u201c<br \/>\n\u201eGut! Das hei\u00dft, Sie haben offensichtlich keine Gehirnersch\u00fctterung\u201c, stellte Madison zufrieden fest.<br \/>\n\u201eFein.\u201c Die Sicherheitsoffizierin atmete tief durch. \u201eAber viel mehr interessiert mich, wie der Status Ihrer Abteilung ist und ob Sie Hilfe brauchen oder etwas wissen, was mir weiterhelfen k\u00f6nnte!\u201c<br \/>\nYnarea h\u00e4tte die \u00c4rztin am liebsten gepackt und kr\u00e4ftig durchgesch\u00fcttelt, als diese scheinbar seelenruhig die Anzeigen von ihrem Tricorder ablas und sich Notizen auf einem Datenpadd machte. Verdammt, begriff die gute Frau den Ernst der Lage nicht oder hatte sie wom\u00f6glich selbst eins auf den Sch\u00e4del bekommen?<br \/>\n\u201eHimmel, Doc, wir haben jetzt keine Zeit f\u00fcr medizinische Feldforschung! Ich brauche einen Statusbericht und ich brauche ihn schnell \u2013 sonst knutschen wir bald einen 500 Kilometer breiten Asteroiden! Ich f\u00fcrchte, dass bedeutet richtig Arbeit f\u00fcr Sie und Ihre flei\u00dfige Ameise \u2026 falls einer von uns den Zusammensto\u00df \u00fcberlebt!\u201c<br \/>\nLieutenant \u201eMosq\u201c, die Ynareas Wunde verarztete, klapperte \u00e4rgerlich mit den Bei\u00dfzangen.<br \/>\n\u201eEntschuldigung\u201c, erwiderte die Trill zerknirscht. Jemanden, der sie gerade von \u00fcbelsten Kopfschmerzen befreite, mit einem Krabbeltier von der Erde zu vergleichen, war wirklich nicht nett.<br \/>\nDr. Madision blickte sie durchdringend an. \u201eErstens dulde ich keine rassistischen Bemerkungen auf meiner Krankenstation, zweitens bin ich rangh\u00f6her als Sie und muss auf Ihren Befehl keinen Bericht liefern. Drittens: So wie es aussieht, wei\u00df ich auch nicht mehr als Sie.\u201c<br \/>\nYnarea wurde immer w\u00fctender. Diese G\u00f6ttin in Wei\u00df sollte dringend ihr Ego zur\u00fccknehmen! In einer Situation, wo es um Leben und Tod ging, auf ihren h\u00f6heren Rang zu pochen, war ja wohl das Allerletzte!<br \/>\n\u201eDann berichten Sie mir doch bitte alles, was Sie mitgekriegt haben, damit ich selbst beurteilen kann, ob Sie tats\u00e4chlich keine Ahnung haben, oder ob es nur so aussieht!\u201c, entgegnete die Sicherheitsoffizierin m\u00fchsam beherrscht.<br \/>\nIn diesem Moment wurde das Schiff von Achtern erneut durchger\u00fcttelt. Einige Patienten fielen aus ihren Betten und kugelten \u00fcber das Deck. Ynarea konnte sich rechtzeitig an ihrer Diagnoseliege festhalten, aber Madison st\u00fcrzte ebenfalls.<br \/>\n\u201eAlles in Ordnung, Doc?\u201c, fragte Ynarea, w\u00e4hrend sie der \u00c4rztin aufhalf.<br \/>\n\u201eWie sie schwer \u00fcbersehen k\u00f6nnen, haben wir hier gut ein Dutzend Verletzte\u201c, erwiderte Amelie mit finsterer Miene und rieb sich ihren schmerzenden rechten Ellbogen. Zwischendurch wies sie zwei eintreffende Assistenten kurz an, OP 1 und 2 in Bereitschaft zu versetzen. \u201eSch\u00e4den auf der Krankenstation wurden mir bisher nicht gemeldet, aber da die Computersysteme teilweise ausgefallen sind und offenbar auch die Kommunikation defekt ist, habe ich nat\u00fcrlich keine Ahnung, wie es im Rest des Schiffes aussieht. Wir haben zwei Patienten in kritischem Zustand, die anderen sind weniger schwer verletzt. Aber auch von denen kann mir keiner sagen, warum sich das Schiff pl\u00f6tzlich in ein Katastrophengebiet verwandelt hat. Ich hoffe, da gen\u00fcgt Ihnen als Statusbericht, Lieutenant. Mehr habe ich leider nicht zu bieten.\u201c<br \/>\n\u201eEs tut mir Leid\u201c, erwiderte die Sicherheitsoffizierin aufrichtig.<br \/>\nAls h\u00e4tte das erneute Beben ihr Gehirn wieder an die richtige Stelle ger\u00fcckt, verstand Ynarea mit einem Mal, unter welchen Druck die \u00c4rztin stand und dass ihre aufgesetzte Gelassenheit nichts weiter als ein notwendiger Schutzwall war. In einem solchen Chaos die medizinische Versorgung zu koordinieren, war alles andere als ein einfacher Job. Amelie erledigte diesen Job mit einer Ruhe und Professionalit\u00e4t, die Ynarea sich selbst nicht zutraute.<br \/>\nHatte sie deshalb diese ungez\u00fcgelte Wut auf Amelie empfunden? Projektzierte sie wom\u00f6glich ihre eigene Unsicherheit?<br \/>\nDer Counsellor h\u00e4tte bestimmt was dazu zu sagen, dachte sie bitter.<br \/>\nDoch er w\u00fcrde es niemals tun, denn er war tot. Bei ihrer Kletterpartie \u00fcber sieben Decks war sie buchst\u00e4blich \u00fcber seine Leiche gestolpert. Er lag am Boden eines Turboliftschachts mit gebrochenem Genick und starrte sie aus seinen toten Augen beinahe vorwurfsvoll an.<br \/>\nEin kalter Schauer lief ihr den R\u00fccken herunter, als sie daran dachte. Sie war kein Freund von Seelenklempnern und hatte mit Counsellor Nils Ericson au\u00dferhalb ihrer Pflichtsitzungen zur Mannschaftsbeurteilung fast nichts zu tun gehabt.<br \/>\nDennoch war der Anblick ein Schock f\u00fcr sie, der sich tief in ihr Bewusstsein eingebrannt und augenblicklich ihre Kopfschmerzen verschlimmert hatte.<br \/>\nHarscher, als es normalerweise ihre Art war, fuhr Dr. Madison fort: \u201eEhrlich gesagt, hatte ich gehofft, dass irgendwann jemand vom Kommandostab hier herunter kommt und uns ins Bild setzt. Normalerweise erfahren wir in der Krankenstation immer als letzte, wenn irgendwas passiert.\u201c<br \/>\n\u201eEs gibt noch etwas, dass Sie erfahren sollten.\u201c Lieutenant Tohan schloss f\u00fcr einen Moment die Augen, holte tief Luft. \u201eCounsellor Ericson ist tot\u201c, stie\u00df sie schlie\u00dflich hervor.<br \/>\nAmelie rang sichtlich um ihre Fassung, dr\u00fcckte entsetzt eine Hand auf den Mund. \u201eNils?\u201c, hauchte sie.<br \/>\n\u201eEs tut mir Leid\u201c, erwiderte Tohan nun zum zweiten Mal.<br \/>\nF\u00fcr die Trill war es hart, aber f\u00fcr Amelie mochte es ein Vielfaches schlimmer sein. Sie und Nils waren befreundet gewesen, sie hatten auch dienstlich eng zusammen gearbeitet.<br \/>\nDie \u00c4rztin wandte sich ab. \u201eWie geht es ihrem Kopf, Lieutenant?\u201c, fragte sie halb erstickt.<br \/>\n\u201eBestens, danke\u201c, antwortete die Trill leicht abwesend.<br \/>\n\u201eGut, Sie sind entlassen. Gehen Sie auf die Br\u00fccke und lassen Sie mich hier meine Arbeit machen.\u201c<br \/>\nYnarea nickte nur und sprang von der Diagnoseliege. Sie beschloss, sich den schnippischen Tonfall Madisons nicht zu Herzen zu nehmen. Die \u00c4rztin galt gemeinhin als etwas launisch, doch unter diesen Umst\u00e4nden hielt sie sich hervorragend.<br \/>\nJeder hatte das Recht, unwirsch zu reagieren, wenn er gerade einen Freund verloren hatte.<\/p>\n<p>Das Einzige, was Petty Officer Enrico Martinelli sah, waren gr\u00fcne und rote Punkte. Er hatte sich vom Wissenschaftslabor in Sektion 32 zur Krankenstation geschleppt und jede Orientierung verloren. Seine Lunge brannte, seine Haut brannte und seine Beine f\u00fchlten sich wie Pudding an. Er hatte kein Zeitgef\u00fchl mehr. Vielleicht war er l\u00e4ngst auf der Krankenstation, vielleicht auch in der H\u00f6lle.<br \/>\nEr erinnerte sich, wie das Schiff schlingerte. Irgendwo hatte es gerumpelt, dass tat es einen Schlag, eine grelle Explosion l\u00f6schte sein Augenlicht, bet\u00e4ubte sein Geh\u00f6r. Martinelle wusste nicht wie lange er ohnm\u00e4chtig gewesen war. Die Kulisse aus Tr\u00fcmmern und gesch\u00e4ftig herum wuselnden Menschen, die er nur als Schemen ausmachen konnte, zeigte ihm, dass irgendein schweres Ungl\u00fcck das Schiff getroffen haben musste.<br \/>\nDas Plasmalabor, in dem er mit einigen Wissenschaftlern gearbeitet hatte, wurde offenbar von einer Feuerwolke gefressen.<br \/>\nHalb blind auf den Knien kriechend, hatte er direkt in das zerfetzte Gesicht von Lieutenant Taval, des Chefanalytikers, gegriffen. Um den leblosen K\u00f6rper des Vulkaniers hatte sich eine blutige Lache gebildet. Die Explosion musste Taval mit voller Wucht getroffen haben und Martinelli w\u00fcrgte jedes Mal, wenn er daran denken musste.<br \/>\nEbenso als er sich erinnerte, wie Lieutenant McDougal, der junge Arch\u00e4ologe, zwischen zwei deformierten Konsolen eingeklemmt lag, von denen eine seine Rippen zertr\u00fcmmert hatte.<br \/>\nHoffentlich hatten seine Erste-Hilfe-Ma\u00dfnahmen ausgereicht, um McDougal am Leben zu halten!<br \/>\nDie Kommunikation war tot, die Luft von Rauch geschw\u00e4ngert. Martinelli sp\u00fcrte eine Hitze von der gegen\u00fcberliegenden Korridorwand. Aus den Schiffspl\u00e4nen wusste er, dass dort Plasmaleitungen verliefen. Sie musste geborsten sein. Ein Brand, der sich langsam \u00fcber die Labore ausbreitete, schwelte im Geheimen. Entfernt h\u00f6rte der Hilferufe in verschiedenen Sprachen, die er nur wenig verstand. So schleppte er sich durch den Rauch. Eine Jeffriesr\u00f6hre hatte ihm geholfen, das n\u00e4chste Deck zu erreichen.<br \/>\nZischend \u00f6ffneten sich die T\u00fcren der Krankenstation. Offenbar war dieser Teil des Schiffes nicht so in Mittleidenschaft gezogen worden.<br \/>\nEr h\u00f6rte Stimmen. Die eine geh\u00f6rte der Chef\u00e4rztin, die andere konnte er nicht identifizieren. Er tat zwei unsichere Schritte in den Raum, wankte, hielt sich an irgendeiner Kante fest.<br \/>\nBlind und verwirrt, wie er war, rief er so laut er konnte: \u201eIst hier jemand? Ich brauche Hilfe! \u2026 Deck 2, Plasmalabor \u2026 Explosion, Plasmabrand \u2026 Lieutenant McDougal verletzt, T\u2019Val ist tot und die anderen \u2026 Ich wei\u00df nicht \u2026\u201c<br \/>\nSeine eigene Stimme klang fremd, heiser.<br \/>\nMartinelli konnte den gestammelten Satz nicht vollenden. Sein Bewusstsein tr\u00fcbte sich ein und er sp\u00fcrte nicht einmal mehr, wie seine Beine wegknickten.<br \/>\nTohan, die die Krankenstation eben verlassen wollte, reagierte sofort und griff geistesgegenw\u00e4rtig nach den st\u00fcrzenden Petty Officer. Er fiel ihr direkt in die Arme und Ynarea fing ihn auf. Sie war zwar eine zierliche Frau, hatte aber durch ihr jahrelanges hartes Kampfsporttraining einiges an K\u00f6rperkraft gewonnen.<br \/>\nMartinelli, der die weichen Arme der Frau sp\u00fcrte und das blumige Parf\u00fcm unter dem allgegenw\u00e4rtigen Gestank von Rauch und Schwei\u00df erschnupperte, schlug f\u00fcr eine Sekunde die Augen auf und l\u00e4chelte verkl\u00e4rt.<br \/>\n\u201eBelinda, endlich bist du wieder bei mir!\u201c<br \/>\nDann glitt er erneut in die Dunkelheit.<br \/>\nBehutsam legte Ynarea ihn auf eine der wenigen freien Pritschen und rief nach einem Sanit\u00e4ter.<br \/>\nEin gut zwei Meter gro\u00dfer Caitianer eilte sofort herbei. Er hatte \u00c4hnlichkeit mit einem L\u00f6wen in Uniform \u2013 besonders da er auf allen Vieren lief, um schneller zu ihr zu gelangen. Mit einem eleganten Satz landete er neben der Diagnoseliege. \u201eEnsign P\u2019Lor zu Diensten\u201c, meldete er und richtete sich zu seiner vollen, beeindruckenden Gr\u00f6\u00dfe auf.<br \/>\n\u201eDanke f\u00fcr die Hilfe, P\u2019Lor.\u201c Ynarea l\u00e4chelte, doch dieses L\u00e4cheln verblasste, als ihr die gestammelten Worte Martinellis wieder in den Sinn kamen.<br \/>\n\u201eEnsign, gibt es unter Ihren Kollegen jemanden, der etwas von Plasmabrandbek\u00e4mpung versteht?\u201c<br \/>\n\u201eHm \u2026\u201c P\u2019Lor sch\u00fcttelte seine dichte M\u00e4hne. \u201eIch bin zwar kein Feuerwehrmann, aber &#8230;\u201c Er sah sich nach der Chef\u00e4rztin um und entdeckte sie zwei Betten weiter, wie sie den gebrochenen Arm einer Technikerin schiente. \u201eDr. Madision \u2026\u201c<br \/>\nDie \u00c4rztin reagierte erst, als ihre Patientin ausreichend versorgt war. \u201eWas gibt\u2019s, P\u2019Lor?\u201c<br \/>\n\u201eDas Plasmalabor steht wom\u00f6glich in Flammen\u201c, antwortete Ynarea anstelle des Caitianers. \u201eIch w\u00fcrde ja bei den L\u00f6scharbeiten helfen, aber &#8211; wie gesagt &#8211; ich muss zur Br\u00fccke. Au\u00dferdem w\u00e4re es gut, wenn Sie mir einen Sani mitgeben k\u00f6nnten, dort oben gibt es mit Sicherheit auch Verletzte.\u201c<br \/>\n\u201eIn Ordnung. P\u2019Lor \u2013 Sie begleiten Lieutenant Tohan\u201c, entschied Dr. Madison.<br \/>\n\u201eUnd das Plasmalabor?\u201c<br \/>\nMadison \u00fcberlegte eine Sekunde. \u201eIch gehe dort hin.\u201c<br \/>\nTohans Blick wanderte von ihr zu Martinelli, dessen Arme und Brust schwer verbrannt waren.<br \/>\nZum Gl\u00fcck tauchte der stellvertretende Chefarzt, Dr. Klax, auf und z\u00fcckte sofort sein Notfall-Medkit.<br \/>\n\u201eKeine Sorge, Lieutenant, ich k\u00fcmmere mich um ihn\u201c, verk\u00fcndete der Denobulaner. Gleichzeitig begann er zu scannen. \u201ePlasmaverbrennungen zweiten und dritten Grades, mittelschwere Kohlenstoffmonoxydvergiftung. Dazu eine Sch\u00e4digung der Sehnerven, die sich aber beheben l\u00e4sst\u201c, diagnostizierte er knapp und ging mit einem Dermalregenerator ans Werk.<br \/>\nAmelie schnappte sich ein Notfallset und wandte sich zum Gehen. \u201eTohan, k\u00f6nnen Sie mir sagen, wie ich am schnellsten zum Plasmalabor gelange, falls die Turbolifte au\u00dfer Betrieb sind?\u201c<br \/>\n\u201eKlar.\u201c Tohan nickte. \u201eSie nehmen Jeffries R\u00f6hre AA23 und halten sich immer links. Das Labor ist genau ein Deck \u00fcber der Krankenstation. Sie k\u00f6nnen es gar nicht verfehlen.\u201c Dann l\u00e4chelte sie fl\u00fcchtig. \u201eViel Gl\u00fcck, Doc.\u201c<br \/>\nDer Caitianer tat bereits einen Satz durch die T\u00fcr, Ynarea warf einen letzten Blick zur\u00fcck. Jetzt, da die Behandlung Martinellis in kompetenten H\u00e4nden lag, konnte sie ruhigen Gewissens auf die Br\u00fccke gehen. <\/p>\n<p>Deck 20-23 Hauptmaschinenraum<\/p>\n<p>Lieutenant Commander Culloden McPherson wischte sich den Dreck und Schwei\u00df aus dem Gesicht, zog sich \u00e4chzend an seinem Arbeitsstuhl hoch, massierte seinen schmerzenden Hintern und betrachtete missmutig, was von seinem Maschinenraum noch \u00fcbrig war.<br \/>\n\u201eDas darf doch nicht wahr sein, mein sch\u00f6ner Warpfeldmodulator!\u201c, jammerte er, als sein Blick auf einen qualmenden Haufen Schrott fiel, der gestern noch sein ganzer Stolz und die Zierde des Maschinenraums gewesen war.<br \/>\nDer Chefingenier der ESTRELLA hatte Wochen damit zugebracht, dieses St\u00fcck fortgeschrittene romulanische Technologie an die Systeme des Schiffes anzupassen und dabei ein Maximum an Leistung rauszuholen.<br \/>\nJetzt \u00e4hnelte der Warpfeldmodulator eher einem surrealistischen Kunstwerk und McPherson war kurz vor einem Wutanfall. Er mochte keine weichen Uhren und erst recht keine weichen Warpspulen!<br \/>\nUngehalten tippte er auf seinen Kommunikator \u2013 besser gesagt: Er schlug ihn.<br \/>\n\u201eMcPherson an Br\u00fccke \u2013 Es gab eine Explosion im Maschinenraum. Kann mir bitte jemand sagen, wer oder was daf\u00fcr verantwortlich ist?\u201c<br \/>\nKeine Antwort.<br \/>\nNa Klasse \u2013 wahrscheinlich sah die Comm-Leitung auch nicht besser aus als sein armer Warpfeldmodulator.<br \/>\nErst jetzt bemerkte Culloden zwei reglose K\u00f6rper neben den Kontrollkonsolen f\u00fcr den Impulsantrieb. Er schnappte erschrocken nach Luft, als er die beiden M\u00e4nner erkannte. \u201eBerman? Vinetti?\u201c<br \/>\nSie hatten schwere Verbrennungen an den H\u00e4nden und Unterarmen, keiner von beiden r\u00fchrte sich.<br \/>\nDer Chefingenieur knirschte frustriert mit den Z\u00e4hnen. Die Krankenstation zu rufen, hatte keinen Zweck, wenn das Comm-System tot war. Kurzerhand trat er gegen eine Wandverkleidung, die sogleich abfiel, und nahm sich zwei Medkits.<br \/>\nSeufzend hockte er sich neben die beiden leblosen M\u00e4nner, heftete ihnen unbeholfen je zwei Kortikalstimulatoren auf die Brust und st\u00fclpte ihnen Beatmungsmasken \u00fcber die bleichen Gesichter. Schlie\u00dflich verabreichte er ihnen eine Dosis Innoprovalin und stand auf.<br \/>\nGott sei Dank schlugen ihre Herzen noch!<br \/>\nKrankenstation \u2026 Culloden pr\u00fcfte sowohl den Ingenieurslift als auch den Turbolift. Beide funktionierten nicht und er fluchte leise.<\/p>\n<p>Die junge Frau hatte jegliches Zeitgef\u00fchl verloren. Sie wusste nicht mehr, weswegen sie eigentlich in die Jeffriesr\u00f6hre gekrochen war. Im ersten Augenblick des Erwachens kannte sie nicht einmal mehr ihren eigenen Namen. Sie erinnerte sich nur vage, dass ein Schlag sie au\u00dfer Gefecht gesetzt hatte. Oder war es eine Druckwelle?<br \/>\nIhr Blick war getr\u00fcbt, wurde jedoch allm\u00e4hlich klarer. Explosionen hallten durch die G\u00e4nge, jagten Schockwellen durch das Schiff und durch ihren K\u00f6rper. Ger\u00e4usche von berstenden Leitungen und zerrei\u00dfendem Metall lie\u00dfen ihr Schauer \u00fcber den R\u00fccken laufen.<br \/>\nWie ein Automat bewegte sie sich vorw\u00e4rts in Richtung Maschinenraum.<br \/>\nAls sich das Schott unter ihren H\u00e4nden \u00f6ffnete, schlug ihr hei\u00dfer Nebel entgegen. Ziemlich unelegant plumpste sie aus der R\u00f6hre und st\u00f6hnte schmerzerf\u00fcllt, als sie auf dem harten Boden des Maschinenraums aufschlug.<br \/>\nLieutenant Astrid Kreuzer, stellvertretende Chefingenieurin der USS ESTRELLA DEL ALBA, hielt vor Schreck den Atem an, als sie endlich klar sehen konnte.<br \/>\nDass der Warpkern ausgefallen war, erkannte sie auf den ersten Blick. Zwei Konsolen brannten lichterloh, ein paar Techniker versuchten das Feuer unter Kontrolle zu bringen und weitere Sch\u00e4den zu verhindern.<br \/>\nAstrid ber\u00fchrte ihren Kommunikator, aber nichts passierte. Sie nahm an, dass er kaputtgegangen war, und probierte es mit der n\u00e4chsten Wandkonsole. \u201eKreutzer an Br\u00fccke \u2026\u201c<br \/>\n\u201eSparen Sie sich die M\u00fche, Lieutenant\u201c, kam die ungeduldige, leicht japsende Stimme ihres Vorgesetzten aus der Qualmwolke. \u201eDie Kommunikation ist im Eimer. Gutes Stichwort \u00fcbrigens: helfen Sie mir, das System wieder herzustellen.\u201c<br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich, Sir\u201c, antwortete Astrid ruhig.<br \/>\nDas \u00fcbrige Personal des Maschinenraums war von Cullodens Art schnell genervt. Ein war ein netter, lustiger, hilfsbereiter Kerl, doch besonders in Krisensituationen schien er Manieren und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen f\u00fcr Luxus zu halten. Das war nat\u00fcrlich ebenso menschlich wie die beleidigte Reaktion einiger seiner Mitarbeiter.<br \/>\nAstrid jedoch war kein Mensch. Ihren irdischen Namen verdankte sie ihren Adoptiveltern, doch ihre blauen Haare und spitz zulaufenden Ohren verrieten ihre fremde Herkunft auf den ersten Blick. Sie geh\u00f6rte zu einer sterbenden Rasse, deren Angeh\u00f6rige in der ganzen Galaxie verstreut waren. Einige lebten auf dem Planeten Plume am Rande des bekannten Universums. Astrid hatte eines Tages erfahren, dass sie dort geboren worden war, und kehrte als junges M\u00e4dchen zu ihren letzten lebenden Verwandten zur\u00fcck, bevor sie \u2013 im zarten Alter von f\u00fcnfzig oder sechzig \u2013 die Entscheidung traf, zur Sternenflotte zu gehen.<br \/>\nMan wusste fast nichts \u00fcber die Angeh\u00f6rigen ihres Volkes \u2013 au\u00dfer dass sie ungew\u00f6hnlich alt wurden. Vielleicht kam daher Astrids \u00fcbermenschliche Gelassenheit, denn Zeit spielte f\u00fcr sie fast keine Rolle und obwohl sie physisch wie ein Teenager erschien, z\u00e4hlte sie schon vierundsiebzig Jahre. Womit sie bei ihrem Volk als gr\u00fcnes Gem\u00fcse galt.<br \/>\nDen Namen dieser Spezies konnte fast kein humanoides Wesen aussprechen. Ein F\u00e4hnrich aus dem Maschinenraum mit einem Faible f\u00fcr klassische Literatur taufte sie kurzerhand die \u201eTolkien\u201c \u2013 wegen ihrer optischen \u00c4hnlichkeit mit den Elben aus dem \u201eHerrn der Ringe\u201c. Astrid gefiel der Klang dieses Namens und so b\u00fcrgerte er sich ein.<br \/>\nMit flinken Fingern tippte Astrid ihren Code in die n\u00e4chstbeste funktionierende Konsole und rief den Status der Systeme ab: \u201eCom-System ausgefallen, Warpkern ausgefallen, Impulsantrieb offline, Notenergie aktiviert \u2026 seltsamer Weise springt der Reserve-Fusionsreaktor nicht an. Die Noternergieversorgung l\u00e4uft derzeit komplett \u00fcber Batterie. Das wird nicht lange halten.\u201c<br \/>\nLieutenant Commander McPherson nahm den Bericht seiner Kollegin zur Kenntnis und brummte missbilligend.<br \/>\n\u201eUnd warum kriegen Sie den verdammten Reaktor nicht zum Laufen.\u201c<br \/>\n\u201eWenn ich das w\u00fcsste, h\u00e4tten wir das Problem wahrscheinlich l\u00e4ngst behoben\u201c, konterte sie scheinbar emotionslos.<br \/>\nCulloden \u2013 oder \u201eCully\u201c, wie ihn seine Freunde nannten, verdrehte die Augen. \u201eAlles, was spitze Ohren hat, nervt auf die gleiche Weise\u201c, dachte er. Dabei verdr\u00e4ngte er geflissentlich seine eigenen vulkanoiden Gene, die ihm seine antarianische Mutter vererbt hatte.<br \/>\n\u201eNotentl\u00fcftung \u2026\u201c, murmelte Astrid gerade. Ihre Augen tr\u00e4nten.<br \/>\nCully grinste. Zuf\u00e4llig wusste er, wo sich die Sauerstoffmasken befanden. Er riss ein weiteres St\u00fcck Verkleidung von der Wand und entnahm zwei Masken, von denen er eine seiner Kollegin reichte. \u201eVersuchen Sie\u2019s mal damit.\u201c<\/p>\n<p>Deck 19 Torpedokatapulte, Bugsektion 14:29 Uhr<\/p>\n<p>Als Taren hinter Richard aus der Jeffriesr\u00f6hre kletterte, blickte er den Lieutenant Commander grimmig an und knurrte: \u201eJetzt wei\u00df ich, wie sich das Plasma in den verdammten Warpspulen f\u00fchlen muss!\u201c<br \/>\nRichard schmunzelte und beobachtete aus dem Augenwinkel, wie der andorianische Lieutenant in einem letzten Aufb\u00e4umen von Optimismus eine der wenigen intakten Konsolen zu reaktivieren versuchte.<br \/>\n\u201eWann haben Sie das letzte Mal so etwas gemacht, Lieutenant?\u201c, fragte er.<br \/>\nDer junge Andorianer atmete h\u00f6rbar ein und aus, seine Antennen bogen sich nach innen \u2013 ein klares Zeichen, dass er verstimmt war. \u201eNur einmal \u2013 w\u00e4hrend des Dominionkrieges\u201c, antwortete er widerwillig.<br \/>\n\u201eAlso wenigstens unter Gefechtsbedingungen. Das erste und letzte Mal, als ich so ein Ding von Hand abgefeuert habe, war ich auf dem Holodeck.\u201c<br \/>\nDie F\u00fchler des Andorianers kr\u00fcmmten sich noch weiter und er atmete zischend aus. \u201eHolodeck?\u201c<br \/>\n\u201eEine Holosimulation. Auf der Akademie.\u201c<br \/>\n\u201eJetzt bin ich aber beruhigt\u201c, gab Taren mit triefender Ironie zur\u00fcck. \u201eWenn Sie mir jetzt noch erz\u00e4hlen, Sie h\u00e4tten damit Ihren Mond auf zwanzig Meter Entfernung getroffen, brauche ich mich ja nur auf meinen Hintern zu setzen und abzuwarten, dass sie uns alle retten.\u201c<br \/>\n\u201eIch glaube eher, Sie haben um Ihren blauen Hintern Angst\u201c, entgegnete Richard unwirsch.<br \/>\nTaren verkniff sich einen passenden Spruch. Immerhin war Harris sein Vorgesetzter und in diesem Sinne hatte der Andorianer den Bogen jetzt schon leicht \u00fcberspannt.<br \/>\n\u201eDie Konsole ist tot\u201c, murrte er. \u201eAlso auf die harte Tour.\u201c Damit deutete er auf die rechte Bodenklappe, w\u00e4hrend er selbst die Klappe links des Zuf\u00fchrungsschachtes, der von Deck 20 herauff\u00fchrte, \u00f6ffnete und begann, die Kontrollen des Abschussschachtes freizulegen.<br \/>\nRichard gelang es, mit Hilfe der Hebelmechanik die Bodenklappe auf seiner Seite St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck weiter aufzustemmen. Noch w\u00e4hrend er einen der Torpedos nach oben beorderte, \u00f6ffnete sich bereits die schwere Verschlusspforte der Abschussrampe.<br \/>\nF\u00fcr Tarens Geschmack dauerte es dennoch viel zu lange, bis der Torpedotubus endlich auf der Zuf\u00fchrungsschiene lag und sich \u00e4chzend Richtung Abschussrampe schon.<br \/>\nKaum war der Torpedo richtig positioniert, lie\u00df der Andorianer die Verschlusspforte zuschnappen und l\u00f6ste die Verriegelung f\u00fcr die Au\u00dfenpforte. \u201eSo, das w\u00e4re \u2026\u201c<br \/>\nTaren wurde mitten im Satz unterbrochen, als ein Ruck durch das Schiff ging und ihn zusammen mit Richard gegen die R\u00fcckwand schleuderte. \u00dcberrascht blickte er zu seinem Vorgesetzten und fragte irritiert: \u201eWer, bei der schwarzen Kreatur der Verdammnis, hat jetzt das Schiff beschleunigt?\u201c<br \/>\n\u201eKeine Ahnung. Hellsehen kann ich auch nicht. Wer immer das war, denn werde ich Kielholen lassen. Ohne Raumanzug\u201c, grummelte der Sicherheitschef, denn das war bereits sein zweites \u201est\u00fcrmischen Rendesvouz\u201c mit einer Wand an diesem Tag.<br \/>\n\u201eUnd den Vollidioten, der unser Schiff in den Liropar-G\u00fcrtel geschickt hat, lass ich ein paar Asteroiden zum Fr\u00fchst\u00fcck essen \u2013 und zwar ohne Joughurt, Milch oder Fruchtsaft\u201c, erg\u00e4nzte er in Gedanken.<br \/>\nLaut sagte er: \u201eOkay, die Torpedos sind geladen. jetzt m\u00fcssen wir noch das Schiff ausrichten und feuern.\u201c<br \/>\n\u201eNichts leichter als das\u201c, bemerkte Taren sarkastisch.<br \/>\n\u201eK\u00f6nnen Sie heute auch noch irgendwas Anderes als Meckern?\u201c, gab der Sicherheitschef ungehalten zur\u00fcck.<br \/>\nDer Andorianer schluckte seinen Zorn herunter und wandte sich dem Einstieg der Jeffriesr\u00f6hre zu. \u201eIch f\u00fcrchte, der unerwartete Schub verk\u00fcrzt die Zeit, die uns bis zum Abschuss verbleibt, Sir. Wir sollten uns also beeilen.\u201c<br \/>\n\u201eDann beeilen Sie sich, verdammt! Die Physikstunde k\u00f6nnen wir ins Abendprogramm verlagern.\u201c<br \/>\n\u201eDa die Kontrollen hier unten tot sind, m\u00fcssen wir wieder nach oben, und von der Br\u00fccke aus feuern\u201c, f\u00fcgte Taren gepresst hinzu. \u201eLassen Sie mich diesmal vorangehen.\u201c<br \/>\n\u201eBitte sehr!\u201c Richard wies ihm mit einer \u00fcbertrieben h\u00f6flichen Geste den Weg. \u201eAllerdings funktionieren auf der Br\u00fccke die Schubkontrollen aber nicht. Unwahrscheinlich, dass sich daran etwas ge\u00e4ndert hat. Ich schlage vor, wir machen das vom Maschinenraum aus. Dort sind wir ohnehin schneller. Praktischerweise ist auch die Shuttlerampe auf dem selben Deck. Wir m\u00fcssen noch das Notsignal absetzen. Also los!\u201c<br \/>\n\u201eMoment mal, Sir \u2026\u201c Mit sichtlich nach innen gebogenen Antennen wandte sich der Andorianer an Harris. \u201eVom Maschinenraum aus pflegt man im Allgemeinen keine Torpedos abzufeuern. Vielleicht sollten Sie sich zum Maschinenraum begeben, w\u00e4hrend ich zur Br\u00fccke zur\u00fcckkehre. Sobald ich auf dem Hauptschirm erkennen kann, dass die ESTRELLA ausgerichtet ist, werde ich den Asteroiden in kosmisches Streugut verwandeln.\u201c<br \/>\n\u201eIn Notsituationen kann der Maschinenraum als Hilfsbr\u00fccke fungieren\u201c, dozierte Richard.<br \/>\nDoch dann wurde ihm klar, dass der Andorianer nicht unrecht hatte. Da nicht bekannt war, wo die Steuersysteme der ESTRELLA gest\u00f6rt waren, konnte es durchaus passierten, dass er vom Maschinenraum aus die Waffen nicht abfeuern konnte.<br \/>\n\u201eOkay, dann machen wir es so. Kehren Sie auf die Br\u00fccke zur\u00fcck, Lieutenant\u201c, entschied der Sicherheitschef daher. \u201eStellen Sie aber Ihren Kommunikator auf die Notfallfrequenz. Vielleicht gelingt es mir, das Comm-System eines Shuttles zu \u00fcberbr\u00fccken, sodass wir Kontakt halten k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\nDie Antennen des Andorianers spreizten sich, zum Zeichen daf\u00fcr, dass er mit der Entscheidung seiner Vorgesetzten hochzufrieden war. \u201eDer Mann hat glasklar erkannt, dass uns die Zeit davonrennt, falls die Systeme im Maschinenraum nicht zufriedenstellend arbeiten sollten\u201c, dachte er.<\/p>\n<p>Deck 19 &#8211; Frachtraum, Achtersektion 14:29 Uhr<\/p>\n<p>Kadett Gral fluchte und tobte, w\u00e4hrend er sich unter einem Berg aus leeren Transportcontainern hervor w\u00fchlte. Mit einem w\u00fctenden Grunzen schleuderte der korpulente Tellarit einige der leichteren Beh\u00e4lter gegen die Wand, wo sie scheppernd zerbrachen.<br \/>\nDer leitende Wissenschaftsoffizier hatte ihn in den Frachtraum geschickt, um einige Probenkoffer zu holen.<br \/>\nPl\u00f6tzlich hatte das Schiff gebebt, einer der Beh\u00e4lter war ihm auf den Kopf gefallen und lie\u00df immer noch Sternchen vor seinen Augen tanzen. Er f\u00fchlte sich schlimmer als nach dem Null-Schwerkraft-Training im letzten Jahr.<br \/>\nMissmutig aktivierte er seinen Kommunikator und musste feststellen, dass die Kommunikation ausgefallen war.<br \/>\nSchnaufend erreichte er schlie\u00dflich den Eingang des Frachtraumes und zw\u00e4ngte sich durch das halb ge\u00f6ffnete Schott. Im Korridor brannte nur noch die Notbeleuchtung.<br \/>\nDie Energieversorgung musste also ebenfalls ausgefallen sein.<br \/>\nDer Kadett lief zum n\u00e4chsten Turbolift und fluchte lauthals, als dieser auch nicht ansprang.<br \/>\nW\u00fctend h\u00e4mmerte er auf die Kontrollen des Lifts, bis er mit einem kl\u00e4glichen Laut, irgendwo zwischen einem Schluchzen und einem Grunzen gegen die Wand sank und sich verzweifelt zu beruhigen versuchte.<br \/>\n\u201eDenk nach, Gral, denk nach \u2026\u201c<br \/>\nEr scharrte aufgew\u00fchlt mit den Hufen, sein Blick durchbohrte ein nahegelegenes Bullauge. Schon in seiner Kindheit hatte der Anblick der Sterne einen wohltuenden Einfluss auf ihn besessen. Diesmal allerdings nicht. Die Dunkelheit sog seine Gedanken auf, die Sterne schienen zu kreisen. Nicht nur in seinem Kopf \u2013 sondern auch dort drau\u00dfen.<br \/>\nGral wollte sich eben abwenden, als er einen gro\u00dfen dunklen Schatten bemerkte, der sich rasch und bedrohlich dem Schiff n\u00e4herte.<br \/>\nSein Herzschlag setzte einen Moment aus. Was mochte das sein? Bestimmt nichts Gutes \u2013 davon war der Tellarit fest \u00fcberzeugt. Bl\u00f6der Weise konnte er das schwarze Ding aus dem All nicht identifizieren, so sehr er sich auch bem\u00fchte.<br \/>\nEs taumelte. Oder das Schiff taumelte. Oder Gral selbst.<br \/>\nWahrscheinlich letzteres.<br \/>\nDer Kadett schloss die Augen, zwang sich, tief und regelm\u00e4\u00dfig zu atmen. Als das Schwindelgef\u00fchl nachlie\u00df, \u00f6ffnete er die Augen wieder.<br \/>\nGral w\u00fcnschte, er h\u00e4tte es nicht getan. Dann k\u00f6nnte er sich der Illusion hingeben, dass dieser Alptraum jetzt vorbei war, dass mit Sicherheit alles gut werden w\u00fcrde \u2026 und kein riesiger Asteroid auf dem Weg war, um das Heck der ESTRELLA zu zerquetschen, als w\u00e4re es ein St\u00fcck Alufolie.   <\/p>\n<p>Maschinenraum<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich hatte Cully einen Geistesblitz, nahm Astrid Kreutzer ihren Kommunikator ab und stellte diesen mithilfe seines Tricorders um. \u201eSo, jetzt m\u00fcssten wir eine Verbindung herstellen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rte er zufrieden und gab sein er Kollegin den Kommunikator zur\u00fcck. \u201eLieutenant, verriegeln Sie jegliche T\u00fcren und Luken bis auf diejenigen, die zu den Jefferiesr\u00f6hren nach Frachtraum zwei f\u00fchren\u201c, ordnete er an. \u201eVersiegeln Sie auch den Zugang von diesem Maschinendeck auf das obere und die beiden unteren Deck. Ich begebe mich \u00fcber die Jeffries-R\u00f6hre dorthin. Wenn Sie fertig sind, stellen Sie sicher, dass jeder in diesem Raum sich irgendwo festh\u00e4lt \u2013 dann geben Sie mir Bescheid und ich \u00f6ffne die Ladetore. Das sollte die Notfall-Kompresskapseln platzen lassen und die normale Atmosph\u00e4re wiederherstellen. Das Gas und Plasma w\u00e4ren wir dann los. Haben Sie verstanden?&#8220;<br \/>\nAstrid l\u00e4chelte unter ihrer Maske. Auch wenn ihr Cully manchmal auf die Nerven ging, verstanden sie sich dennoch bestens \u2013 was nicht zuletzt daran lag, dass sie beide gern auf ungew\u00f6hnliche L\u00f6sungen setzten.<br \/>\nDurch die Rauchschwaden konnte sie ihren Boss nur noch als schemenhafte Gestalt wahrnehmen.<br \/>\n\u201eIch denke, Ihnen ist klar, dass ein nach au\u00dfen ge\u00f6ffnetes Lagertor tempor\u00e4r wie ein Triebwerk wirkt\u201c,  gab sie mit einem Schmunzeln zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eDas ist mir durchaus bewusst\u201c, entgegnete Cully knapp. \u201eErachten Sie alles N\u00f6tige als versiegelt und die besagten Tuben als offen. Die neuen Masken, die wir bekommen haben, sind auch gegen Vakuum, sie k\u00f6nnen also ordentlich was raus lassen. Ich sorge daf\u00fcr, dass hier niemand ohne Maske herumrennt.\u201c<br \/>\nAstrid nickte und machte sich umgehend ans Werk \u2013 als das Schiff sich in Bewegung setzte, als w\u00fcrde es von einer gigantischen Hand angeschoben.<br \/>\nCully dachte zun\u00e4chst, der Druckausgleich durch das offene Ladetor w\u00e4re daf\u00fcr verantwortlich und staunte, wie schnell seine spitzohrige Kollegin das bewerkstelligt hatte.<br \/>\nNoch ahnte er nicht, wie sehr er sich irrte \u2026<\/p>\n<p>Frachtraum<\/p>\n<p>Kadett Gral starrte wie gel\u00e4hmt auf den monstr\u00f6sen Felsbrocken dort drau\u00dfen. Innerhalb weniger  Minuten w\u00fcrde die Masse des Asteroiden den Duraniumtr\u00e4ger der H\u00fclle zusammenstauchen, das Tragwerk zerbrechen und die Panzerung sprengen.<br \/>\nGral nahm an, dass es schnell ging. Das schien der einzige Trost, falls er es nicht rechtzeitig zu einem der Brandschotts schaffen w\u00fcrde. Sollte es zu einem Druckabfall kommen, w\u00fcrden diese Schotts sich automatisch schlie\u00dfen.<br \/>\nAllerdings war das n\u00e4chste \u00fcber siebzig Meter entfernt und Gral war noch nie der Sportlichste gewesen. Dennoch sprintete er los.<br \/>\nDas rettende Schott schien kein St\u00fcck n\u00e4her zu kommen. So verr\u00fcckt, wie es klang \u2013 das Schiff bewegte sich mit ihm. Gral keuchte \u2013 in erster Linie vor Schreck.<br \/>\nDer Asteroid f\u00fcllte nun das gesamte Sichtfeld des Fensters aus. Gral zwang sich, weiter zu rennen, noch schneller \u2026 doch wie in einem Alptraum kam er scheinbar kein St\u00fcck vorw\u00e4rts.<br \/>\n\u201eSchneller, du Fettsack!\u201c, schnauzte ihn eine bekannte aber ungeliebte Stimme von hinten an.<br \/>\nKadett Hohl, der andere Praktikant in der wissenschaftlichen Abteilung.<br \/>\nNomen est omen, dachte Gral genervt. Hohl war ein Tellarit, wie er \u2013 doch im Gegensatz zu Gral und den meisten anderen Angeh\u00f6rigen seines Volkes war er durchtrainiert, sogar einigerma\u00dfen schlank und darum so eingebildet, als w\u00e4re er Mister Universum.<br \/>\nZu seinem unendlichen Frust hetzte Hohl an ihm vorbei, tat einen eleganten Hechtsprung durch das Schott, w\u00e4hrend Gral schnaufte und seine Lungen brannten.<br \/>\nKrachend, splitternd und brennend fra\u00df sich der Asteroid durch die Hecksektion der ESTRELLA. Unmittelbar hinter Gral riss die Decke, ein Beleuchtungsk\u00f6rper explodierte und schickte einen Funkenregen zu Boden, der den Teppich in Brand setzte. Die Wand beulte sich gef\u00e4hrlich nach innen.<br \/>\nGral schrie entsetzt auf, aber er konnte beim besten Willen nicht schneller laufen. Seine Beine f\u00fchlten sich jetzt schon an wie Pudding.<br \/>\n\u201eNa los!\u201c, dr\u00e4ngte Hohl und keuchte. \u201eBeweg deinen fetten Hintern her \u2013 lange kann ich das Schott nicht mehr aufhalten!\u201c<br \/>\nGral horchte auf. Mischte sich etwa Besorgnis in die Stimme dieses Schn\u00f6sels?<br \/>\nIn der Tat \u2013 Hohl stemmte sich mit H\u00e4nden und Hufen gegen das Schott, das ihn zu zerquetschen drohte, sollte er in seiner Kraft nachlassen.<br \/>\nGral \u2013 f\u00fcr einen Moment so ersch\u00f6pft und verzweifelt, dass er sich am liebsten zu Boden geworfen und auf den alles zermalmenden Asteroiden gewartet h\u00e4tte \u2013 gewann durch den Anblick seines \u00e4rgsten Feindes, der mit rot angelaufenem Gesicht und zitternden Muskeln das verdammte Schott aufstemmte, neue Energie.<br \/>\nDas Schiff b\u00e4umte sich auf wie ein Wildpferd, dem sein Reiter die Sporen in die Flanken bohrte. Gral wurde von den F\u00fc\u00dfen gerissen und landete hart auf seinem umfangreichen Bauch. Obwohl er in Sekundenschnelle wieder auf die F\u00fc\u00dfe kam, r\u00fcckte das Inferno aus splitterndem Glas und fliegenden Tr\u00fcmmern so nahe, dass eine Stichflamme beinahe seinen Pelz versengt h\u00e4tte.<br \/>\n\u201eGral, verdammt, kommt schon!\u201c, br\u00fcllte Hohl verzweifelt.<br \/>\nIrgendwo musste ein Leck in der Au\u00dfenh\u00fclle sein, die Luft wurde ins All hinaus gesogen \u2013 und Gral beinahe mit ihr. Mit letzter Kraft stemmte er sich gegen den t\u00f6dlichen Sog. Er w\u00e4re gerannt, wenn es ihm m\u00f6glich gewesen w\u00e4re \u2013 doch nun konnte er froh sein, wenn er \u00fcberhaupt vorw\u00e4rts kam. Wie ein Betrunkener torkelte er den Gang entlang, der Boden unter ihm schwankte wie die Planke eines Segelschiffes, das in einen Orkan geraten war.<br \/>\nDa packte Hohl kurzerhand seinen Arm, zog seinen Kommilitonen mit sich ins Innere, w\u00e4hrend er gleichzeitig das Schott los lie\u00df, das sich kreischend mit seiner Verriegelung paarte \u2013 nur knapp einen Zentimeter hinter Grals F\u00fc\u00dfen.<br \/>\nGral schnappte nach Luft und zitterte am ganzen K\u00f6rper.<br \/>\n\u201eDanke\u201c, brachte er schlie\u00dflich hervor. \u201eAber das mit dem Fettsack zahl ich dir noch heim!\u201c<\/p>\n<p>Br\u00fccke<\/p>\n<p>Ein Donner hallte durch das Schiff, gefolgt von einem heftigen R\u00fctteln. Instinktiv hielt sich Lejla Katic an der Steuerkonsole fest. Wie es aussah, war einer der mittleren Brocken gegen das Schiff geprallt. Die Deflektorschilde mochten den schlimmsten Schaden abwenden, aber eine tiefe Delle gab das mindestens.<br \/>\nLejla unterdr\u00fcckte ein Seufzen, stie\u00df sich von der Konsole ab und wandte sich an ihren bolianischen Kommunikationsoffizier. \u201eLieutenant Tiab, \u00fcbernehmen Sie die Taktik, ich will wissen was da noch so alles auf uns zu kommt.\u201c Da die Nahbereichsscanner nur mit geringer Leistung arbeiteten, waren die kleinen Brocken nicht auf Tarens Scann zu sehen gewesen und Lejlas ganze Besorgnis hatte sich auf den gro\u00dfen Asteroiden fixiert. Doch nun sah sie ein, dass die kleineren auch nicht zu untersch\u00e4tzen waren. Vor allem waren sie viel schneller.<br \/>\nTiab hatte ebenfalls keinen Erfolg, als er die Flugbahn der kleine Asteroiden zu berechnen versuchte.<br \/>\nJede Funktion, die er wiederherstellen konnte, offenbarte drei neue Systemfehler. Tiab war der Verzweiflung nahe. Doch auch wenn er innerlich kochte, lie\u00df er sich nach au\u00dfen wenig anmerken. Bolianer verleugneten ihre Gef\u00fchle zwar nicht, wie es Vulkanier taten, aber er wollte sich dennoch keine Bl\u00f6\u00dfe geben. Schlie\u00dflich war er noch nicht lange auf dem Schiff und die anderen Br\u00fcckenoffiziere sollten nicht auf die Idee kommen, dass er in schwierigen Situationen die Kontrolle verlor.<br \/>\nGerade als er glaubte, seine Paorane \u2013 ein der menschlichen Wut \u00e4hnlicher Zustand \u2013 laut heraus schreien zu m\u00fcssen, sp\u00fcrte er eine Hand auf seiner Schulter.<br \/>\n\u201eSie machen das wirklich gut, Lieutenant\u201c, beruhigte ihn Commander Katics sanfte Stimme.<br \/>\nTiab musste daran denken, dass seine Schultern \u2013 genauer gesagt, sein ganzer Oberk\u00f6rper \u2013 nackt waren. Er war gest\u00fcrzt und an einer zerborstenen Konsole h\u00e4ngen geblieben, die von seinem Uniformoberteil nur ein paar nutzlose Fetzen \u00fcbrig gelassen hatte. In ersten Moment \u00fcberlegte er sogar, ob er den Bauch einziehen sollte, entschied jedoch, dass das albern war.<br \/>\n\u201eVielen Dank, Commander\u201c, antwortete der Bolianer ger\u00fchrt.<br \/>\nWom\u00f6glich w\u00e4re er nicht so verlegen gewesen, wenn er gewusst h\u00e4tte, dass sich Katic bei der fl\u00fcchtigen Ber\u00fchrung auch nicht sehr wohl f\u00fchlte. Die stellvertretende Kommandantin vermied normalerweise K\u00f6rperkontakt, doch ihr Gef\u00fchl sagte ihr, dass Tiab diesen Augenblick der N\u00e4he gebraucht hatte.<br \/>\nMan konnte \u00fcber junge Offiziere in Kommandopositionen sagen, was man wollte \u2013 im Umgang mit der Crew zeigte sie oft mehr Feingef\u00fchl als die so genannten \u201ealten Hasen\u201c. Manche Kommandanten wurden mit den Jahren abgebr\u00fcht, r\u00fcmpfen sogar insgeheim die Nase \u00fcber die \u00c4ngste und Sorgen der \u201eGr\u00fcnschn\u00e4bel\u201c, obwohl diese Aufmunterung und Trost teils bitter n\u00f6tig h\u00e4tten.<br \/>\nKatic beugte sich \u00fcber die Schulter des Bolianers und studierte die Anzeigen auf seiner Konsole.<br \/>\n\u201eIch versuche die zentralen Stellen des LCARS wiederherzustellen, um zumindest die Kommunikationsknoten an Bord wieder ans Laufen zu bekommen. Leider ist es nicht so einfach, die besch\u00e4digten Systeme zu umgehen. Die Leitungen zum Zentralcomputer sind teils abgeschaltet worden, um Zerst\u00f6rung zu vermeiden. Ich habe sie gr\u00f6\u00dftenteils wieder hochgefahren und ich denke, wenn ich einen speziellen Notfall-Code, den ich bis gerade entwickelt habe, anwenden kann, sollten wir in der Lage sein, die Kommunikation wiederherzustellen\u201c, erkl\u00e4rte Tiab nicht ohne Stolz.<br \/>\n\u201eSehr gut\u201c, lobte Katic.<br \/>\nDie junge Kommandantin schien tats\u00e4chlich neue Hoffnung zu sch\u00f6pfen, aber Tiab f\u00fcrchtete,  dass ein Fehler wom\u00f6glich den Ausfall der gesamten Computersysteme zur Folge haben k\u00f6nnte. Gerade LCARS war sehr anf\u00e4llig f\u00fcr St\u00f6rungen, was dramatische Auswirkungen auf die Hardware haben konnte. Tiab musste schlucken. Die langen Erkl\u00e4rungen hatten seine Hals austrocknen lassen, zudem kostete es ihn \u00dcberwindung, hinzuzuf\u00fcgen:\u201c&#8220;Ich bin nicht sicher, ob das System der Belastung standh\u00e4lt. S\u00e4mtliche Datenb\u00e4nke und Konsolen k\u00f6nnten nutzlos werden. Dann h\u00e4tten wir nur noch manuelle Steuerungen und die Zentralkonsolen. Soll ich es wagen, Ma&#8217;am? Die Chancen stehen gut, dass alles richtig l\u00e4uft: 85 zu 15, dass nichts passiert und die Kommunikatoren wieder funktionieren.\u201c<br \/>\n\u201eTun Sie es, Lieutenant\u201c, entschied Katic.<br \/>\nDann wurde sie abgelenkt von einem sichtlich ersch\u00f6pften Andorianer, der pl\u00f6tzlich auf der Br\u00fccke aufgetaucht war. Schwei\u00dfperlen standen auf seiner Stirn und den Antennen.<br \/>\n\u201eDer Torpedo ist abschussbereit\u201c, berichtete er atemlos. \u201eHarris ist auf dem Weg zum Maschinenraum und versucht, das Schiff korrekt auszurichten!\u201c<br \/>\n\u201eHervorragend, Mr Taren!\u201c, erwiderte Lejla bewundernd \u2013 mit einem Qu\u00e4ntchen \u00dcberraschung.<br \/>\nW\u00e4hrenddessen l\u00f6ste Taren den Bolianer an der taktischen Konsole ab. \u201eUnterst\u00fctzen Sie den Commander dabei, die Steuersysteme in Gang zu bringen, Lieutennant\u201c, befahl er.<br \/>\nNach einem Blick auf den Hauptbildschirm fluchte er lautstark auf andorianisch, so dass lejla sich alarmiert umwandte.<br \/>\n\u201eUns bleiben nur noch zwei Minuten f\u00fcr den Schuss \u2013 nicht acht\u201c, erkl\u00e4rte er trocken.<br \/>\n\u201eWir kommen Sie zu der Schlussfolgerung, Lieutenant?\u201c, fragte Katic.<br \/>\n\u201eIch habe die Antennen f\u00fcr so was\u201c, brummte der Andorianer. \u201eUnd die Augen. Ich hoffe, Commander Harris legt einen Zahn zu! Sonst werden wir bald als marmeladenrohprodukt endern, wenn Sie verstehen, was ich meine!\u201c<br \/>\nLejla starrte mit besorgter Miene auf den Bildschirm. Andorianer besa\u00dfen eine \u00fcberlegene Sehsch\u00e4rfe und ein noch besseres r\u00e4umliches Vorstellungsverm\u00f6gen. Aber war es tats\u00e4chlich besser als die Sch\u00e4tzung eines \u2013 zugegeben unzuverl\u00e4ssig funktionierenden \u2013 Computers?<br \/>\nMarmeladenrohprodukt \u2013 der Blaue hatte wirklich eine schr\u00e4gen Humor!<br \/>\nDas L\u00fcftungsgitter der Klimaanlage flog pl\u00f6tzlich von der Wand und verfehlte den Andorianer nur um knappe zehn Zentimeter. Zwei Beine schoben sich aus dem L\u00fcftungsschacht. Eine junge Vulkanierin, deren linker Arm starke Verbrennungen aufwies, fiel aus dem Schacht und landete unsanft auf dem Boden. Die Frau trug eine gerade noch erkennbare blaue Uniform. Ihre Jacke fehlte, offenbar war ein Teil davon als Verband genutzt worden. der Insignienkommunikator hing schief auf ihrer Brust und an ihrem Kragen baumelten etwas desolat die Rankpins eines Lieutenant Junior Grade.<br \/>\n\u201eLieutenant T\u2019Plas, alles in Ordnung?\u201c, rief Katic und half ihr auf.<br \/>\nT\u2019Plas geh\u00f6rte zur Wissenschaftsabteilung und war mit dem stellvertretenden Wissenschaftsoffizier Taval verheiratet.<br \/>\nDass sie jetzt Witwe war, ahnte Lejla noch nicht.<br \/>\n\u201eVergeben Sie mir, Commander. Aber ich komme aus dem Wissenschaftslabor drei. Ein Plasmafeuer breitet sich aus und droht auf die Energieleitungen \u00fcberzugreifen\u201c, berichtete die Vulkanierin mit rauer Stimme. \u201eWenn wir jetzt nicht handeln, wird in f\u00fcnf Komma sieben zwei Minuten das ganze Energienetz ausfallen und \u2026\u201c<br \/>\nWeiter kam T&#8217;Plas nicht. Die Vulkanierin wurde bleich und sank ohnm\u00e4chtig zu Boden.<br \/>\n\u201eFalls Harris nicht innerhalb von eins-komma-zwei Minuten die Lage im Maschinenraum in den Griff bekommt, st\u00f6rt uns der Energieausfall auch nicht mehr\u201c, knurrte Taren in Richtung der bewusstlosen Vulkanierin. Dann konzentrierte er sich wieder auf seine eingeschr\u00e4nkt arbeitenden Instrumente, bereit zu handeln, falls Harris Erfolg haben sollte.<\/p>\n<p>Als Lieutenant Ynarea Tohan die Bodenluke zur Br\u00fccke aufstie\u00df, h\u00f6rte sie bereits die aufgeregten Stimmen ihrer Kollegen. Sie konnte die Stimme des andorianischen TAC identifizieren und atmete vor Erleichterung tief durch. Der Andorianer geh\u00f6rte zu ihren engsten Freunden an Bord der ESTRELLA DEL ALBA und sie h\u00e4tte es nicht ertragen, ihn zu verlieren.<br \/>\nAnscheinend war etwas Ernstes im Busch. Sie vernahm die Worte, Maschinenraum, Torpedo, Asteroid und konnte sich keinen Reim darauf machen. Sie schluckte nerv\u00f6s und rechnete schon mit dem Angriff einer unbekannten Macht.<br \/>\n\u201eHaben Sie mitgekriegt, wovon die dort oben reden, P\u2018Lor?\u201c, fragte sie ihren caitianischen Begleiter.<br \/>\nCaitianer besa\u00dfen erwiesenerma\u00dfen ein sch\u00e4rferes Geh\u00f6r als Trill und so hoffte sie auf eine Antwort. Andererseits war sie nicht sicher, ob sie die wirklich h\u00f6ren wollte.<br \/>\nP\u2019Lor wandte sich mit angelegten Ohren und scharfem Blick zu ihr um. \u201eEin Asteroid droht uns zu rammen, anscheinend versuchen Commander Harris und der Andorianer, diesen manuell abzuschie\u00dfen.\u201c<br \/>\n\u201eErz\u00e4hlen Sie mir was Neues\u201c, erwiderte Ynarea schroffer als beabsichtigt.<br \/>\n\u201eDer Brocken ist schneller, als erwartet\u201c, gab der Caitianer trocken zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eEine gute Nachricht ist heute zu viel verlangt, oder?\u201c, seufzte Yni.<br \/>\n\u201eAm Ende passt wohl alles in Rrhikallas Plan\u201c, meinte der Caitianer lakonisch.<br \/>\n\u201eUnd was haben wir von diesem Plan?\u201c, fragte die Trill gereizt.<br \/>\n\u201eM\u00f6glicherweise nichts.\u201c<br \/>\n\u201eDanke f\u00fcr die Aufmunterung, P\u2019Lor!\u201c<br \/>\nDer Sarkasmus entging dem Caitianer nicht. Er schob seinen geschmeidigen K\u00f6rper aus der Luke und sah sich nach Verletzten um.<br \/>\nYnarea folgte ihm. Ihr Blick erfasste als Erstes eine schwarz verh\u00fcllte Gestalt am Boden \u2026 und noch eine weitere.<br \/>\nSie taumelte ein paar Schritte r\u00fcckw\u00e4rts.<br \/>\nIch habe es satt, andauernd \u00fcber Leichen zu stolpern, ich habe es so was von satt \u2026<br \/>\nYnareas Kehle schn\u00fcrte sich noch weiter zu, als ihr bewusst wurde, dass einer der beiden Toten vermutlich der Captain war. Weshalb sonst hatte Commander Katic den Befehl auf der Br\u00fccke?<br \/>\nSie zwang die aufsteigende Panik nieder, r\u00e4usperte sich und machte somit auf sich aufmerksam.  \u201eLieutenant Tohan, meldet sich zur Stelle und erwartet Befehle \u2026\u201c<br \/>\nTarens Kopf ruckte herum. Der Andorianer l\u00e4chelte weil er unbeschreiblich froh war, sie zu sehen. \u201eYni! Wie eine Bombe einzuschlagen hast du wirklich drauf, das muss dir der Neid lassen!\u201c<br \/>\n\u201eHab ich dich etwa erschreckt, Blaumann? Und ich dachte, du h\u00e4ttest Nerven, wie Drahtseile\u201c, konterte die Trill.<br \/>\nSeine Antennen bewegten sich schnell zur Seite und wieder nach oben. Etwas leiser raunte er dann: \u201eSch\u00f6n, dass Dir nichts passiert ist!\u201c<br \/>\nYni grinste zur\u00fcck, aber der Blick auf den Bildschirm wischte binnen sekunden das L\u00e4cheln von ihrem Gesicht. \u201eWie lange noch \u2026?\u201c, presste sie heraus.<br \/>\n\u201eEtwa eine Minute\u201c, antwortet Taren finster, bevor er sich wieder seinen Instrumenten zuwandte.<\/p>\n<p>\u201eKann ich dir mit der manuellen Zielerfassung helfen? Zwei Paar Augen sehen mehr als nur eines\u201c, bot die Trill an.<br \/>\n\u201eDanke, Yni, du k\u00f6nntest \u2026\u201c<br \/>\nEine weitere Ersch\u00fctterung unterbrach Taren mitten im Satz und lie\u00df das Schiff nach rechts driften. Tohan verlor kurz den Halt und wurde gegen den Andorianer gedr\u00fcckt. Taren schaffte es, trotz seiner Anspannung zu l\u00e4cheln und schob die Frau mit sanftem Griff von sich weg, bevor er wieder zum Monitor blickte.<br \/>\nDer Asteroid wanderte nun schneller \u00fcber den Bildschirm. Cer\u00b4Zydar Taren wurde bei dem Anblick zuerst mulmig \u2013 aber mit einem Mal erkannte er, dass sich das Blatt zu seinen Gunsten wendete. Eine leichte Kurs\u00e4nderung des Schiffes \u2013 vermutlich ausgel\u00f6st durch die Kollision mit dem letzten Asteroiden \u2013 sorgte nun daf\u00fcr, dass sich der gro\u00dfe Brocken geradewegs in die berechnete Flugbahn seines Torpedos schob. Rick musste gar nichts mehr daf\u00fcr tun. Offensichtlich hat sich das Universum doch nicht gegen mich verschworen, dachte Taren und handelte, ohne zu z\u00f6gern.<br \/>\nNoch bevor Ynarea etwas sagen konnte, hatte der Andorianer seinen Finger auf die Sensortaste zum Abfeuern des Torpedos gedr\u00fcckt, den er und Rick m\u00fchsam ausgerichtet hatten. Im n\u00e4chsten Augenblick erschien der grellrote Feuerball auf dem Hauptschirm, und Taren verfolgte gebannt, wie der Torpedo auf den riesigen Felsbrocken zu jagte. Gleich darauf traf er den Asteroiden, beinahe genau im Zentrum, und der Felsbrocken zerriss in einer grellen Explosion.<br \/>\nEinige dumpfe Schl\u00e4ge zeigten an, dass mehrere Tr\u00fcmmerst\u00fccke die Schiffsh\u00fclle trafen. Gl\u00fccklicherweise waren diese zu klein, um ernsthafte Besch\u00e4digungen zu verursachen.<br \/>\nMit einem triumphierenden Leuchten in den Augen blickte Taren zu Ynarea und war f\u00fcr einen kurzen Moment versucht, die Frau an sich zu dr\u00fccken. Aber der Moment verging, ohne dass er etwas Derartiges tat.<br \/>\nZweifelsohne verstand er sich gut mit Ynarea, im Laufe der Jahre waren sie Freunde geworden \u2013 mehr jedoch nicht.<br \/>\nEin Zirpen seiner Konsole sorgte daf\u00fcr, dass seine Gedanken nicht l\u00e4nger um die junge Trill kreisten. Zun\u00e4chst war er dankbar f\u00fcr die Ablenkung.<br \/>\nHastig kalibrierte er die Nahbereichsscanner und seine Euphorie schwand.<\/p>\n<p><strong>To be continued &#8230;<\/strong><em><\/p>\n<div style=\"padding: 10px 0 \"  class=\"interactive_bottom\"><div class='button_holder_left'><iframe allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" src=\"http:\/\/platform.twitter.com\/widgets\/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D572&amp;text=U.S.S. Estrella del Alba &#8211; der Roman&amp;count=horizontal&amp;lang=de_DE  \" style=\"width:65px; height:21px;\"><\/iframe><\/div><div class='button_holder_left'><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D572&amp;layout=box_count&amp;show_faces=false&amp;width=65&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light&amp;height=65\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:65px; height:65px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten paar Kapitel meines Romans zum RPG im SF3DFF-Forum. Am Ende der ersten Episode kommen &#8211; wie versprochen &#8211; die DEFENDER und Captain Lairis vor, aber bis dahin wird noch einiges Wasser die Havel runterflie\u00dfen. Ein Cover gibt es mittlerweile auch. Das SF3DFF-Forum hat einen Contest veranstaltet, den ich gewonnen habe *stolz*: Nun aber &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[139,16],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/572"}],"collection":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=572"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/572\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}