{"id":299,"date":"2008-12-05T17:20:10","date_gmt":"2008-12-05T16:20:10","guid":{"rendered":"http:\/\/st-defender.de\/blog\/defender\/?p=299"},"modified":"2008-12-05T17:20:10","modified_gmt":"2008-12-05T16:20:10","slug":"xmas-story-ein-fest-des-friedens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/st-defender.de\/?p=299","title":{"rendered":"Xmas-Story: &#8222;Ein Fest des Friedens&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Lieutenant Marc van de Kamp strahlte, als er sich auf der festlich geschm\u00fcckten Sternenbasis umsah. Die Hauptbeleuchtung war ged\u00e4mpft, daf\u00fcr funkelten \u00fcber jedem Eingang Lichterketten, replizierte Tannen und Fackeln s\u00e4umten das Promenadendeck, die Verkaufsbuden sahen wie kleine Lebkuchenh\u00e4uschen aus. Das Highlight war jedoch ein gemauerter Kamin im Zentrum des Platzes, die Nachbildung einer mittelalterlichen Burg. Marc fragte sich, ob das Feuer im Inneren echt oder nur holographisch war &#8230;<\/p>\n<p>Nach der letzten Schlacht mit den Klingonen hatte die USS DEFENDER eine General\u00fcberholung dringend n\u00f6tig \u2013 das wusste Lieutenant van de Kamp als Chefingenieur besser als jeder andere. Nun war das Schiff im Hafen von DEEP SPACE 4 eingelaufen und Captain Lairis hatte der gesamten Crew dienstfrei gegeben \u2013 f\u00fcr einen Ausflug auf den Weihnachtsmarkt.<br \/>\nMarc hoffte immer noch, das Sternenflottenkommando w\u00fcrde ihm an Weihnachten Urlaub gew\u00e4hren &#8230; aber die F\u00f6deration war seit drei Monaten im Krieg mit den Klingonen. Ein v\u00f6llig sinnloser Krieg, dessen Gr\u00fcnde der junge Lieutenant nicht nachvollziehen konnte. Es war wohl f\u00fcr einen Menschen manchmal schwer, die Klingonen zu verstehen, trotz der hundertj\u00e4hrigen Allianz beider V\u00f6lker.<br \/>\nEine Allianz, die gebrochen war, als der Klingonischen Kanzler Gowron aus heiterem Himmel beschlossen hatte, wieder zu k\u00e4mpfen, zu erobern, andere V\u00f6lker zu unterwerfen. Zuerst die Cardassianer, dann die F\u00f6deration &#8230; Lieutenant van de Kamp gr\u00fcbelte oft, wie es zu Gowrons Sinneswandel gekommen war \u2013 aber heute wollte er einfach nur die sch\u00f6ne Adventszeit genie\u00dfen. <!--more--><br \/>\n\u201eHerrlich, nicht wahr!\u201c schw\u00e4rmte er.<br \/>\nSeine Begleiterin, eine kurvenreiche Cardassianerin mit langem blauschwarzem Haar, wirkte nicht sonderlich begeistert. \u201eWas soll daran herrlich sein, wenn man eine solide Kampfbasis der Sternenflotte in einen pseudoreligi\u00f6sen Zirkus verwandelt?\u201c konterte sie finster. \u201eIch gebe ehrlich zu, ich kann kein Liedgut mehr h\u00f6ren, das von dieser merkw\u00fcrdigen 3in1-Gottheit der Menschen handelt &#8230;\u201c<br \/>\nMarc lauschte. \u201eAlso, dieses Lied handelt nicht von Gott, glaube ich.\u201c<br \/>\n\u201eDaf\u00fcr aber von klimatischen Bedingungen, die f\u00fcr meine Rasse extrem umgesund sind.\u201c<br \/>\n\u201eAch, Belora, ich hab diese Dreieinigkeit von Gottvater, Sohn und Heiligem Geist auch nie kapiert \u2013 und ich bin ein christlich erzogener Mensch.\u201c<br \/>\n\u201eDie einzig schl\u00fcssige Erkl\u00e4rung w\u00e4re f\u00fcr mich folgende: Dieser Gott oder Jesus hat eine Reise in die Vergangenheit unternommen, um sich selbst zu zeugen \u2013 was sicher mit einem \u00fcberaus verzwackten Zeitparadoxon zusammenh\u00e4ngt &#8230; vielleicht hatte sogar ein Zeitschiff aus dem 29.Jahrhundert oder ein vulkanischer Wahrtr\u00e4umer die Finger im Spiel &#8230; Dann musste ein Ablenkungsman\u00f6ver her, also wurde diese abstruse Geschichte mit dem Heiligen Geist erfunden &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eGlinn Belora Karthal, Sie sind der hoffnungsloseste Fall einer zynischen Materialistin, der mir je untergekommen ist!\u201c schimpfte er emp\u00f6rt. \u201eGlaubt ihr Cardassianer \u00fcberhaupt an irgendwas? Abgesehen von eurem allm\u00e4chtigen Staat und eurer eigenen \u00dcberlegenheit?\u201c<br \/>\n\u201eUnser Staat ist nicht mehr allm\u00e4chtig\u201c, erwiderte sie trocken. \u201eUnd als er noch allm\u00e4chtig war, habe ich nicht an ihn geglaubt.\u201c<br \/>\n\u201eDann glauben Sie also an gar nichts?\u201c<br \/>\n\u201eNur an meine eigene \u00dcberlegenheit.\u201c<br \/>\nMarc verdrehte die Augen.<br \/>\nDa hakte sich Jeremy Prescott, Sicherheitschef der USS DEFENDER, bei den beiden unter. \u201eNa, Mission erf\u00fcllt? Ich hoffe es doch \u2013 denn wenn ich diese ganzen Engelsch\u00f6re noch l\u00e4nger ertragen muss, w\u00e4chst mir gleich Lametta aus den Ohren!\u201c<br \/>\nBelora Karthal, seit einigen Wochen eher unfreiwilliger Austauschoffizier bei der Sternenflotte, l\u00e4chelte s\u00fcffisant. \u201eKann ich davon ausgehen, dass sie dieses Fest auch nicht m\u00f6gen, obwohl Sie ein Mensch sind? Das macht Sie doch gleich ein bisschen interessanter!\u201c<br \/>\n\u201eMuss ich dieses Fest m\u00f6gen, nur weil ich ein Mensch bin?\u201c In Prescotts Frage schwang ein provozierender Unterton mit.<br \/>\n\u201eIch frage mich, weshalb die Menschen es \u00fcberhaupt feiern, Schlie\u00dflich gab es eine Epoche auf der Erde, wo fast jeden Tag irgendwo ein Mann geboren wurde, der sich sp\u00e4ter f\u00fcr Gott hielt &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eJa, der letzte war mein Vater\u201c, grummelte Prescott.<br \/>\n\u201eWas meinten Sie eigentlich mit \u2018Mission erf\u00fcllt\u2019?\u201c wollte Karthal wissen.<br \/>\n\u201eIch brauche einen Weihnachtsbaum\u201c, erkl\u00e4rte Marc.<br \/>\n\u201eDas hei\u00dft also, Ihre Mission ist noch nicht erf\u00fcllt &#8230;\u201c seufzte die Cardassianerin und Prescott stimmte in ihr Seufzen ein.<br \/>\n\u201eWarum seid ihr nicht auf dem Schiff geblieben, wenn euch das alles so nervt?\u201c schoss der Lieutenant zur\u00fcck.<br \/>\nPrescott zuckte die Achseln. \u201eIch wei\u00df nicht &#8230; Gruppenzwang?\u201c<br \/>\nMarcs \u00c4rger klang nicht ab, als er die Auswahl an Weihnachtsb\u00e4umen begutachtete.<br \/>\n\u201eHaben Sie keine Tannen mehr?\u201c fragte er den H\u00e4ndler mit einem Anflug von Verzweiflung in der Stimme.<br \/>\nDer Mann sch\u00fcttelte bedauernd den Kopf.<br \/>\n\u201eFichten? Kiefern?\u201c<br \/>\nWieder ein Kopfsch\u00fctteln.<br \/>\n\u201eHaben Sie wenigstens replizierte Tannen?\u201c<br \/>\n\u201eEs tut mir leid \u2013 die replizierten Tannen sind auch schon alle.\u201c<br \/>\nMarc lie\u00df die Mundwinkel h\u00e4ngen.<br \/>\n\u201eMachen Sie nicht so ein Gesicht, Junge\u201c, versuchte ihn der H\u00e4ndler aufzuheitern. \u201eWom\u00f6glich k\u00f6nnen Sie sich ja mit etwas &#8230; Au\u00dfergew\u00f6hnlichem anfreunden &#8230; einem Weihnachtsbaum, den nicht jeder hat &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eNa gut, zeigen Sie mal\u201c, willigte Marc lustlos ein.<br \/>\nWas er dann sah, lie\u00df sowohl ihm als auch Prescott die Kinnlade herunterklappen: Das Gebilde hatte in etwa die Wuchsform eines T\u00e4nnchens \u2013 aber damit endete auch schon jede \u00c4hnlichkeit. Es sah eher aus wie ein gro\u00dfer lila Farn und aus seinen fingerdicken Zweigen hingen silberne Ranken &#8230; oder Tentakel &#8230; Nein, es waren W\u00fcrmer \u2013 und sie bewegten sich!<br \/>\n\u201ePfui Teufel, Was ist denn das?\u201c platzte Lieutenant van de Kamp heraus.<br \/>\n\u201eDas sind Mileecrons. Sie leben in Symbiose mit diesem Baum\u201c, erkl\u00e4rte der H\u00e4ndler voller Stolz. \u201eWir haben sie mit einer silbernen Lebensmittelfarbe bemalt, damit sie richtig festlich wirken &#8230; das kostet nat\u00fcrlich einige Krediteinheiten &#8230;\u201c Er kicherte verhalten. \u201eAber daf\u00fcr sparen Sie das Lametta.\u201c<br \/>\n\u201eNein vielen Dank, da kann ich das Teil ja gleich mit Gagh schm\u00fccken! Wenn die Klingonen unser Schiff entern, will ich nicht, dass sie auch noch meinen Christbaum abfressen!\u201c<br \/>\nPrescott warf den Kopf zur\u00fcck und lachte aus voller Kehle. \u201eDeine Katze w\u00e4re bestimmt begeistert von diesem Baum.\u201c<br \/>\n\u201eTierqu\u00e4lerei ist das!\u201c murrte Karthal. \u201eHabt ihr F\u00f6derierten keine Direktive gegen solchen Unsinn?\u201c<br \/>\nPrescott lachte erneut und klopfte seinem Freund Marc auf die Schulter. \u201eAlso, sei mir nicht b\u00f6se &#8230; ich nehme dich jetzt beim Wort, beame zur\u00fcck aufs Schiff und \u00fcberlassen dich deinem Elend.\u201c<br \/>\nMarc nuschelte irgendwas.<br \/>\n\u201eIch komme mit\u201c, verk\u00fcndete die Cardassianerin.<br \/>\nPrescott l\u00e4chelte ihr zu. \u201eTut mir Leid. Unsere Kirche hat sich schon immer bestens auf Massenfolter verstanden. Das hier sind die letzten Relikte.\u201c<br \/>\n.<\/p>\n<p>Als Prescott und Karthal am n\u00e4chsten Morgen ihren Dienst antraten, hofften sie, der s\u00fc\u00dflichen Weihnachtsromantik f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit entkommen zu sein. Doch sie hatten sich get\u00e4uscht. Die vielen bunten Lichter, die im Halbdunkel \u00fcber der taktischen Konsole funkelten, geh\u00f6rten auf keinen Fall zu den Armaturen.<br \/>\n\u201eCaptain, was ist denn das???\u201c fragte Karthal irritiert.<br \/>\n\u201eEine Lichterkette.\u201c<br \/>\n\u201eAuf der Br\u00fccke?\u201c<br \/>\n\u201eDie Birnen sind rot, gelb und blau. Passend zu unseren drei Alarmleuchten.\u201c<br \/>\nPrescott schwankte zwischen einem St\u00f6hnen und einem Lachen und verkniff sich beides. Captain Lairis Ilana war Bajoranerin, eine Frau von beinahe makelloser Sch\u00f6nheit, mit langen, kastanienbraunen Haaren, gr\u00fcnen Augen und einem rabenschwarzen Humor. Prescott verehrte sie, trotzdem musste er sich gerade schwer beherrschen, um ihr keinen Vogel zu zeigen. Er konnte noch irgendwie verstehen, dass die Menschen so ein Affentheater wegen Weihnachten veranstalteten &#8230; Aber Lairis? Es war doch gar nicht ihr Glauben, ihre Kultur &#8230;<br \/>\n\u201eIch habe 146 Crewmitglieder in Bord, davon 62 Menschen abendl\u00e4ndischer Herkunft\u201c, erkl\u00e4rte sie \u2013 blickte dabei aber nicht Prescott an, sondern Karthal. \u201eEs kann ihrer Moral nur gut tun, wenn der Captain ihre spirituellen Bed\u00fcrfnisse respektiert.\u201c<br \/>\nWas Prescott betraf, irrte sie sich gewaltig.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<p>Julianna Lairis, die siebzehnj\u00e4hrige, halb menschliche Tochter des Captains, kam kurz vor Weihnachten von Bajor zur\u00fcck. Sie fand, dass das Schiff reichlich kahl und \u00fcberhaupt nicht weihnachtlich aussah \u2013 also bestellte sie kurzerhand einen ganzen Frachtcontainer voller Tannenzweige, Weihnachtsbaumschmuck und Lichterketten.<br \/>\n\u201eSchatz, du bist wohl von einer tollw\u00fctigen Rastipure gebissen!\u201c schimpfte ihre Mutter ungehalten los. \u201eEine Energie\u00fcberladung \u2013 und dieses Zeug &#8230;\u201c Sie nahm einen der Zweige in die Hand. \u201e&#8230; brennt schneller, als man \u2018Heiliger Strohsack\u2019 sagen kann! Das Letzte, was ich mir zu Weihnachten w\u00fcnsche, ist ein Lagerfeuer auf meinem Schiff \u2013 besonders, wenn wir alle darin ger\u00f6stet werden!\u201c<br \/>\n\u201eMom, ich wollte doch nur &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eAlso gut, mein innenarchitektonischer Offizier, walte deines Amtes\u201c, seufzte Lairis. \u201eMit den Lichterketten kannst du keinen Schaden anrichten \u2013 aber versuche nicht, sie an die Hauptenergieleitung anzuschlie\u00dfen. Und keine Adventskr\u00e4nze in sicherheitsrelevanten Bereichen, verstanden?\u201c<br \/>\n\u201eSchon gut, Mom. Ich bin lernf\u00e4hig.\u201c<br \/>\n\u201eDas beruhigt mich sehr!\u201c<br \/>\nJulianna schnappte sich so viele Lichterketten, wie sie unter ihre Arme klemmen konnte, und eilte gl\u00fccklich mit fliegendem Haar davon.<br \/>\n\u201eCaptain &#8230;\u201c begann Marc mit Blick auf den Frachtcontainer. \u201eWir k\u00f6nnten doch die Tannenzweige nehmen, um damit die Offiziersmesse zu schm\u00fccken.\u201c<br \/>\n\u201eMeinetwegen, aber nur f\u00fcr die drei Weihnachtstage und nicht ohne die h\u00f6chsten Brandschutzvorkehrungen.\u201c<br \/>\nAber das Leuchten ihrer Augen verriet, wie sehr ihr die Idee gefiel.<\/p>\n<p>* * *<\/p>\n<p>Am Morgen des 24. Dezember war Lieutenant van de Kamp ziemlich niedergedr\u00fcckt. Einmal im wortw\u00f6rtlichen Sinne, weil seine \u2013 mittlerweile recht gut gen\u00e4hrte \u2013 Katze Misty quer \u00fcber seinem Brustkorb lag. Zum anderen im \u00fcbertragenen Sinne, weil er gezwungen war, das Weihnachtsfest auf einem Kriegsschiff nahe der klingonischen Grenze zu verbringen. Von allen F\u00fchrungsoffizieren hatten nur Counselor T\u2018Liza und der Schiffsarzt, Dr. Ron Tygins Urlaub bekommen. Obwohl T\u2018Liza Vulkanierin war und \u00fcberhaupt nicht Weihnachten feierte &#8230; Marc fand das unfair.<br \/>\nEr lie\u00df seine Mutter ungern an Weihnachten allein. Seit Marcs Vater im Grenzkrieg gegen die Cardassianer gefallen war, neigte sie h\u00e4ufig zu Depressionen. Besonders, wenn das gr\u00f6\u00dfte Familienfest des Jahres vor der T\u00fcr stand.<br \/>\nEr raffte sich auf, rollte die Katze von sich herunter und bewunderte seinen Weihnachtsbaum. Dunkelblaue Nadeln mit einem silbrigen Schimmer &#8230; Im Grunde war die rigellianische Petrolfichte wundersch\u00f6n und Marcs Stimmung hob sich gleich ein bisschen. Er summte ein Weihnachtslied und begann den Baum zu schm\u00fccken \u2013 was gar nicht so einfach war, denn Misty versuchte jede einzelne Kuller zu fangen. Vor allem bimmelnde Gl\u00f6ckchen treiben sie zu absoluten Ekstase.<br \/>\nDann bimmelte es an der T\u00fcr. Commander Jerad Kayn, der Erste Offizier, trat ein, grinste und dr\u00fcckte Marc ein kleines P\u00e4ckchen in die Hand. \u201eFr\u00f6hliche Weihnachten, Lieutenant!\u201c<br \/>\n\u201eOh, danke &#8230;\u201c Marc strich sich schnell das wirre blonde Haar aus dem Gesicht. \u201eIch wusste gar nicht, dass Sie Weihnachten feiern, Jerad &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eIch bin ein Trill, wir feiern die Feste, wie Sie fallen &#8230; Oh, ein blauer Weihnachtsbaum von Rigel 4, wie originell! Na, wenigstens harmoniert er farblich mit Ihrer Katze \u2013 das ist sehr wichtig, wenn sie erst mal drin sitzt.\u201c<br \/>\nWie aufs Stichwort gab es ein begeistertes \u201eMiau!\u201c, Misty hing wie eine Fledermaus in den Zweigen und der Baum schwankte bedrohlich.<br \/>\nJerad klopfte dem Lieutenant auf die Schulter und lachte. \u201eIch hab noch ein bisschen Zeit, bis meine Schicht anf\u00e4ngt &#8230; Was halten Sie davon, wenn ich das liebe Tierchen ablenke, damit Sie den Baum fertig schm\u00fccken k\u00f6nnen?\u201c<br \/>\n\u201eLeider k\u00f6nnen Sie nicht 24 Stunden am Tag hier sein\u201c, seufzte Marc.<\/p>\n<p>Die Offiziersmesse verwandelte sich in einen magischen Ort, erf\u00fcllt von herbem Tannenduft, erhellt von bunten Lichtern und dem prasselnden Feuer eines holographischen Kamins. Flammen und Lichter spiegelten sich tausendfach in goldenen Weihnachtsbaumkugeln, Kristallzapfen, k\u00fcnstlichem Schnee &#8230;<br \/>\nCaptain Lairis hatte sich nicht davon abhalten lassen, beim Dekorieren mitzuhelfen. Nun trat sie einen Schritt zur\u00fcck und betrachtete zufrieden ihr Werk.<br \/>\nLieutenant van de Kamp r\u00e4usperte sich. \u201eIch bin Ihnen wirklich dankbar, dass Sie mir erlaubt haben, diese Krippe in der Offiziersmesse aufzustellen, Captain, und Ihre Hilfe war auch durchaus wertvoll, aber &#8230;\u00e4hm &#8230; Sie haben Maria mit dem Hirten verpaart und Joseph die Schafe h\u00fcten lassen &#8230;\u201c Dann warf er einen scheelen Blick auf den ziegenbock\u00e4hnlichen Kommunikationsoffizier neben ihm. \u201eGucken Sie nicht so gierig, F\u00e4hrich Vixpan \u2013 das Heu ist nicht echt!\u201c<br \/>\nVixpan meckerte entt\u00e4uscht. Der letzte Tannenzweig, an dem er aus Neugier geknabbert hatte, fiel ihm wieder ein und sein R\u00fcckenfell str\u00e4ubte sich. Die Nadeln zu verdauen, war kein Problem gewesen \u2013 doch er hatte die Hilfe einer Krankenschwester gebraucht, um das klebrige Harz von seinem Gaumen wieder abzukriegen.<br \/>\nCaptain Lairis lachte leise. Vixpan war ein loyales und f\u00e4higes Mitglied ihrer Crew \u2013 nur obsiegte beim Anblick pflanzlicher Bestandteile immer wieder sein Magen.<br \/>\nMarc l\u00e4chelte versonnen. Er f\u00fchlte sich in eine andere Welt versetzt, eine friedliche Welt, in der es keinen Krieg und keine Klingonen gab .<br \/>\nEin Ruck schleuderte ihn gegen die Krippe, die Figur des Joseph st\u00fcrzte um und sein Kopf kullerte wie ein makaberer Ball \u00fcber den glitzernden Boden. Die Hauptbeleuchtung flackerte auf, sie war so ern\u00fcchternd wie eine kalte Dusche.<br \/>\n\u201eNicht schon wieder &#8230;\u201c fluchte Lairis erstickt, bevor sie im Laufschritt zum Turbolift eilte. Lieutenant van de Kamp und F\u00e4hnrich Vixpan folgen ihr auf dem Fu\u00df.<br \/>\n\u201eWir werden angegriffen! Captain auf die Br\u00fccke! Ich wiederhole: wir werden angegriffen &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eIst ja gut, Prescott \u2013 ich bin doch schon unterwegs\u201c, knurrte Lairis.<\/p>\n<p>\u201eManchmal frage ich mich, wozu ich dieses Schiff \u00fcberhaupt reparieren lasse\u201c, schimpfte der Captain leise vor sich hin. Ihr rechter Uniform\u00e4rmel war voller Brandl\u00f6cher, verursacht durch einen Funkenregen, der bei der letzten System\u00fcberlastung auf sie niedergeprasselt war. Die Haut darunter sah aus, als h\u00e4tte jemand mehrere Zigaretten darauf ausgedr\u00fcckt. Commander Jerad Kayn, der erste Offizier, hatte eine h\u00e4ssliche Brandwunde auf der Wange.<br \/>\nDer Rest der Br\u00fcckencrew schien unverletzt zu sein.<br \/>\nDie beiden klingonischen Birds of Prey k\u00e4mpften mit wilder Entschlossenheit, aber letztendlich waren sie der DEFENDER unterlegen.<br \/>\nEin Klasse-5-Torpedo zerfetzte das Heck eines klingonischen Schiffes und Prescott erkannte, wie schwer es einigen Crewmitgliedern fiel, ausgerechnet an Heiligabend so viele Leben zu vernichten. Verdammt, seid nicht so sentimental! dachte er grimmig.<br \/>\n\u201eRufen Sie das Schiff!\u201c, befahl der Captain \u2013 aber sie erhielten keine Antwort.<br \/>\nAls Lairis drohte, mit einem Enterkommando an Bord zu kommen, ging der Bird of Prey in Flammen auf.<br \/>\n\u201eMein G\u00fcte!\u201c entfuhr es Prescott.<br \/>\n\u201eSie haben sich selbst zerst\u00f6rt &#8230;\u201c F\u00e4hrich Vixpan war schockiert.<br \/>\n\u201eAber warum?\u201c sinnierte Jerad. \u201eVerdammt, was haben die zu verbergen?\u201c<br \/>\nSie hatten keine Zeit, lange dar\u00fcber nachzudenken. Die brennenden Tr\u00fcmmer des Klingonenschiffes regneten wie ein Meteoritenschauer auf die Schilde der DEFENDER herab, das Schiff \u00fcberschlug sich mehrmals, die Hauptbeleuchtung erlosch, die Br\u00fccke wurde mehr schlecht als recht von der Weihnachtslichterkette erhellt.<br \/>\n\u201eSie hatten keine Chance, sich gegen uns zu verteidigen\u201c, meinte Prescott. \u201eSie waren viel zu wenige \u2013 also sind sie mit einem gro\u00dfen Knall ins Sto\u00b4Vo\u00b4Kor umgezogen.\u201c<br \/>\n\u201eStatusbericht?\u201c verlangte Lairis.<br \/>\n\u201eMittelschwere Sch\u00e4den auf den Decks f\u00fcnf und acht, keine Verluste\u201c, antwortete Vixpan.<br \/>\nDie Kommandantin war sichtlich erleichtert. \u201eUnd die Klingonen?\u201c<br \/>\n\u201eKein Impulsantrieb, keine nennenswerten Waffen, die Lebenserhaltungssysteme pfeifen auf den letzten Loch.\u201c Prescott blickte auf. \u201eWas meinen Sie, Captain \u2013 erl\u00f6sen wir sie von ihrem Elend?\u201c<br \/>\n\u201eNein\u201c, erwiderte Lairis mit ungeahnter Sch\u00e4rfe. \u201eIch habe keine Lust, einem Gegner, der bereits am Boden liegt, den Rest zu geben &#8230; nicht heute.\u201c<br \/>\n\u201eWahrscheinlich ist es genau das, was die Klingonen wollen!\u201c<br \/>\nLairis warf einen Blick auf Vixpan. \u201eRufen Sie sie.\u201c<br \/>\nEin vernarbtes, klingonisches Gesicht starrte zornig auf sie herab. Ein Gesicht, das der Bajoranerin sehr bekannt vorkam &#8230;<br \/>\n\u201eCaptain Ko\u00b4tagh?\u201c<br \/>\n\u201eDas haben Sie fein hingekriegt, Lairis\u201c, knurrte der Klingone. \u201eUns bleibt nicht einmal mehr die Selbstzerst\u00f6rung. Jede Begegnung mit Ihnen beraubt mich eines Teils meiner Ehre &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eIch entschuldige mich nicht daf\u00fcr, dass wir uns verteidigt haben.\u201c<br \/>\n\u201eDann bringen Sie es zuende, verdammt noch mal! Zerst\u00f6ren Sie mein Schiff, damit uns wenigstens ein ehrenvoller Tod verg\u00f6nnt ist.\u201c<br \/>\n\u201eDas Sto\u00b4Vo\u00b4Kor kann warten.\u201c Lairis wandte sie sich an Karthal. \u201eMachen Sie die Bojen startklar. Das Schiff wird eingekreist, bis ich mir \u00fcberlegt hab, was wir damit anfangen.\u201c<br \/>\n\u201eVerdammt, seien Sie kein Wischlappen, Lairis &#8230;\u201c Ko\u00b4tagh schlug mit der Faust auf seine Konsole.<br \/>\n\u201eSobald Sie Ihre Waffensysteme aktivieren oder Ihr Schiff sich weiter als 500 Kilometer vom Fleck r\u00fchrt, werden diese vollautomatischen Bojen das Feuer er\u00f6ffnen\u201c, fuhr sie unbeeindruckt fort. \u201eAber wenn ich mir die Statusanzeigen Ihres Schiffes so ansehe, brauchen wir uns deshalb wohl keine Sorgen zu machen.\u201c<br \/>\n\u201eSie lassen uns in der Falle schmoren, bis uns Nahrung und Sauerstoff ausgeht\u201c, erwiderte Ko\u00b4tagh voller Wut. \u201eIch hab gedacht, Sie h\u00e4tten wenigstens einen Funken Ehre im Leib, aber da habe ich mich wohl get\u00e4uscht!\u201c<br \/>\n\u201eSauerstoff k\u00f6nnen Sie von uns haben \u2013 und ein weihnachtliches Fresspaket beamen wir Ihnen auch noch her\u00fcber.\u201c<br \/>\nKo\u00b4tagh bleckte die Z\u00e4hne. \u201eIst da Ihre Leber drin?\u201c<br \/>\nLairis hob die Augenbrauen. \u201eIch dachte, die Klingonen essen das Herz ihrer Feinde?\u201c<br \/>\n\u201eWenn sie denn ein Herz haben\u201c,  brummte der klingonische Captain und Lairis beendete die Verbindung.<\/p>\n<p>Jerad begleitete Lairis in ihren Bereitschaftsraum. \u201eWas h\u00e4ltst du davon: Wir schleppen die Klingonen mit dem Traktorstrahl ab und lassen das Sternenflottenkommando entscheiden\u201c, schlug er vor.<br \/>\nAber Lairis sch\u00fcttelte den Kopf.<br \/>\n\u201eDie haben doch nicht einmal mehr Impuls \u2013 also wo liegt das Problem?\u201c<br \/>\n\u201eIn ihrem Warpantrieb steckt noch genug Antimaterie, um sich selbst und nebenbei die halbe DEFENDER zu vaporisieren.\u201c<br \/>\nJerad runzelte die Stirn. \u201eDieser Ko\u00b4tagh hat doch behauptet, ihm bliebe nicht einmal mehr die Selbstzerst\u00f6rung.\u201c<br \/>\n\u201eDann hat er gelogen, sch\u00e4tze ich.\u201c<br \/>\n\u201eWieso forderte er dich dann auf, sein Schiff abzuschie\u00dfen?\u201c<br \/>\n\u201eF\u00fcr sein eigenes Logbuch\u201c, vermutete Lairis.<br \/>\n\u201eDu meinst, er will gar nicht sterben? Aber das ist so &#8230; unklingonisch.\u201c<br \/>\n\u201eEr hat sicher nichts dagegen, einen ehrenvollen Tod zu sterben \u2013 aber nicht durch die Hand der Sternenflotte.\u201c<br \/>\n\u201eTut mir Leid, ich hatte zwar sechs Leben \u2013 aber da komme ich nicht mit.\u201c<br \/>\n\u201eVor ein paar Monaten war ich unfreiwilliger Gast auf Ko\u00b4taghs Schiff, er hat mich mit Blutwein abgef\u00fcllt und wir haben verhandelt. Er glaubte, die Sternenflotte h\u00e4tte sich mit den Cardies verb\u00fcndet und die DEFEnder w\u00e4re f\u00fcr das Verschwinden eines seiner Birds of Prey verantwortlich, aber ich konnte ihn schlie\u00dflich von unserer Unschuld \u00fcberzeugen. Die letzte Nachricht, die er mir schickte, hat er noch mit \u2018Kommandant der 9. Flotte der Klingonischen Verteidigungsarmee\u2019 unterschrieben &#8230; das passierte, kurz nachdem die Klingonen eine zivile F\u00f6derationskolonie auf Pargalos IV angegriffen haben. Zwei Tage sp\u00e4ter erkl\u00e4rte die F\u00f6deration den Klingonen den Krieg. Ko\u00b4tagh war schon immer ein Gegner dieses Krieges &#8230; er muss sich beim Hohen Rat irgendwie unbeliebt gemacht haben.\u201c<br \/>\n\u201eDann hat er vielleicht gar kein Interesse daran, dass unser Schiff in die Luft fliegt.\u201c<br \/>\n\u201eDas traue ich ihm auch nicht zu \u2013 aber wir wissen nicht, wer inzwischen alles zu seiner Crew geh\u00f6rt. Sein Erster Offizier braucht ihm blo\u00df ein Messer in den Bauch zu jagen und das Kommando zu \u00fcbernehmen. Dann weht auf seinem Bird of Prey ein anderer Wind.\u201c<br \/>\n\u201eDas mag schon sein, aber &#8230; Was machen wir jetzt mit dem Kerl? Sollen wir seinen Haufen vielleicht zum Weihnachtsessen einladen? Dann k\u00f6nnen sie sich mit Gl\u00fchwein vollaufen lassen, sich unterm Mistelzweig die Schl\u00fcsselbeine brechen &#8230; oder was auch immer.\u201c<br \/>\nLairis schien pl\u00f6tzlich von innen heraus zu strahlen. \u201eDas ist es!\u201c<br \/>\n\u201eIlana, das sollte nur ein Scherz sein!\u201c<br \/>\n\u201eIch erkl\u00e4re es dir sp\u00e4ter. Vertrau mir einfach!\u201c Sie nahm einen Hautregenerator und fuhr damit \u00fcber Jerads Wange. \u201eUnd nun halt still, damit ich deine Wunde behandeln kann.\u201c<br \/>\nAls sie fertig war, strich er mit den Fingern \u00fcber sein Gesicht. \u201eDie Flecken kommen doch wieder?\u201c<br \/>\n\u201eIch denke, schon.\u201c<br \/>\n\u201eWenn nicht, lasse ich mich eben t\u00e4towieren\u201c, flachste er. \u201eUnd jetzt du &#8230;\u201c<br \/>\nSie holte zischend Luft, als er ihren Uniform\u00e4rmel mit einer Schere auftrennte, und als er den Stoff behutsam l\u00f6ste, stie\u00df sie einen erstickten Schrei aus.<br \/>\n\u201eTut mir Leid.\u201c Er strich sanft \u00fcber ihren Hals und ihre Wange. \u201eIch wollte Dir nicht wehtun.\u201c<br \/>\n\u201eNicht so schlimm.\u201c Seine Ber\u00fchrung l\u00f6ste ein hei\u00dfes Prickeln in ihr aus. \u201eWusstest du eigentlich, dass Weihnachten bei den Menschen das Fest der Liebe ist?\u201c<br \/>\n\u201eHmm &#8230; ja.\u201c<br \/>\nIhre H\u00e4nde wanderten unwillk\u00fcrlich \u00fcber seinen R\u00fccken, seine breiten Schultern, seine Brust &#8230;<br \/>\nEr atmete heftig, sein ganzer K\u00f6rper bebte. \u201eWir &#8230; wir sollten das nicht machen. Es ist nicht gut f\u00fcr deine Karriere.\u201c<br \/>\n\u201eAch was, ich habe schon Dinge getan, die viel gef\u00e4hrlicher f\u00fcr meine Karriere sind\u201c, erwiderte sie leichthin.<br \/>\n\u201eWusstest du, dass sich die Menschen am Weihnachtstag unter Mistelzweigen k\u00fcssen?\u201c<br \/>\n\u201eEs sind auch symbiotische Lebensformen, wei\u00dft du &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eWas?\u201c<br \/>\n\u201eMisteln.\u201c<br \/>\nEr l\u00e4chelte breit. \u201eMit scheint, du magst symbiotische Lebensformen.\u201c<br \/>\n\u201eNaja &#8230; wenn sie mich so unwiderstehlich anl\u00e4cheln, wie du &#8230;\u201c<br \/>\nSchritte n\u00e4herten sich und Lairis zuckte zur\u00fcck. Prescotts Kopf lugte durch die halb offene T\u00fcr des Bereitschaftsraums. \u201eVerzeihung, Captain &#8230; St\u00f6re ich bei irgendwas?\u201c<br \/>\n\u201e\u00c4hm, nein &#8230; der Commander und ich spielen nur gerade ein paar Doktorspiele.\u201c<br \/>\nPrescott grinste. \u201eMeine Schicht ist jetzt zuende \u2013 aber wenn Sie noch meine Hilfe als Klingonenb\u00e4ndiger brauchen &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eDanke, aber das ist wirklich nicht n\u00f6tig.\u201c Die Bajoranerin l\u00e4chelte. \u201eMit den Klingonen werden wir schon fertig. Machen Sie sich einen sch\u00f6nen Heiligabend.\u201c<br \/>\nPrescott wandte sich ab, damit der Captain seinen Flunsch nicht sah. Sie hat es immer noch nicht begriffen, dachte er frustriert.<\/p>\n<p>Einige Zeit sp\u00e4ter sa\u00dfen Lairis und Ko\u00b4tagh bei Kerzenlicht im Bereitschaftsraum des Captains zusammen. Das hei\u00dft, am Anfang sa\u00df nur Lairis, w\u00e4hrend der Klingone trotzig stehen blieb. \u201eWas haben Sie mit mir vor?\u201c wollte er wissen. \u201eWieso haben Sie mich auf Ihr Schiff gebeamt?\u201c<br \/>\n\u201eIch revanchiere mich f\u00fcr die zwei F\u00e4sser Blutwein, die Sie mir vor ein paar Monaten spendiert haben. Obwohl mir davon ziemlich schlecht geworden ist.\u201c Sie forderte Ko\u00b4tagh mit einer Handbewegung auf, sich zu setzen. \u201eWie es der Zufall will, haben die Menschen heute einen wichtigen religi\u00f6sen Feiertag. Es geht dabei um so wundervolle Sachen wie Frieden und N\u00e4chstenliebe &#8230;\u201c<br \/>\nDer Klingone schnaubte abf\u00e4llig.<br \/>\n\u201eIch wei\u00df, davon halten Sie nicht viel \u2013 aber ich kann mich durchaus damit anfreunden. Also probieren Sie den Truthahn, er ist wirklich gut!\u201c<br \/>\nKo\u00b4taghs Augen wurden schmal. \u201eSie haben ganz sch\u00f6n Mut, sich hier mit mir allein in einem Raum aufzuhalten. Ich k\u00f6nnte Sie auf der Stelle t\u00f6ten, wenn ich nur wollte.\u201c Wieder zeigte er sein imposantes Gebiss. \u201eIhr Kopf w\u00e4re h\u00fcbsch anzusehen, \u00fcber meinem Bett &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eMein Kopf gef\u00e4llt mir besser, wo er jetzt ist.\u201c Lairis knabberte genussvoll an ihrem Truthahnbraten. &#8222;Ich m\u00f6chte Ihnen ja nicht zu nahe treten, Captain, aber das letzte Mal waren Sie ein wesentlich &#8230; hartn\u00e4ckigerer Gegner.\u201c<br \/>\n\u201eDa kommandierte ich auch noch einen Kreuzer der Vor\u00b4Cha-Klasse\u201c, erwiderte Ko\u00b4tagh missmutig. \u201eAber dann musste ich dem Rat erkl\u00e4ren, weshalb ein einziges, verfluchtes F\u00f6derationschiff meine halbe Flotte ausradiert hat. Die m\u00f6gen es \u00fcberhaupt nicht, wenn jemand den Klingonen \u00fcberlegen ist \u2013 und ich mag es auch nicht! Ich muss wohl noch froh sein, dass ich nur degradiert und nicht hingerichtet wurde!\u201c<br \/>\n\u201eBesonders \u00fcberlegen kamen Sie mir heute nicht vor\u201c, konterte Lairis unverbl\u00fcmt. \u201eDie Cardassianer und die F\u00f6deration sind genau ein Feind zuviel. Gowron verdirbt es sich mit seinem wichtigsten Verb\u00fcndeten, verwickelt Ihr Reich in einen Zwei-Fronten-Krieg und ruiniert es auf diese Weise &#8230; das haben Sie selbst gesagt! Die Klingonische Verteidigungsarmee muss ganz sch\u00f6n heruntergewirtschaftet sein, wenn Sie Birds of Prey der Klasse 1 gegen waffenstarrende Kriegsschiffe der F\u00f6deration in die Schlacht schickt &#8230; Mit Ehre allein kann man so einen ungleichen Kampf nicht gewinnen \u2013 das muss doch selbst Gowron begreifen.\u201c<br \/>\n\u201eGowron begreift gar nichts!\u201c stie\u00df Ko\u00b4tagh hervor.<br \/>\n\u201eAber Sie begreifen es \u2013 und deshalb w\u00fcnsche ich mir, dass wir zusammenhalten! Ich bin nicht so kurzsichtig und t\u00f6te einen der wenigen klingonischen Milit\u00e4rs, die ihren Kopf noch zum Denken benutzen!\u201c<br \/>\nEr griff widerwillig nach der Truthahnkeule, aber dann biss er gierig hinein. \u201eHmm, nicht \u00fcbel. Schade, dass es sich nicht bewegt.\u201c<br \/>\n\u201eSie haben in letzter Zeit nicht viel gutes Essen bekommen \u2026\u201c Lairis musterte ihr Gegen\u00fcber nachdenklich.<br \/>\nEr legte die Keule zur\u00fcck, und sah sie provozierend an. \u201eGeben Sie den toten Vogel meiner Crew!\u201c<br \/>\n\u201eIhre Leute bekommen den selben toten Vogel, keine Sorge. Nur auf unserer Weihnachtsfeier wollte ich sie nicht haben. Sie reden mir zu viel \u00fcber das T\u00f6ten von Cardis \u2013 und das ist kein Thema f\u00fcr einen besinnlichen Abend unterm Tannenbaum. Zumal ich ein cardassianisches Crewmitglied habe.\u201c<br \/>\n\u201eSie haben einen Cardassianer an Bord? Als ehemalige bajoranische Untergrundk\u00e4mpferin?\u201c wunderte sich der Klingone.<br \/>\n\u201eGlinn Karthal geh\u00f6rte zu den liberalen Milit\u00e4rs, die sich nach den gro\u00dfen Volksaufstand auf die Seite der Zivilregierung geschlagen hatten. Ihr Sohn war leider nicht so liberal und hat sie dem \u201aWahren Weg\u2019 ans Messer geliefert. Karthal \u00fcberlebte nur durch pures Gl\u00fcck \u2013 und da entschied ihr Vater, dass sie am Offiziers-Austauschprogramm teilnimmt. Auf einem Schiff der Sternenflotte ist sie wenigstens in Sicherheit \u2026\u201c<br \/>\n\u201eUnd nun dient sie ausgerechnet auf dem einzigen Sternenflottenschiff, das von einer Bajoranerin kommandiert wird?\u201c Ko\u2019taghs Tonfall war leicht ironisch.<br \/>\n\u201eDas ist eine komplizierte Geschichte. Zuerst hat sie unter anderen Captain gedient und mein Schiff gemieden wie die terellianische Pest &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eWieso tun Sie das, Lairis?\u201c unterbrach sie der Klingone unvermittelt.<br \/>\n\u201eDas sagte ich bereits.\u201c Sie nahm einen Schluck Wein. \u201eIch schulde Ihnen keine Erkl\u00e4rungen, sondern umgekehrt.\u201c<br \/>\n\u201eSchulde Ihnen gar nichts\u201c,  murrte Ko\u00b4tagh mit Truthahn zwischen den Z\u00e4hnen.<br \/>\n\u201eWieso haben Sie Ihr Schiff nicht selbst zerst\u00f6rt? Entgegen Ihrer eigenen Aussage h\u00e4tten sie es tun k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\n\u201eW\u00e4ren Sie damit gl\u00fccklich?\u201c<br \/>\n\u201eIch nehme an, mit Ihrer Einstellung haben Sie mehr Feinde bei den Klingonen als bei der Sternenflotte.\u201c<br \/>\nKo\u00b4tagh sah ein, dass es keinen Zweck mehr hatte, eine Schau abzuziehen. \u201eSie haben mich und meine treuen Soldaten auf diesen Seelenverk\u00e4ufer geschickt, damit wir f\u00fcr Schiffe wie Ihres zum Kanonenfutter werden.\u201c Pl\u00f6tzlich grinste er triumphierend. \u201eUnd sie werden sich vor \u00c4rger die Haare ausrei\u00dfen, wenn ich \u00fcberlebe! Ich muss nur zusehen, dass ich vor dem Hohen Rat nicht als Feigling dastehe.\u201c<br \/>\n\u201eDas k\u00f6nnen wir arrangieren. Sobald Sie wieder auf Ihrem Schiff sind, werden wir ein St\u00fcck in den Klingonischen Raum fliegen.\u201c<br \/>\n\u201eMan wird Sie dort nicht gerade willkommen hei\u00dfen.\u201c<br \/>\nDie Bajoranerin l\u00e4chelte verschw\u00f6rerisch. \u201eDas wird man nicht, weil man uns weder sehen noch orten kann.\u201c<br \/>\n\u201eWie ist das m\u00f6glich?\u201c<br \/>\n\u201e\u00dcberlassen Sie das mir.\u201c Mehr wollte Lairis dazu nicht sagen.<br \/>\nDie DEFENDER besa\u00df n\u00e4mlich eine Tarnvorrichtung geh\u00f6rt, die auf Interphasen-Technologie basierte. Sobald das Klingonenschiff angedockt war, w\u00fcrde es ebenfalls vom Tarnfeld der DEFENDER eingeschlossen werden, ohne das die Klingonen, deren Sensoren genauso im Eimer waren wie ihr Hauptbildschirm, etwas davon mitbekamen. Sobald Lairis in die N\u00e4he eines Klingonischen Au\u00dfenpostens kam, w\u00fcrde sie die Andockklammern l\u00f6sen, ohne die Tarnung ihres eigenen Schiffes aufzugeben.<br \/>\n\u201eErz\u00e4hlen Sie Ihren Vorgesetzten folgendes: Sie haben tapfer gegen uns gek\u00e4mpft und eine ehrenvolle Niederlage erlitten \u2013 nur leider war die Sternenflotte zu sentimental, um Sie abzuschie\u00dfen. Statt Ihnen Ihren glorreichen Einzug ins Sto\u00b4Vo\u00b4Kor zu g\u00f6nnen, hat sich die Schweinebande einfach zur\u00fcckgezogen, um irgendein gef\u00fchlsduseliges Fest zu feiern &#8230; Sie haben sich schlie\u00dflich auf den Heimflug nach Kronos gemacht, bis Ihr Antrieb endg\u00fcltig den Geist aufgegeben hat, genau wie Ihre Tarnung. Wegen des Ausfalls Ihrer Sensoren wussten Sie nicht genau, ob Sie noch in feindlichem Gebiet sind, oder schon auf klingonischem Territorium. Ach &#8230; und Ihren Warpkern werfen Sie vorher ab. Nur f\u00fcr den Fall, dass nicht alle Ihre Soldaten so treu sind, wie Sie denken!\u201c<br \/>\nKo\u00b4tagh fixierte sie angriffslustig und f\u00fcr einen Moment f\u00fcrchtete Lairis, er w\u00fcrde seine Drohung wahr machen und sich auf sie st\u00fcrzen. \u201eFalls Ihr absurder Plan nicht funktioniert oder gar eine Falle sein sollte \u2026 dann schw\u00f6re ich, Captain, t\u00f6te ich Sie auf der Stelle.\u201c<br \/>\n\u201eWomit?\u201c<br \/>\n\u201e\u00dcberlassen Sie das mir.\u201c<br \/>\nLairis musterte ihn mit einem durchdringenden Blick. \u201eAch kommen Sie, Ko\u2019Tagh! Sie wissen, dass ich kein Interesse hab, Ihnen eine Falle zu stellen! Was Sie vorhin auf meinem Sichtschirm abgezogen haben, war doch nur eine Show f\u00fcr Ihr eigenes Logbuch, damit Ihnen sp\u00e4ter niemand Ehrlosigkeit oder Kollaboration mit der Sternenflotte anh\u00e4ngen kann!\u201c<br \/>\n\u201eSie sind wahrlich schlauer als sie aussehen\u201c, knurrte der Klingone.<br \/>\n\u201eAber warum haben Sie sich nicht gleich zu erkennen gegeben, verdammt? Wieso haben Sie gegen uns gek\u00e4mpft, bis wir Ihr Schwesterschiff ins Sto\u00b4Vo\u00b4Kor geblasen haben?\u201c<br \/>\nKotagh z\u00f6gerte einen Moment. \u201eWeil der Teil von mir, der diese Existenz gr\u00fcndlich satt hat und am liebsten ins Sto\u00b4Vo\u00b4Kor \u00fcberwechseln w\u00fcrde, f\u00fcr eine Weile die Oberhand gewonnen hatte.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSie muss verr\u00fcckt geworden sein!\u201c Prescott kippte sich einen weiteren Schluck Cognac herunter und unterdr\u00fcckte ein R\u00fclpsen.<br \/>\n\u201eLairis? Die wurde doch schon verr\u00fcckt geboren. Alle Bajoraner sind verr\u00fcckt, das liegt am Wurmloch.\u201c Karthal nahm die Flasche und goss ihr ganzes Glas voll.<br \/>\n\u201eHe, jeder, der so was gegen den Captain sagt, kriegt mit der Rute den Hintern voll \u2013 oki doki?\u201c<br \/>\n\u201eIhre Eltern m\u00fcssen ja wahnsinnig stolz sein, so einen braven dreihundertprozentigen kleinen Sternenflottenoffizier zum Sohn zu haben.\u201c<br \/>\n\u201eIrrtum, das sind sie nicht. Die hassen mich. Und ich hasse sie. Ende der Geschichte.\u201c Prescott blinzelte die Cardassianerin aus tr\u00fcben Augen an. \u201eWie viele Klingonen hat sie doch gleich eingeladen?\u201c<br \/>\n\u201eNur einen. Den Captain, glaube ich.\u201c<br \/>\n\u201eEin Gl\u00fcck! Ich dachte schon an einen besoffenen Klingonenchor, der \u2018Santa Claus is coming to Town\u2019 singt \u2013 und mir lief es eiskalt den R\u00fccken herunter.\u201c<br \/>\nKarthal musste so heftig lachen, dass sie die H\u00e4lfte ihres Cognac versch\u00fcttete. Sie stellte das Glas notgedrungen ab.<br \/>\nPrescott runzelte verwundert die Stirn. Er hatte die Cardassianerin noch nie so ausgelassen und fr\u00f6hlich erlebt &#8230; Doch ihr Lachen ging allm\u00e4hlich in ein Schluchzen \u00fcber. Sie wandte sich ab und wischte sich schnell mit dem Handr\u00fccken \u00fcber die Wange.<br \/>\n\u201eBelora, was ist los?\u201c Er nahm ihre H\u00e4nde vorsichtig in seine, aber sie zog sich zur\u00fcck, als h\u00e4tte sie einen Stromschlag erhalten.<br \/>\n\u201eLassen Sie mich in Ruhe!\u201c<br \/>\n\u201eDann h\u00e4tten Sie nicht mit in mein Quartier kommen d\u00fcrfen.\u201c<br \/>\n\u201eWei\u00df ja auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe\u201c, murmelte Karthal, machte aber keine Anstalten, zu gehen.<br \/>\n\u201eAlso, was ist los?\u201c hakte Prescott noch einmal nach. \u201eIch verstehe Sie vielleicht besser als Sie denken \u2013 und ich habe jede Menge Taschent\u00fccher.\u201c<br \/>\nKarthals Lachen klang diesmal eher halbherzig. \u201eIch &#8230; es muss am Schnaps liegen &#8230; oder an diesem eigenartigen menschlichen Fest &#8230; alle reden von ihren Familien, wie gern sie heute bei ihnen sein w\u00fcrden &#8230; und wenn ich an meinen Sohn denke &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eBelora, er hat Sie an diesen Terroristenhaufen, diesen \u2018Wahren Weg\u2019 ausgeliefert &#8230; diese \u2018Cardassia den Cardassianern und die F\u00f6deration ist an allem Schuld\u2019-Matschbirnen &#8230; Wenn mein Sohn so ein Verr\u00e4ter-Arsch w\u00e4re, hatte ich ihn auch versto\u00dfen!\u201c<br \/>\n\u201eAber er ist dennoch mein Kind!\u201c Karthal sp\u00fclte den Klo\u00df in ihrer Kehle mit mehreren Schluck Weinbrand herunter. \u201eDann denke ich an meinen Mann &#8230; er l\u00e4sst sich jetzt wahrscheinlich genauso vollaufen wie wir &#8230; bis zur Besinnungslosigkeit. Verstehen Sie nicht &#8230; die Familie ist das wichtigste f\u00fcr einen Cardassianer! Aber gerade, was Familie angeht, habe ich so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eSie tragen nicht die Schuld\u201c, versuchte Prescott sie zu tr\u00f6sten.<br \/>\nKarthal blinzelte die Tr\u00e4nen weg. \u201eDas sage ich mir auch immer wieder &#8230; meistens funktioniert es sogar.\u201c<br \/>\nPrescott legte eine Hand auf ihre Schulter, und diesmal schlug sie sie nicht weg. \u201eLassen Sie mal, dieser ganze \u201aJesus-Maria-und-Joseph\u2019-Stuss macht mich auch ganz krank! \u2018Der Herr ist mein Hirte, er weidet mich auf gr\u00fcner Aue\u2019 &#8230; Was f\u00fcr ein Schwachsinn!\u201c<br \/>\nKarthal grinste. \u201eWenn F\u00e4hnrich Vixpan das h\u00f6rt, konvertiert er noch.\u201c<br \/>\nPrescott lachte und hob sein Glas. \u201eProst!\u201c<br \/>\nIhre Gl\u00e4ser stie\u00dfen so heftig zusammen, dass es klirrte. \u201eRunter damit.\u201c<br \/>\nPrescott blickte sie entgeistert ein. \u201eHaben Sie nicht mehr alle? Das ist Cognac \u2013 kein Bet\u00e4ubungsmittel!\u201c<br \/>\n\u201eWas ist da der Unterschied?\u201c<br \/>\n\u201eEs ist Cognac!\u201c<br \/>\n\u201eEs ist kein Kanar!\u201c<br \/>\n\u201eMeine Fresse, sind Sie immer so unflexibel?\u201c<br \/>\n\u201eIhre Eltern hassen Sie, ja?\u201c<br \/>\nPrescott lie\u00df sich neben Karthal auf die Couch fallen, alle viere von sich gestreckt. \u201eKennen Sie \u2018Prescott Industries\u2019? Nein? Da haben Sie nix verpasst &#8230; Keine Schweinerei, wo die nicht ihre Finger drin hatten &#8230; \u2018Was, da ist irgendwo ein fieser Diktator, der seine eigenen Leute ausbeuten, foltern und abschlachten l\u00e4sst? Schieben wir ihm doch schnell ein paar blaue Kacheln in den fetten Arsch, sonst k\u00f6nnte es ja sein, dass sie aufh\u00f6ren, nach Amerikas Pfeife zu tanzen und der Profit im Klo verschwindet &#8230; Dann kam die F\u00f6deration und ihr feines Konsortium wurde h\u00fcbsch klein gehackt, so dass sie nichts mehr zu sagen haben &#8230; Logisch, dass sie eine Stinkwut auf die F\u00f6deration haben. Seit ich zur Sternenflotte gegangen bin, spricht mein Vater nicht mehr mit mir. Meiner Mutter und meine Schwester schicken mir alle Jubeljahre mal nen Geburtstagsgru\u00df, aber &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eWarum wandern Ihr Vater und Konsorten nicht aus, wenn sie die F\u00f6deration so sehr hassen &#8230; Nach Cardassia, zum Beispiel?\u201c<br \/>\nPrescott lachte rauh. \u201eDa w\u00fcrden sie wunderbar hinpassen.\u201c Er rutschte unauff\u00e4llig n\u00e4her an sie heran. \u201eViel besser als Sie, finde ich &#8230;\u201c<br \/>\nKarthal nahm ihn bei den Schultern und hielt ihn auf Abstand \u2013 sanft aber bestimmt.<br \/>\nPrescott l\u00e4chelte verlegen. \u201eTschuldigung, vergessen Sie es &#8230; was da eben in mich gefahren ist &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eIch denke, das, was Sie gerade ausfahren wollten, ist das gr\u00f6\u00dfere Problem\u201c, entgegnete sie mit gutm\u00fctigem Spott.<br \/>\nPrescott ging nicht darauf ein sondern verstieg sich immer mehr in die sch\u00e4umende Wut auf seinen Erzeuger. \u201eJa, mein reizender Daddy &#8230; er ist nicht nur eine despotische Nervens\u00e4ge, er ist sogar ein Wohlt\u00e4ter und Menschenfreund! Gibt jede Weihnachten eine gro\u00dfkotzige Gala f\u00fcr Waisenkinder auf irgendwelchen r\u00fcckst\u00e4ndigen Planeten &#8230; Planeten, die er drei Wochen vorher noch mit chemiewaffentauglichem Gas beliefert hat &#8230; eine verlogene Schei\u00dfe ist das alles, nur zur Verbl\u00f6dung da, die ganze verdammte Religion &#8230; \u2018Du sollst nicht t\u00f6ten, du sollst nicht stehlen, du sollst deinen N\u00e4chsten lieben wie dich selbst und eher geht ein Kamel durchs Nadel\u00f6hr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt\u2019 &#8230; Aber was bitte haben die Menschen zweitausend Jahre lang getan? Sich gegenseitig umgebracht, verletzt und \u00fcbers Ohr gehauen &#8230; Kriege angezettelt im Namen Gottes &#8230; das ganze Universum auf den Kopf gestellt, damit das Geld aus ihres N\u00e4chsten Tasche in ihre eigene Tasche kommt &#8230;\u201c<br \/>\n\u201eWissen Sie, ich hab mich aus aktuellem Anlass ein wenig mit der Bibel besch\u00e4ftigt &#8230; Wenn man das so betrachtet, hat die F\u00f6deration euch den ersten christlichen Staat beschert. Obwohl die Kirchensteuer abgeschafft wurde und sich kein Politiker mehr auf Gott beruft. Ironie des Schicksals. Vielleicht musstet ihr eure Religion erst abschaffen um danach zu handeln.\u201c<br \/>\n\u201eAber wozu brauchen wir dann noch Weihnachten?\u201c<br \/>\n\u201eWeil &#8230;\u201c Karthal \u00fcberlegte einen Moment. \u201eIch denke, die Menschen feiern Weihnachten einfach, weil es ihnen Freude macht.\u201c<br \/>\nPrescott sch\u00fcttelte den Kopf und lachte leise. \u201eEs ist verr\u00fcckt: Eine Bajoranerin spielt die gute Weihnachtsfee und eine Cardassianerin erz\u00e4hlt mir was \u00fcber die Bibel. Dabei sind Sie momentan die einzige Person, die mich versteht.\u201c<br \/>\nDie Cardassianerin schmunzelte. \u201eNat\u00fcrlich verstehe ich Sie. Wie gesagt, l\u00e4uft in meiner Familie auch nicht alles rund.\u201c<br \/>\n\u201eWenn ich jemals eine richtige Familie hatte, dann ist sie hier\u201c, bemerkte Prescott gedankenverloren.<br \/>\nKarthal erhob sich und streckte ihm die H\u00e4nde entgegen. \u201eIn der Offiziersmesse l\u00e4uft eine Weihnachtsfeier. Gehen wir hin!\u201c<br \/>\n\u201eIst das Ihr Ernst?\u201c<br \/>\n\u201eNat\u00fcrlich. Gehen wir, bevor Sie mir wieder auf die Pelle r\u00fccken.\u201c<br \/>\nPrescott grinste. \u201eIch nehme nur schnell eine Tablette, die mich wieder n\u00fcchtern macht \u2013 und ich glaube, Sie k\u00f6nnen auch eine gebrauchen.\u201c<br \/>\nEine halbe Stunde sp\u00e4ter standen sie vorm Eingang zur Offiziersmesse. Karthal r\u00fcmpfte die Nase, als sie die Weihnachtsgirlande sah. \u201eWer ist blo\u00df auf die Idee gekommen, dauernd gr\u00fcne Koniferenzweige mit roten Kullern zu kombinieren!\u201c<br \/>\n\u201eAch ich finde &#8230;\u201c Prescott l\u00e4chelte vers\u00f6hnlich. \u201eIch finde, es sieht sehr h\u00fcbsch aus.\u201c<\/p>\n<p>Inmitten des Lichtermeers, neben einem pr\u00e4chtig gesch\u00fcckten Weihnachtsbaum, standen Lieutenant van de Kamp und Captain Lairis und blickten hinaus zu den Sternen.<br \/>\n\u201eEs ist schon komisch, Weihnachten so zu verbringen: Aus der Phase geschoben, mitten im klingonischen Gebiet &#8230; am Anfang war ich gar nicht begeistert, dass ich hier bleiben muss \u2013 aber jetzt m\u00f6chte ich nirgendwo anders sein.\u201c<br \/>\n\u201eWenigstens haben wir die Klingonen erfolgreich nach Hause gebracht.\u201c<br \/>\n\u201eJa, Captain, wir haben einem notleidenden Feind geholfen. Es gibt wohl nichts Weihnachtlicheres.\u201c<br \/>\n\u201eKo\u2018tagh ist kein Feind &#8230;nicht wirklich.\u201c<br \/>\n\u201eWas ist mit den \u00fcbrigen Klingonen? Ob sie uns heute nochmal angreifen?\u201c<br \/>\n\u201eNein, heute nicht\u201c, erwiderte Lairis voller \u00dcberzeugung.<br \/>\nDenn heute war ein ganz besonderer Tag.<\/p>\n<p>ENDE<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Tahoma,Helvetica; font-size: x-small;\">__________________<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Tahoma,Helvetica; font-size: x-small;\">(C) Adriana Wipperling (Neufassung von 2008)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<div style=\"padding: 10px 0 \"  class=\"interactive_bottom\"><div class='button_holder_left'><iframe allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" src=\"http:\/\/platform.twitter.com\/widgets\/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D299&amp;text=Xmas-Story: &#8222;Ein Fest des Friedens&#8220;&amp;count=horizontal&amp;lang=de_DE  \" style=\"width:65px; height:21px;\"><\/iframe><\/div><div class='button_holder_left'><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D299&amp;layout=box_count&amp;show_faces=false&amp;width=65&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light&amp;height=65\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:65px; height:65px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lieutenant Marc van de Kamp strahlte, als er sich auf der festlich geschm\u00fcckten Sternenbasis umsah. 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