{"id":141,"date":"2010-01-04T20:12:56","date_gmt":"2010-01-04T19:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/st-defender.de\/blog\/defender\/?p=141"},"modified":"2014-08-26T10:00:28","modified_gmt":"2014-08-26T10:00:28","slug":"teil-1-initiation","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/st-defender.de\/?p=141","title":{"rendered":"Star Trek &#8211; Resistance, Teil 1: Initiation"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/resistance-1-klein.jpg\" rel=\"lightbox[141]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/resistance-1-klein-214x300.jpg\" alt=\"resistance-1-klein\" width=\"214\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1389\" srcset=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/resistance-1-klein-214x300.jpg 214w, http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/resistance-1-klein-248x348.jpg 248w, http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/resistance-1-klein.jpg 286w\" sizes=\"(max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/a>F\u00fcr alle, die mich &#8222;nerven&#8220;, wann es denn endlich mit Defender weiter geht, gibt&#8217;s was f\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Mir ist ein angefangener Roman aus dem Jahr 2003 in die H\u00e4nde gefallen, seit dem juckt mich eine Geschichte \u00fcber die cardassianische Besetzung Bajors und Captain Lairis&#8216; Jugend. Das Ganze soll eine 5-6-teilige Miniserie werden, gewisserma\u00dfen ein Prequel zu Defender.<\/p>\n<p><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nBajor w\u00e4hrend der Besatzungszeit: Um sich und ihre Familie \u00fcber Wasser zu halten, arbeitet die 17-j\u00e4hrige Lairis Ilana als Dabo-M\u00e4dchen im Quark\u2019s.<br \/>\nEines Tages wird sie scheinbar grundlos von Cardassianern verhaftet \u2013 ein Tag, der ihr Leben f\u00fcr immer ver\u00e4ndert.<br \/>\nLairis kann fliehen und begegnet auf Terok Nor einem geheimnisvollen jungen Mann, der sie f\u00fcr die bajoranische Resistance anwerben will. Am Anfang z\u00f6gert sie \u2013 aber der allgegenw\u00e4rtige cardassianische Terror macht auch vor ihrer Familie nicht halt und Lairis trifft eine folgenschwere Entscheidung\u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/ST-resistance01.pdf\"><strong>Download<\/strong><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Leseprobe:<\/strong><\/p>\n<p>Es hei\u00dft, wenn man dem Tod ins Auge sieht, w\u00fcrde man auf das eigene Leben zur\u00fcckblicken, s\u00e4mtliche wichtigen Erinnerungen ein letztes Mal im Zeitraffer erleben &#8230;<br \/>\nWahrscheinlich gibt es bei allen humanoiden Spezies so ein Klischee.<br \/>\nTrotzdem &#8230; als diese beiden grimmigen uniformierten Cardassianer unvermittelt im \u201eQuark&#8217;s\u201c auftauchten und mich mit den gef\u00fcrchteten Worten \u201eSie m\u00fcssen uns begleiten, Miss!\u201c geradewegs vom Dabotisch wegzerrten, erlebte ich nichts dergleichen.<br \/>\nJemand verband mir die Augen, ein Paar Handschellen, an dem jeder Gewichtheber seine helle Freude gehabt h\u00e4tte, schnappte vor meinem K\u00f6rper zu und einer der  Cardassianer stie\u00df mich unsanft vorw\u00e4rts. Der \u00fcbliche L\u00e4rm auf dem Promenadendeck ging in ein unbe-hagliches Gemurmel \u00fcber. Ich f\u00fchlte mich wie eine bizarre Kreatur, die, auf einem Zirkuswa-gen zur Schau gestellt, mit einer Mischung aus Faszination und Widerwillen begafft wurde.<br \/>\nDann traten wir \u00fcber eine Schwelle und ich vernahm das leise Summen des Turbolifts. In meinem Kopf war nur noch r\u00f6tlich gelbe Gelatine. Leere. Nackte Panik.<br \/>\nIch sah mich bereits an einen Tisch oder was auch immer gefesselt, w\u00e4hrend irgendein h\u00e4sslicher, grinsender Cardassianer irgendetwas extrem Schmerzhaftes mit mir anstellte. Wie mir jemand die Kleidung herunter riss und dann ganz gen\u00fcsslich seine Hose \u00f6ffnete &#8230; Igitt! Bei dieser Vorstellung wurde mir derma\u00dfen schlecht, dass das wenige Essen vom letzten Mittag mit voller Impulsgeschwindigkeit meine Speiser\u00f6hre hinauf schoss. Oh nein! Wenn ich einen von denen voll kotze, erschie\u00dfen die mich sofort, dachte ich beklommen. Obwohl \u2013 vielleicht w\u00e4re es ja besser so. Wenn ich mir vorstellte, was diese Dreckskerle ihren Gefangenen antaten &#8230;<br \/>\nMit einem Ruck blieb der Turbolift stehen. Ein leises Zischen sagte mir, dass die T\u00fcr zur Seite glitt. Man musste wohl in einen anderen Lift umsteigen, um in den schwer bewachten car-dassianischen Sektor von TEROK NOR zu gelangen. Meine Abs\u00e4tze brachten das Metall zum klingen, den Boden, die W\u00e4nde &#8230; cardassianische Milit\u00e4rstiefel stampften dumpf neben mir her.<br \/>\nWeshalb ich auf einmal stolperte, war mir nicht ganz klar. Vielleicht lag es an meinen hoch-hackigen Schuhen. Oder daran, dass ich in meinen Beinen den gleichen Wackelpudding hatte, wie in meinem Kopf. Schwere Cardi-Stiefel traten mich in die Leistengegend, der Schmerz \u00fcberflutete mich von allen Seiten. Einer der Cardassianer packte mich grob am Arm und brabbelte irgendwas. Dann lockerte sich der Griff und eine fremde Pers\u00f6nlichkeit in mir, deren Verstand noch halbwegs funktionierte, sorgte daf\u00fcr, dass ich mit einem effektvol-len Seufzen zusammenbrach.<br \/>\nDie Cardis fluchten, jemand r\u00fcttelte an mir, tastete nach meinem Puls, trat mich, schlug mir ein paar Mal ins Gesicht \u2013 aber komischer Weise tat mir das nicht weh. Ich blieb reglos lie-gen, zeigte mich ungef\u00e4hr so aufnahmebereit wie eine Schnapsleiche nach dem Dankbar-keitsfestival.<br \/>\nDann schnellten pl\u00f6tzlich meine Arme hoch, fast wie ferngesteuert. Ich hatte beim besten Willen keine Ahnung, woher ich die Inspiration und die Kraft f\u00fcr so eine Attacke nahm. Der Metallklotz an meinen H\u00e4nden krachte gegen etwas, das hart genug war, um ein Cardi-Sch\u00e4del zu sein. Ich h\u00f6rte jemanden leise st\u00f6hnen und gleichzeitig zielte ich mit dem Hacken dorthin, wo ich den zweiten Cardassianer vermutete. Sein schmerzvolles Heulen verriet mir, dass ich eine besonders empfindliche Stelle getroffen hatte. Gut gemacht, Lairis! gratulierte ich mir. Nicht \u00fcbel f\u00fcr ein kleines dummes Dabo-M\u00e4dchen!<br \/>\nIch riss mir die Augenbinde herunter und sah, wie der eine Cardassianer sich halb besin-nungslos am Boden wand. Aus einer Wunde an seiner Schl\u00e4fe sickerte dunkelrotes Blut. Der andere hatte sich zusammengerollt wie eine malkorianische Jammerraupe und hielt sich wimmernd seine Kronjuwelen. Geschah ihm Recht!<br \/>\nIch brauchte ungef\u00e4hr zwei Sekunden, bis ich begriff, was ich zu tun hatte &#8230; Die Waffen! Der Cardi mit dem Sch\u00e4deltrauma hielt seinen Phaser noch in der Hand, doch seine Finger zitter-ten, und es war nicht schwer, ihm das Ding abzunehmen. Der andere Kerl hatte seine Waffe fallen gelassen. Sie lag etwa einen Meter von ihm entfernt und ich kickte sie weit weg.<br \/>\nDen Phaser umklammert, trat ich ein paar Schritte zur\u00fcck. Ein Gef\u00fchl des Triumphes lie\u00df mich selbstzufrieden grinsen und ich hoffte, dass ich trotz meines knappen Dabom\u00e4dchen-Fetzens einigerma\u00dfen bedrohlich aussah. \u201eDas habt ihr wohl nicht erwartet, was?\u201c sagte ich halblaut. \u201eEure Schuld, ihr habt hier nichts zu suchen, ihr ekelhaften M\u00f6rder!\u201c<br \/>\nIn Wahrheit kannte ich Energiewaffen nur von Bildern. Meine Selbstzufriedenheit verfl\u00fcchtigte sich und mir wurde schlagartig klar, dass ich die beiden Cardis nicht f\u00fcr alle Ewigkeit au\u00dfer Gefecht gesetzt hatte. Der, den ich mit meiner Handfessel niedergeschlagen hatte, war zwar immer noch nicht bei sich \u2013 aber der andere wimmerte schon merklich leiser.<br \/>\nMein erster Impuls war, loszurennen wie ein lissepianisches Wiesel, auf Nimmerwiedersehen von hier zu verschwinden, die beiden halbtoten Cardis, diesen Korridor, diese ganze ver-fluchte Station einfach hinter mir zu lassen &#8230; Aber dann begriff ich, wie dumm das w\u00e4re. Die beiden Schleimkriecher w\u00fcrden \u00fcberleben und sich an mich erinnern \u2013 vor allem der eine &#8230; falls ich tats\u00e4chlich sein Torpedorohr lahmgelegt haben sollte, dann gnade mir der Himmels-tempel! Man w\u00fcrde mich jagen wie eine tollw\u00fctige Harakatze und ich m\u00fcsste den Rest mei-nes Lebens auf der Flucht verbringen. Diese Schl\u00e4chter w\u00e4ren sogar f\u00e4hig, s\u00e4mtliche Mitg-lieder meiner Familie zu verschleppen und zu foltern, in der irrigen Annahme, dass mich einer von ihnen versteckt.<br \/>\nBei diesem Gedanken wurde mir ganz kalt. Mit einer Sicherheit, die mich irgendwie er-schreckte, fanden meine Finger einen Knopf, den ich f\u00fcr den Abzug hielt, und dr\u00fcckten ihn durch. Ein glei\u00dfender gelber Blitz traf auf ein Computerbord und lie\u00df es explodieren. Ich be-kam einen Riesenschreck, zuckte zusammen und schrie. Als mein Herz wieder halbwegs normal schlug, zielte ich zuerst auf den einen, dann auf den anderen Cardassianer. Meine H\u00e4nde fingen an zu zittern, ich schluckte heftig und kniff beide Male die Augen zu, als ich abdr\u00fcckte.<br \/>\nDie beiden Cardis r\u00fchrten sich nicht mehr. Ihre Oberk\u00f6rper zeigten schwarz umrandete Wunden vom Durchmesser mittlerer Springb\u00e4lle. D\u00fcnne Rauchs\u00e4ulen stiegen von ihnen auf und irgendetwas w\u00fcrgte mich. Ein Klo\u00df verstopfte meine Kehle, mir wurde schwindelig &#8230; ich dachte, ich m\u00fcsste mich \u00fcbergeben. Oder heulen. Oder beides. W\u00e4hrend sich dieser Anblick f\u00fcr immer in mein Ged\u00e4chtnis einbrannte, vernahm ich Stimmen und Schritte, die von weit her kamen.<br \/>\nIch l\u00f6ste mich aus meiner Erstarrung, schleuderte die hochhackigen Sandalen von den F\u00fc-\u00dfen, rannte, was das Zeug hielt, st\u00fcrzte zur n\u00e4chsten Schaltkonsole, schlug mit der flachen Hand auf das Touchpad f\u00fcr den Turbolift und wartete mit bebenden Knien darauf, dass das Ding endlich kam. Doch auf einmal verkrampfte sich alles in mir. Was war, wenn in diesem Lift f\u00fcnf bewaffnete Cardassianer auf mich warteten? Sollte ich besser zu Fu\u00df gehen?<br \/>\nDann fiel mir noch etwas ein: meine Schuhe. Daran klebten garantiert irgendwelche DNAS-puren &#8230; Schwei\u00df oder so. Wenn das erst mal analysiert wurde &#8230; Die Cardassianer w\u00fcrden dann ganz genau wissen, wer ihre beiden Soldaten erschossen hatte. Und \u2013 bei den Prophe-ten \u2013 ich wollte ganz bestimmt nicht anhand meiner Schwei\u00dff\u00fc\u00dfe identifiziert werden!<br \/>\nMist, Mist, Mist &#8230; so ein elender bl\u00f6der Mist!<br \/>\nDer Turbolift kam. Seine T\u00fcren \u00f6ffneten sich, ich presste mich ganz flach gegen die Wand &#8230; doch zu meiner unendlichen Erleichterung kam niemand heraus.<br \/>\nEs war sowieso eine bl\u00f6de Idee, den Turbolift zu nehmen. Ich besa\u00df keinen Lageplan der Station \u2013 und wer wei\u00df, wo mich der Lift hingebracht h\u00e4tte. Wahrscheinlich zur\u00fcck zum Pro-menadendeck, wo ich unm\u00f6glich mit Handschellen rumlaufen konnte. Da h\u00e4tte ich mir gleich ein neonfarbenes Schild mit der Aufschrift \u201eLiebe cardassianische Mitb\u00fcrger, ich bin ausge-rissen \u2013 bringt mich zur\u00fcck in meine Zelle!\u201c um den Hals h\u00e4ngen k\u00f6nnen!<br \/>\nNun musste ich zur\u00fcck und meine Schuhe holen &#8230; Zum Gl\u00fcck war das hier eine unbewohnte Sektion und die Stimmen, die ich geh\u00f6rt hatte, waren schon wieder weg.<br \/>\nIch hob erst mal die Augenbinde auf und stopfte sie mangels Taschen in mein Dekollet\u00e9. Dabei versuchte ich, keinen Blick auf die beiden toten Cardassianer zu werfen. Nun stand ich vor folgendem Problem: Meine H\u00e4nde waren gefesselt, und das ist ungef\u00e4hr so, als ob man nur eine Hand h\u00e4tte. Ich musste mich also entscheiden, ob ich den Phaser behalten und die Sandalen wieder anziehen sollte. Aber ich k\u00f6nnte mit den Dingern niemals rennen, falls mich jemand verfolgt!<br \/>\nOder sollte ich den Phaser wegwerfen und die Schuhe in die Hand nehmen? Aber nein! Auf der Waffe waren meine verdammten Fingerabdr\u00fccke \u2013 und damit stand ich wieder am An-fang. Also stieg ich unbeholfen in meine Sandalen, griff nach dem Phaser und betete zu den<br \/>\nPropheten, dass mir niemand in die Quere kommen m\u00f6ge.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Nach kurzer Zeit stie\u00df ich auf einen offenen Wartungsschacht und \u00fcberlegte nicht lange. Ich stellte es mir nicht gerade bequem vor, mit gefesselten H\u00e4nden da durchzukriechen, aber dieser Weg schien mir der sicherste.<br \/>\nAls ich am anderen Ende das Gitter aufstie\u00df und wie ein nasser Sack voller Kawa-R\u00fcben zu Boden plumpste, schmerzte mein ganzer K\u00f6rper. Nat\u00fcrlich war der Aufprall schuld, aber die Kriecherei durch den Schacht und die Fu\u00dftritte der Cardis hatten sicher auch ihren Anteil beigetragen.<br \/>\nOffenbar war ich im bajoranischen Sektor gelandet, genauer gesagt, in einem der Schlaf-quartiere f\u00fcr die Arbeiter aus der Erzveredelung. Es war v\u00f6llig leer und da es Nacht war, nahm ich an, dass hier die Nachtschicht zusammengepfercht wurde. Ich rappelte mich auf, stieg vorsichtig \u00fcber die dreckigen Matratzen und Decken von undefinierbarer Farbe hinweg und sah mich nach einem geeigneten Versteck um. Im bajoranischen Sektor sah es \u00fcberall gleich aus. Die staubige Luft und dieses abartige, blaue, cardassianische Neonlicht tauchten die gesamte Umgebung in ein tr\u00fcbes Blaugrau. Zum Gl\u00fcck war niemand hier, sonst w\u00e4re ich mit meiner farbenfrohen Kleidung wohl aufgefallen wie eine bunte Poluka-Spinne \u2013 selbst ohne diese bl\u00f6den Handschellen.<br \/>\nMein hautenger Overall leuchtete t\u00fcrkisgr\u00fcn und von den H\u00fcften flossen mehrere Lagen sil-berblauer Chiffont\u00fccher herab, die verflixt unpraktisch waren, weil man beim Treppensteigen sehr leicht darauf treten konnte.<br \/>\nTreppen &#8230; Das war das Stichwort! Mein Blick fiel auf eine schlichte Metalltreppe, die wahr-scheinlich zu den R\u00e4umen des Aufsehers f\u00fchrte. Unter dieser Treppe gab es gerade genug Platz f\u00fcr eine einzelne Person, um aufrecht zu sitzen und die Beine auszustrecken. Es war stickig und hei\u00df, aber auch dunkel und gesch\u00fctzt \u2013 das perfekte Versteck. Ich schloss die Augen, lehnte mich ersch\u00f6pft gegen die Wand und genoss es f\u00fcr einen Augenblick, an gar nichts zu denken. Meine Erlebnisse schienen auf einmal so unwirklich und ich begann, zu hoffen, dass ich die letzten zwei Stunden unter dieser Treppe gepennt hatte und alles nur ein Albtraum war.<br \/>\nOder hatte ich tats\u00e4chlich zwei Cardassianer erschossen \u2013 zwei Leben ausgel\u00f6scht?<br \/>\nKaum zu glauben. Als Kind hatte ich jede einzelne Schnecke, die ich aus Versehen breitget-reten hatte, w\u00fcrdevoll begraben und betrauert. Selbstverst\u00e4ndlich hatte ich auf den traditio-nellen Totengesang verzichtet, der ist n\u00e4mlich fast zwei Stunden lang &#8230; Aber diese beiden Cardis &#8230; Mir wurde zwar ganz flau im Magen beim Gedanken an ihre toten, glasigen Augen und diese qualmenden Einschussl\u00f6cher \u2013 aber dass es mir Leid tat, konnte ich nicht behaup-ten. Der Hass gegen die Cardassianer sa\u00df bei meinem Volk sehr tief und bei mir nat\u00fcrlich auch. Trotzdem h\u00e4tte ich nicht gedacht, dass ich zu so etwas f\u00e4hig w\u00e4re: Zwei M\u00e4nner aus n\u00e4chster N\u00e4he zu erschie\u00dfen, obwohl sie sich nicht mehr wehren k\u00f6nnen &#8230; Das Schlimmste war, dass es mir eigentlich nichts ausmachte. Die Kerle hatten es verdient, es war notwendig gewesen und ich w\u00fcrde ohne Weiteres damit leben k\u00f6nnen. Ein unbekannter Teil von mir war pl\u00f6tzlich erwacht, eine Seite, die mich zutiefst beunruhigte. Es hatte keinen Spa\u00df gemacht, die beiden Cardis umzulegen \u2013 ganz gewiss nicht! Aber ich war bereit, es jederzeit wieder zu tun, um mich selbst oder jemanden, der mir nahe stand, zu verteidigen. Offenbar war ich doch nicht so weich, wie ich immer geglaubt hatte, und das machte mir Angst.<br \/>\nWieder betete ich, aus diesem schrecklichen Traum aufzuwachen, doch das Gewicht an meinen Handgelenken f\u00fchlte sich leider ziemlich echt an. Die Realit\u00e4t verschaffte sich wieder Zugang zu meinem Gehirn und fegte alle \u00fcberfl\u00fcssigen Gedanken und Gef\u00fchle in den M\u00fcll-eimer. Ich konnte nicht ewig unter dieser Treppe hocken bleiben \u2013 und wenn ich mich wieder unter die Fauna wagen sollte, musste ich dieser verdammten Dinger loswerden!<br \/>\nAber wie? Ich starrte mindestens zehn Minuten lang ratlos auf meine Handschellen. \u201aTeleki-netische Kr\u00e4fte m\u00fcsste man haben\u2018, dachte ich. So wie Rana Tel, der genetisch mutierte Superheld aus diesen grellen Untergrund-Comics &#8230; Der konnte n\u00e4mlich mit seinem \u201eGedan-kenstrahl\u201c nicht nur Cardassianer zu Staub zerfallen lassen, sondern auch Metall verbiegen und W\u00e4nde sprengen.<br \/>\nAber ich war leider nicht Rana Tel \u2013 und dass ich n\u00e4chster Zeit \u00fcbersinnliche Kr\u00e4fte entwi-ckeln w\u00fcrde, war eher unwahrscheinlich.<br \/>\nSeufzend sah ich mich nach einem St\u00fcck Metall um, einem Nagel oder so. Irgendwas, womit ich das Schloss knacken k\u00f6nnte &#8230; Aber ich fand nichts, was sich daf\u00fcr eignete.<br \/>\nV\u00f6llig resigniert lie\u00df ich mich wieder gegen die Wand sinken. Am liebsten h\u00e4tte ich vor Frust laut geschrien, geheult oder auf irgendwas eingetreten. Aber damit h\u00e4tte ich wohl jemanden aufgescheucht, von dem ich auf keinen Fall gefunden werden wollte. Also riss ich mich ir-gendwie zusammen. Mein Blick verschleierte sich und die r\u00f6tlich gelbe Leere, die ich so sehr hasste, kehrte in meinen Kopf zur\u00fcck. Meine Finger schlossen sich fest um die Waffe, das Metall saugte meine W\u00e4rme auf. Ich wollte mich stark und sicher f\u00fchlen, stattdessen wurde mir kalt.<br \/>\nDie Idee, die mir pl\u00f6tzlich kam, war so simpel wie be\u00e4ngstigend: Ein schwacher Impuls aus dem Phaser k\u00f6nnte das Schloss an den Handschellen aufsprengen. Allerdings w\u00fcrde selbst die niedrigste Stufe ausreichen, um die Fesseln binnen Sekunden aufzuheizen wie einen Grillrost. Wenn ich Pech h\u00e4tte, w\u00fcrde das hei\u00dfe Metall mir das Fleisch bis auf die Knochen herunterbrennen. Diese Vorstellung war alles andere als erbaulich.<\/p>\n<div style=\"padding: 10px 0 \"  class=\"interactive_bottom\"><div class='button_holder_left'><iframe allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" src=\"http:\/\/platform.twitter.com\/widgets\/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D141&amp;text=Star Trek &#8211; Resistance, Teil 1: Initiation&amp;count=horizontal&amp;lang=de_DE  \" style=\"width:65px; height:21px;\"><\/iframe><\/div><div class='button_holder_left'><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D141&amp;layout=box_count&amp;show_faces=false&amp;width=65&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light&amp;height=65\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:65px; height:65px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die mich &#8222;nerven&#8220;, wann es denn endlich mit Defender weiter geht, gibt&#8217;s was f\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch. \ud83d\ude00 Mir ist ein angefangener Roman aus dem Jahr 2003 in die H\u00e4nde gefallen, seit dem juckt mich eine Geschichte \u00fcber die cardassianische Besetzung Bajors und Captain Lairis&#8216; Jugend. 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