{"id":1328,"date":"2014-04-30T19:47:31","date_gmt":"2014-04-30T19:47:31","guid":{"rendered":"http:\/\/st-defender.de\/?p=1328"},"modified":"2014-04-30T19:47:31","modified_gmt":"2014-04-30T19:47:31","slug":"episode-07-feindesland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/st-defender.de\/?p=1328","title":{"rendered":"Episode 07: Feindesland"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Defender07.jpg\" rel=\"lightbox[1328]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1329\" alt=\"Defender07\" src=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Defender07-200x300.jpg\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Defender07-200x300.jpg 200w, http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Defender07-682x1024.jpg 682w, http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Defender07-232x348.jpg 232w, http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Defender07-688x1032.jpg 688w, http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Defender07.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a> Die U.S.S. DEFENDER wurde zu einer dreimonatigen Scout-Mission in den Gamma-Quadranten abkommandiert und beobachtet \u2013 getarnt \u2013 die Truppenbewegungen des Dominion.<br \/>\nAuf Empfehlung des Wissenschaftsrates der F\u00f6deration befindet sich zudem eine Abordnung von Wissenschaftlern an Bord, die diese einmalige Gelegenheit zur Forschung nicht verstreichen lassen soll.<\/p>\n<p>Doch nach zwei Monaten Dauergebrauch versagt die Tarnvorrichtung ihren Dienst. Es treten lebensbedrohliche technische St\u00f6rungen auf, einige Crewmitglieder werden schwer verletzt, die DEFENDER verliert ihren Warpantrieb.<br \/>\nCaptain Lairis und ihre Offiziere greifen zu verzweifelten Ma\u00dfnahmen, um einerseits das Schiff zu retten und sich andererseits vor einer herannahenden Dominion-Patrouille zu verstecken.<\/p>\n<p>Da entdeckt die caitianische Wissenschaftsoffizierin M&#8217;Rass einen geheimnisvollen Nebel, der als ideales Verseck f\u00fcr die angeschlagene DEFENDER dienen k\u00f6nnte. Im Inneren des Nebels st\u00f6\u00dft die Crew auf ein bin\u00e4res Sternensystem mit vier Planeten und findet auf dem dritten Planeten ein zweihundert Jahre altes Schiffswrack. Die Entdeckung gibt R\u00e4tsel auf \u2013 und der vierte Planet h\u00fcllt sich in eine undurchdringliche Wolkendecke, die keinerlei Scans zul\u00e4sst.<br \/>\nVerbirgt sich darunter eine Zivilisation? Handelt es sich um die Erbauer des abgest\u00fcrztes Spaceshuttles auf dem Nachbarplaneten? Und welche Rolle spielt das Dominion in diesem bizarren Puzzle?<\/p>\n<p>Um eine Antwort auf all diese Fragen zu finden, begeben sich zwei Au\u00dfenteams der DEFENDER in Lebensgefahr &#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Textproben:<\/strong><\/p>\n<p>Captain Lairis hatte sich eben hinter ihrem Schreibtisch niedergelassen, als das T\u00fcrsignal ert\u00f6nte. \u201eHerein\u201c, befahl sie.<br \/>\nLieutenant van de Kamp sah ziemlich \u00fcberm\u00fcdet aus, wie sie besorgt feststellte.<br \/>\n\u201eSetzen Sie sich\u201c, forderte sie etwas sanfter. \u201eSie sehen aus, als k\u00f6nnten Sie einen Kaffee vertragen.\u201c Nach Marcs Nicken trat sie an den Replikator und kam kurz darauf mit zwei dampfenden Tassen zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eDanke. Wenn ich nicht im Dienst w\u00e4re, w\u00fcrde ich sagen: Ein Whisky w\u00e4re auch nicht \u00fcbel.\u201c Marc l\u00e4chelte schwach.<br \/>\nLairis hob die Augenbrauen. \u201eDas klingt ernst!\u201c<br \/>\nVan de Kamp atmete tief durch. \u201eWie Sie wissen, gibt es sechs Interphasen-Emitter, die \u00fcber das Schiff verteilt und direkt mit dem Hauptcomputer sowie allen prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Energiequellen gekoppelt sind. Sollte ein Emitter ausfallen, wird das durch die anderen ausgleichen, weil der Computer sofort reagiert \u2026\u201c<br \/>\nLairis nickte. Deshalb war es laut Admiral Ross so schwierig, die Tarnvorrichtung auszubauen. Schwierig, aber nicht g\u00e4nzlich unm\u00f6glich \u2013 denn nach einem kontrolliert herbei gef\u00fchrten totalen Energieausfall d\u00fcrfte dieses Problem nicht mehr bestehen. Doch angesichts der gro\u00dfen Risiken beim Re-Start des Materie-Antimaterie-Reaktors entschied sich die Sternenflotte dagegen. Sicher spielten auch pragmatische \u00dcberlegungen seitens der Admiralit\u00e4t eine Rolle, aber das war jetzt nicht das Thema \u2026<br \/>\n\u201eWas ist, wenn mehrere Emitter gleichzeitig versagen?\u201c, fragte Lairis und machte sich innerlich auf eine Antwort gefasst, die ihr \u00fcberhaupt nicht gefiel.<br \/>\n\u201eK\u00f6nnte das ganze Schiff in Mitleidenschaft gezogen werden\u201c, antwortete Marc d\u00fcster.<br \/>\n\u201eInwiefern?\u201c, hakte Lairis nach. Es kribbelte unangenehm unter ihrer Haut.<br \/>\n\u201eWeil unter Umst\u00e4nden die Kalibrierung der einzelnen Emitter und die Kommunikation zwischen ihnen nicht mehr funktioniert.\u201c Der Chefingenieur bem\u00fchte sich um einen festen Blick. \u201eDas kann in schlimmster Konsequenz dazu f\u00fchren, dass kein stabiles Tarnfeld aufgebaut wird und Teile des Schiffes sekundenweise in eine andere Phase geschoben werden, als der Rest.\u201c<br \/>\n\u201eWas?\u201c, rief Lairis alarmiert. \u201eUnd das erz\u00e4hlen Sie mir JETZT? Eine Phasendifferenz k\u00f6nnte den Ausfall wichtiger Systeme bedeuten, Dekompression in kritischen Bereichen \u2026 es k\u00f6nnte den Tod von Crewmitgliedern bedeuten!\u201c<br \/>\n\u201eIch wei\u00df\u201c, seufzte Marc. \u201eBis eben bin ich davon ausgegangen, wir kriegen das Problem in den Griff. Verschlissene Einzelteile konnten wir replizieren und austauschen \u2026\u201c<br \/>\n\u201eSie sind nicht mit Ihrer Yacht auf den Weg nach Risa! Es geht hier nicht um irgendeine unbe-deutende Panne!\u201c, fuhr ihn Lairis an. \u201eWir fliegen inkognito durch Feindesland und jeder Fehler k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass wir auf die eine oder andere fiese Art zu Tode kommen! Wenn es technische Probleme gibt, will ich davon wissen \u2013 und zwar GLEICH.\u201c<br \/>\nLieutenant van de Kamp war ein hervorragender Ingenieur, aber seine Neigung zur Eigenbr\u00f6telei verursachte nicht zum ersten Mal Probleme.<br \/>\n\u201eJa, Captain\u201c, erwiderte er reum\u00fctig. \u201eIch hatte zwar gestern schon erw\u00e4hnt, dass die Tarnvorrichtung spinnt, aber \u2026\u201c<br \/>\n\u201eIch war nicht informiert, wie ernst die Lage wirklich ist!\u201c Lairis sah ihn scharf an.<br \/>\nMarc atmete tief durch. \u201eUnser Dilithium wird langsam knapp, das Oberkommando hat wohl untersch\u00e4tzt, was f\u00fcr ein arger Energiefresser diese Tarnvorrichtung ist. Zwei Wochen machen die Systeme das noch mit \u2013 maximal! Vielleicht auch nur eine, denn dass die Tarnvorrichtung nicht auf Ihrem Display erschienen ist, k\u00f6nnte bedeuten, dass die Verbindung zum Hauptcompu-ter kurzzeitig getrennt wurde.\u201c<br \/>\n\u201eWeil ein ODN-Relais sekundenlang aus der Phase geschoben war?\u201c Lairis schauderte.<br \/>\n\u201eZum Beispiel.\u201c<br \/>\n\u201eSie meinen tats\u00e4chlich, die Phasenverschiebung betrifft so winzige Einzelteile?\u201c<br \/>\n\u201eSie kann einzelne Molek\u00fcle betreffen \u2013 oder auch ganze Schiffsektoren.\u201c<br \/>\n\u201eDie Vorstellung, dass einzelne Molek\u00fcle von mir in eine andere Phase geschoben werden, als der Rest meines K\u00f6rpers, gef\u00e4llt mir gar nicht!\u201c<br \/>\n\u201eDann sollten Sie nicht beamen.\u201c Marc grinste schief.<br \/>\n\u201eDass es ganze Schiffssektoren trifft, gef\u00e4llt mir nat\u00fcrlich noch weniger\u201c, entgegnete Lairis trocken.<br \/>\n\u201eIch denke zwar nicht, dass Sie das beruhigt \u2013 aber dieses \u2026 Ph\u00e4nomen wirkt sich zuerst auf jene Computersysteme aus, die unmittelbar mit den Interphasen-Emittern verkn\u00fcpft sind: Ein Energierelais hier, ein paar Speicherchips dort \u2026 Was sich am Anfang nur in ein paar l\u00e4stigen technischen Fehlfunktionen zeigt, wird irgendwann lebensgef\u00e4hrlich, wenn die Hauptsysteme verr\u00fcckt spielen.\u201c<br \/>\n\u201eWas schlagen Sie vor?\u201c, erwiderte der Captain resigniert.<br \/>\n\u201eIch denke zwar, wir haben noch drei-vier Tage Gnadenfrist, bis wir richtig Stress bekommen \u2013 aber auf der sicheren Seite sind wir nicht! Falls zum Beispiel die Steuerung des Materie-Antimaterie-Eind\u00e4mmung<wbr \/>sfeldes im Warpkern angegriffen wird \u2026\u201c<br \/>\n\u201eBrauchen wir uns um einzelne Molek\u00fcle, die aus der Phase geschoben werden, keine Gedanken mehr zu machen\u201c, erg\u00e4nzte die Bajoranerin d\u00fcster.<br \/>\n\u201eSo sieht\u2019s aus\u201c, stimmte Marc zu. \u201eIch schlage vor, die Tarnvorrichtung abzuschalten.\u201c<br \/>\n\u201eKeine gute Idee \u2013 wir befinden uns in Sensorenreichweite einer Dominion-Patrouille!\u201c<br \/>\n\u201eDann stehen wir also vor der Wahl, von denen vaporisiert zu werden oder selbst daf\u00fcr zu sorgen, dass es Puff macht.\u201c Marc verzog das Gesicht.<br \/>\n\u201eWie gro\u00df w\u00e4re denn die Wahrscheinlichkeit, dass es \u201aPuff\u2018 macht?\u201c, wollte Lairis wissen.<br \/>\n\u201eNach der letzten Simulation 1:255, zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt. Tendenz steigend.\u201c<br \/>\n\u201eDa w\u00e4re die Chance, vom Dominion ausradiert zu werden, eindeutig gr\u00f6\u00dfer.\u201c Lairis blickte ihren Chefingenieur ernst an. \u201eAber bevor das passiert, w\u00fcrden sie versuchen, das Schiff zu entern und die Crew gefangen zu nehmen, um beides gen\u00fcsslich zu sezieren.\u201c<br \/>\n\u201eSie ziehen also einen sauberen Warpkernbruch vor?\u201c<br \/>\n\u201eSie kennen mich zu gut.\u201c<br \/>\nMarc runzelte die Stirn. \u201eMeinen Sie nicht, unsere \u00dcberlebenschancen w\u00e4ren gr\u00f6\u00dfer, wenn wir roten Alarm geben, die Tarnung abschalten und irgendwie versuchen, der Dominion-Flotte zu entkommen? Falls sie uns verfolgen, k\u00e4mpfen wir. F\u00fcr den aller\u00e4u\u00dfersten Notfall gibt es ja noch die Selbstzerst\u00f6rung.\u201c<br \/>\n\u201eDas Dominion darf auf keinen Fall mitbekommen, wie wir uns enttarnen! Genau genommen d\u00fcrfen sie gar nicht mitbekommen, dass wir \u00fcberhaupt hier sind\u201c, gab Lairis zu bedenken. \u201eK\u00f6nnen wir nicht versuchen, mit Warp aus dem Scannerbereich der Patrouille zu entkommen, ohne die Tarnung aufzugeben?\u201c<br \/>\nVan de Kamp wog zweifelnd den Kopf hin und her. \u201eVon einem Warpsprung w\u00fcrde ich drin-gend abraten, solange die Tarnvorrichtung aktiv ist. Die instabilen Emitter sind ja unmittelbar mit dem Materie-Antimaterie-Reaktor gekoppelt \u2026\u201c<br \/>\n\u201eIch wei\u00df\u201c, unterbrach ihn die Kommandantin ungeduldig. \u201eWie lange brauchen wir mit Impuls bis zum n\u00e4chsten Sternensystem?\u201c<br \/>\n\u201eSie meinen, bis A-3452?\u201c, hakte Marc mit s\u00e4uerlicher Miene nach. \u201eKnapp zwei Tage.\u201c<br \/>\nLairis\u2018 Miene machte deutlich, dass ihr diese Aussicht ebenso wenig gefiel. Das Sonnensystem A-3452 war unbewohnt und es gab einen Klasse-J-Gasriesen mit hoher Konzentration von Kohlenstoff in der Atmosph\u00e4re. Dort sollte die Defender im Orbit parken, bei Gefahr notfalls ab-tauchen und in der Zwischenzeit versuchen, die Emitter zu stabilisieren.<br \/>\n\u201eIch f\u00fcrchte nur, wenn wir zu tief \u201atauchen\u2018, wird das Schiff durch den Atmosph\u00e4rendruck zerquetscht wie in einer M\u00fcllpresse\u201c, meinte der Ingenieur besorgt. \u201eDie Defiant hat so ein Abenteuer gerade hinter sich, danach war sie beinahe Schrott. Und die Defender ist JETZT schon fast Schrott!\u201c<br \/>\n\u201eKeine Sorge, Marc, ich habe nicht vor, auf der Oberfl\u00e4che nach Sch\u00e4tzen zu buddeln\u201c, gab Lairis zur\u00fcck.<br \/>\nGleich nach Lieutenant van de Kamps Andeutung, dass die Tarnvorrichtung unzuverl\u00e4ssig lief, hatte der Captain eine Krisensitzung mit allen Wissenschaftlern, leitenden Sicherheitsoffizieren und Ingenieuren einberufen. A-3452 hie\u00df der Plan B, der dabei herausgekommen war. Lairis w\u00e4re dankbar f\u00fcr einen weniger gef\u00e4hrlichen Plan C oder D, aber den gab es leider nicht.<br \/>\n\u201eFalls dieser Gasriese \u00fcberhaupt eine Oberfl\u00e4che hat, k\u00f6nnten Sie bei Ihrer Schatzsuche sogar Gl\u00fcck haben: der Druck in den tieferen Schichten ist so gro\u00df, dass die Kohlenstoff-Partikel der Atmosph\u00e4re als Diamanten vom Himmel regnen\u201c, dozierte Marc.<br \/>\n\u201eSieht bestimmt h\u00fcbsch aus \u2013 aber wie Sie schon sagten: wenn wir uns nicht aus dem Gravi-tationsfeld des Gasriesen befreien k\u00f6nnen, regnen wir selbst als Diamanten auf die Oberfl\u00e4che.\u201c Die Bajoranerin verzog das Gesicht. \u201eIch mag die Dinger nur als Schmuck \u2013 nicht als Crew. Allerdings br\u00e4uchten wir nicht tief in die Atmosph\u00e4re vorzudringen, also bleibt das Risiko \u00fcber-schaubar. Laut M\u2019Rass ist die Ionenkonzentration in der oberste Schicht der Thermosph\u00e4re schon so hoch, dass die Sensorreichweite dort h\u00f6chstens f\u00fcnfzig Kilometer betr\u00e4gt.\u201c<br \/>\n\u201eMag sein, aber \u2026\u201c Marc schluckte. \u201e\u00dcberstrapazierte Plasmarelais, instabile Computerverbin-dungen und ein Schwitzbad in einer Gasriesen-Atmosph\u00e4re \u2026 kein Vorschlag f\u00fcr einen gem\u00fctlichen Freitagabend.\u201c<br \/>\n\u201eAlso lieber eine Grillparty, bei der wir gegrillt werden und das Dominion feiert?\u201c, hielt Lairis dagegen.<br \/>\n\u201eIch dachte, die Pest und die Cholera w\u00e4ren ausgerottet\u201c, seufzte Marc.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Nach wenigen Metern gelangten die M\u00e4nner an eine Luke. Jerad suchte nach einem \u00d6ffnungsmechanismus, fand einen armlangen Hebel und zog mit aller Kraft daran. Knarrend und \u00e4chzend bewegte sich das Schott seitw\u00e4rts, aber nur wenige Zentimeter.<br \/>\n\u201eFassen Sie mal mit an\u201c, schnaufte der Trill.<br \/>\n\u201eKlar doch!\u201c Rodrigo kam sofort zu Hilfe und mit vereinten Kr\u00e4ften gelang es, die schwere runde Metallt\u00fcr weit genug zur Seite zu rollen, dass selbst der untersetzte Rodrigo durch den Spalt passte.<br \/>\nModrige, abgestandene Luft empfing die beiden M\u00e4nner. Doch wenigstens konnten sie in dem kreisrunden Raum, der hinter dem Schott lag, bequem aufrecht stehen.<br \/>\nCordero sah sich mit gro\u00dfen Augen um. Er entdeckte fast cardassianisch anmutende, ovale Monitore, die in die W\u00e4nde eingelassen waren, Konsolen mit fremdartigen Schriftzeichen, Oberfl\u00e4chen in Schwarz und Chrom, matt und abgeschliffen vom Sand und von der Zeit.<br \/>\nEine durchsichtige, wenn auch tr\u00fcbe Frontscheibe gab den Blick auf die Au\u00dfenwelt frei.<br \/>\n\u201eEine Art Kontrollraum\u201c, meinte Cordero.<br \/>\n\u201eOder das Cockpit\u201c, gab Jerad zur\u00fcck.<br \/>\n\u201eSoll ich das Heck suchen?\u201c, fragte Rodrigo.<br \/>\nJerad \u00fcberlegte einen Moment und nickte. \u201eGute Idee.\u201c<br \/>\nEr n\u00e4herte sich einem kleinen runden Separee, wo er die Steuerzentrale vermutete. Der Pilotensitz lag unter einer Art Glasglocke, ein offener Durchgang f\u00fchrte ins Innere. Bis zur H\u00f6he sei-ner Brust war die Trennwand schwarz, daher entdeckte Jerad nicht gleich die knochige Hand, die sich in der Lehne des Pilotensitzes verkrallt hatte.<br \/>\nKnochig, in der Tat \u2026 Der Lichtkegel von Jerads Taschenlampe erhellte eine Skeletthand mit vier Fingern, etwas l\u00e4nger als die Finger einer menschlichen Hand. Neugierig und ein bisschen von Ehrfurcht erf\u00fcllt kam der Trill n\u00e4her. Wer immer in diesem Sessel sa\u00df, hatte sich mit primitivsten Mitteln ins All gewagt, ein Pionier und Entdecker aus alten Legenden. Er oder sie hatte f\u00fcr den Traum einer Spezies alles riskiert \u2013 und war daf\u00fcr gestorben.<br \/>\nJener Teil von Commander Kayn, der Thoras war, erinnerte sich an den Start des ersten Warp-Schiffes auf Trill. Hundertausende von Leuten dr\u00e4ngten sich vor dem Raumhafen, jubelnd, fiebernd, bunte Flaggen schwenkend \u2026 vom ersten Sonnenstrahl bis zur D\u00e4mmerung. Kleine Kinder schickten Seifenblasen in den Himmel, eine Kapelle spielte fr\u00f6hliche Marschmusik, hin und wieder unterbrochen von pathetischen Reden oder dem Newsticker. Technische Probleme verz\u00f6gerten den Start, ein elektrischen Knistern erf\u00fcllte die Luft, die Aufregung war nahezu greifbar \u2026 Bis sich endlich eine brennende Schneise senkrecht durch den lilafarbenen Abendhimmel zog und die Rakete, welche die Feuerspur hinterlie\u00df, immer kleiner und kleiner wurde. Seit diesem Augenblick war Trill eine Warp-Zivilisation. Ein frenetischer Jubel brach los, die Masse kreischte und tobte \u2026<br \/>\nAber dann heulte ein Sandsturm auf und \u00fcbert\u00f6nte den fr\u00f6hlichen L\u00e4rm, riss Jerad Kayn aus jenem denkw\u00fcrdigen Tag eines fr\u00fcheren Lebens und brachte ihn zur\u00fcck in die Totenstille der Gegenwart.<br \/>\nEr blickte nicht l\u00e4nger in die leuchtenden Augen von Kindern, die eine startende Rakete bestaunten, sondern in die leeren Augenh\u00f6hlen eines humanoiden Totensch\u00e4dels.<br \/>\nDer Mund stand weit offen, die Knochenfinger bohrten sich in beide Sessellehnen, die Wirbels\u00e4ule war verr\u00e4terisch durchgebogen.<br \/>\nAuf dem Nachbarsitz fand Jerad ein weiteres Skelett, das ebenfalls in einem Augenblick des Schreckens erstarrt schien.<br \/>\nDer Trill schluckte und zwang sich, seinen Tricorder zu ziehen. Die Vermessung der beiden Skelette ergab, dass es sich \u2013 h\u00f6chstwahrscheinlich \u2013 um eine m\u00e4nnliche und eine weibliche Leiche handelte. Beide waren knapp zwei Meter gro\u00df, besa\u00dfen humanoide Proportionen, jeweils vier Zehen und vier Finger an jeder Hand und jedem Fu\u00df. Der Todeszeitpunkt lag 198 Jahre zur\u00fcck.<br \/>\nNachdenklich betrachtete Jerad die beiden Toten. Durch die staubige Frontscheibe sickerte fahles Licht und tauchte die Szene in Sepia. Wie ein vergilbtes, altes Foto.<br \/>\nDie beiden waren offensichtlich Pioniere der Raumfahrt und verdienen etwas Besseres, als in dieser Ein\u00f6de zu verrotten, dachte der Trill. Er w\u00fcrde Captain Lairis bitten, die zwei Skelette zu-sammen mit dem Wrack zur Untersuchung auf die DEFENDER zu beamen und sie anschli\u00dfend in Ehren zu bestatten.<br \/>\nUnwillk\u00fcrlich fragte sich Commander Kayn, warum ihr eigenes Volk das nicht l\u00e4ngst getan hatte. Verungl\u00fcckte Raumfahrer bekamen normalerweise ein Heldenbegr\u00e4bnis \u2013 oder irgendeine andere Form von Zeremonie, je nach dem, welche Form des Totenkults bei dieser Spezies \u00fcblich war. Kein zivilisiertes Volk verga\u00df seine Toten in der W\u00fcste und \u00fcberlie\u00df sie dem Wind und den Aasfressern. Selbst wenn die Angeh\u00f6rigen der beiden Raumfahrer nach dem Absturz nicht die M\u00f6glichkeit besessen hatten \u2026<br \/>\nJerad war so tief in Gedanken versunken, dass er Rodrigos Ankunft nicht bemerkte.<br \/>\nDer Brasilianer bekam gro\u00dfe Augen, als er die beiden Skelette sah. \u201eWas immer die zwei Kameraden als Letztes gesehen haben &#8211; etwas Sch\u00f6nes war es sicher nicht\u201c, meinte er.<br \/>\nDer Trill nickte. \u201eIch habe \u00fcberlegt, dass wir ihnen ein w\u00fcrdiges Begr\u00e4bnis g\u00f6nnen sollten.\u201c<br \/>\n\u201eCaptain Lairis hat sicher nichts dagegen\u201c, bemerkte Cordero.<br \/>\nDann \u00fcberspielte er dem rangh\u00f6heren Offizier seine Tricorderdaten. \u201eAlso, ich habe das Heck gefunden\u201c, berichtete er. \u201eEs liegt auf einem Plateau dieses komischen Felsens.\u201c<br \/>\n\u201eWie gro\u00df ist es?\u201c<br \/>\n\u201eDrei Meter zwanzig lang und zwei Meter breit.\u201c<br \/>\n\u201eDann k\u00f6nnen wir es ins Shuttle beamen\u201c, entschied der Commander. \u201eDas vordere Teil lassen wir hier, wir nehmen nur den Flugschreiber und die beiden Kameraden mit.\u201c<br \/>\n\u201eAye.\u201c<br \/>\nCordero blickte den Trill eindringlich aus seinen schwarzen Augen an, so dass Kayn unwillk\u00fcr-lich fragte: \u201eHaben Sie sonst noch was Interessantes rausgefunden, Chief?\u201c<br \/>\n\u201eAllerdings\u201c, gab der Brasilianer zur\u00fcck. \u201eDieses Spaceshuttle hatte nicht einfach nur einen Unfall und ist auf den Planeten gekracht \u2013 es wurde abgeschossen.\u201c<br \/>\n\u201eAbgeschossen?\u201c Jerad runzelte die Stirn. \u201eVon wem?\u201c<br \/>\n\u201eKann ich noch nicht definitiv sagen. Dazu m\u00fcssten wir das Zeug auf die Defender schaffen.\u201c Rodrigo legte eine bedeutungsschwangere Pause ein, w\u00e4hrend drau\u00dfen der Sturm heulte. \u201eAber eines kann ich jetzt schon sagen: Die Energiesignatur hatte verdammte \u00c4hnlichkeit mit Dominion-Waffen!\u201c<\/p>\n<p>(C) 2013\/14 by Adriana Wipperling<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/st-defender.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/episode07.pdf\" target=\"_blank\">Komplette Episode als PDF-Download<\/a><\/p>\n<div style=\"padding: 10px 0 \"  class=\"interactive_bottom\"><div class='button_holder_left'><iframe allowtransparency=\"true\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" src=\"http:\/\/platform.twitter.com\/widgets\/tweet_button.html?url=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D1328&amp;text=Episode 07: Feindesland&amp;count=horizontal&amp;lang=de_DE  \" style=\"width:65px; height:21px;\"><\/iframe><\/div><div class='button_holder_left'><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=http%3A%2F%2Fst-defender.de%2F%3Fp%3D1328&amp;layout=box_count&amp;show_faces=false&amp;width=65&amp;action=like&amp;font=arial&amp;colorscheme=light&amp;height=65\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:65px; height:65px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die U.S.S. DEFENDER wurde zu einer dreimonatigen Scout-Mission in den Gamma-Quadranten abkommandiert und beobachtet \u2013 getarnt \u2013 die Truppenbewegungen des Dominion. Auf Empfehlung des Wissenschaftsrates der F\u00f6deration befindet sich zudem eine Abordnung von Wissenschaftlern an Bord, die diese einmalige Gelegenheit zur Forschung nicht verstreichen lassen soll. Doch nach zwei Monaten Dauergebrauch versagt die Tarnvorrichtung ihren &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[27,137],"tags":[54,146],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1328"}],"collection":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1328"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1328\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1331,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1328\/revisions\/1331"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/st-defender.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}